Henriettenstiftung Hannover - Station 23. Hier liegen durchweg hochbetagte Patienten, meist mit Schlaganfall und meist schon seit Wochen.
Eine letzte Abstimmung der Instrumente, dann ziehen Svenja Emonds und Birte Kuck über den Gang - vorbei an abgestellten Geschirrwagen und Infusionsständern.
" Im Grunde geht es um die Veränderung der Klangumgebung im Krankenhaus. Also Türenklappern, Telefone und all so was. Und gerade alte Menschen, die kommen ja so oft auch gar nicht mal raus. Und dann auch einfach andere Reize zu bieten, andere Möglichkeiten, es geht um die Veränderung der Klangumgebung. Also, wir gehen auf die Menschen zu und schauen was passiert. "
" Mit den Händen klapp, klapp, klapp. Mit den Füßen trapp, trapp, trapp, einmal hin, einmal her, rundherum das ist nicht schwer. "
Was Musik für die Patienten bedeutet, erzählt Elke Hartmann, die jeden Tag ihre 88-Jährige Mutter im Krankenhaus besucht. Normalerweise kennt die schwer demenzkranke Mutter nicht einmal ihren Namen. Doch wenn Birte Kuck und Svenja Emonds mit ihr musizieren, singt sie alle Texte mit:
" Sie nimmt nicht mehr allzu viel auf - als Demenzkranke. "Ja, ja, ja, wir haben alles da." Ja, jetzt ist sie so angeregt, das ist sehr schön, also wenn man das so machen könnte, dass es wenigstens hin und wieder passiert, da sind die sehr ansprechbar drauf. "
Zum Konzept gehört, dass sich die Musikerinnen und Musiker auf keine Gespräche einlassen. Nur die Musik zählt, sagt Prof. Victor Flusser aus Strassburg, der Erfinder der Krankenhausmusik. Mit dem bundesweit einmaligen Weiterbildungsstudiengang werden jetzt auch Musiker für deutsche Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen nach seinen Vorgaben ausgebildet.
" Diese gemeinsame Musik bringt eine größere Kommunikation zwischen die Menschen. Durch diese Musik wird diese Kommunikation einfacher und humanisierter. Man arbeitet mit den Pflegeteamen, zum Beispiel leiser ein Glas auf einen Tisch zu stellen oder eine Tür zu schließen. "
Indes, die Wirklichkeit auf einer deutschen Krankenhausstation sieht anders aus. Es ist 17.30 Uhr. Das Abendessen muss verteilt werden, und Schwester Marianne Böhnke ist einfach nur genervt.
" Also wir haben sehr viel zu tun, weil wir auch sehr schwierige Patienten haben, sie sehen ja, es wird gebrochen. Da hinten ist die Infusion durch. Und dann kommt da einer und macht dann Musik, und denn "hach" ... "
Ärzte und Pflegepersonal sollten sich mehr auf die Musik einlassen, meint Klinikchef Prof. Klaus Hager, der von der Idee begeistert ist. In französischen Krankenhäusern konnte er sehen, dass es funktioniert.
" Ganz ideal wäre es natürlich, wenn auch das Pflegepersonal und auch Ärzte sich ein Stück weit auf diese Klangwelten einlassen würden und die Durchsetzung ihrer Instruktion - also jetzt muss die Spritze im Moment gegeben werden, so ein ganz klein bisschen aufweichen und so ein bisschen locker lassen von dieser inneren Anspannung. Und vielleicht auch einmal mitsingen würden. Das ist aber sicher sehr schwer zu erreichen. "
Völlig offen ist außerdem die Frage, wer die Musik bezahlen soll. Vermutlich, so Hager, werden die Krankenkassen keinen Cent dazubezahlen. So blicken die vier ersten Krankenhausmusiker Deutschlands, die in wenigen Wochen ihr Examen machen, einer ungewissen Zukunft entgegen.
Eine letzte Abstimmung der Instrumente, dann ziehen Svenja Emonds und Birte Kuck über den Gang - vorbei an abgestellten Geschirrwagen und Infusionsständern.
" Im Grunde geht es um die Veränderung der Klangumgebung im Krankenhaus. Also Türenklappern, Telefone und all so was. Und gerade alte Menschen, die kommen ja so oft auch gar nicht mal raus. Und dann auch einfach andere Reize zu bieten, andere Möglichkeiten, es geht um die Veränderung der Klangumgebung. Also, wir gehen auf die Menschen zu und schauen was passiert. "
" Mit den Händen klapp, klapp, klapp. Mit den Füßen trapp, trapp, trapp, einmal hin, einmal her, rundherum das ist nicht schwer. "
Was Musik für die Patienten bedeutet, erzählt Elke Hartmann, die jeden Tag ihre 88-Jährige Mutter im Krankenhaus besucht. Normalerweise kennt die schwer demenzkranke Mutter nicht einmal ihren Namen. Doch wenn Birte Kuck und Svenja Emonds mit ihr musizieren, singt sie alle Texte mit:
" Sie nimmt nicht mehr allzu viel auf - als Demenzkranke. "Ja, ja, ja, wir haben alles da." Ja, jetzt ist sie so angeregt, das ist sehr schön, also wenn man das so machen könnte, dass es wenigstens hin und wieder passiert, da sind die sehr ansprechbar drauf. "
Zum Konzept gehört, dass sich die Musikerinnen und Musiker auf keine Gespräche einlassen. Nur die Musik zählt, sagt Prof. Victor Flusser aus Strassburg, der Erfinder der Krankenhausmusik. Mit dem bundesweit einmaligen Weiterbildungsstudiengang werden jetzt auch Musiker für deutsche Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen nach seinen Vorgaben ausgebildet.
" Diese gemeinsame Musik bringt eine größere Kommunikation zwischen die Menschen. Durch diese Musik wird diese Kommunikation einfacher und humanisierter. Man arbeitet mit den Pflegeteamen, zum Beispiel leiser ein Glas auf einen Tisch zu stellen oder eine Tür zu schließen. "
Indes, die Wirklichkeit auf einer deutschen Krankenhausstation sieht anders aus. Es ist 17.30 Uhr. Das Abendessen muss verteilt werden, und Schwester Marianne Böhnke ist einfach nur genervt.
" Also wir haben sehr viel zu tun, weil wir auch sehr schwierige Patienten haben, sie sehen ja, es wird gebrochen. Da hinten ist die Infusion durch. Und dann kommt da einer und macht dann Musik, und denn "hach" ... "
Ärzte und Pflegepersonal sollten sich mehr auf die Musik einlassen, meint Klinikchef Prof. Klaus Hager, der von der Idee begeistert ist. In französischen Krankenhäusern konnte er sehen, dass es funktioniert.
" Ganz ideal wäre es natürlich, wenn auch das Pflegepersonal und auch Ärzte sich ein Stück weit auf diese Klangwelten einlassen würden und die Durchsetzung ihrer Instruktion - also jetzt muss die Spritze im Moment gegeben werden, so ein ganz klein bisschen aufweichen und so ein bisschen locker lassen von dieser inneren Anspannung. Und vielleicht auch einmal mitsingen würden. Das ist aber sicher sehr schwer zu erreichen. "
Völlig offen ist außerdem die Frage, wer die Musik bezahlen soll. Vermutlich, so Hager, werden die Krankenkassen keinen Cent dazubezahlen. So blicken die vier ersten Krankenhausmusiker Deutschlands, die in wenigen Wochen ihr Examen machen, einer ungewissen Zukunft entgegen.