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StartseiteCorsoWilfried Schmickler über das Ende einer Ära18.12.2020

"Mitternachtsspitzen" beim WDRWilfried Schmickler über das Ende einer Ära

Nach 28 Jahren ist Schluss: Wilfried Schmickler, Uwe Lyko und Jürgen Becker verlassen die "Mitternachtsspitzen" im WDR. Das, was man heute als politisch korrekt denunziere, hätten die drei Kabarettisten immer als Maxime ihrer Bühnenprogramme gesehen, erklärte Schmickler im Dlf.

Wilfried Schmickler im Corsogespräch mit Christoph Reimann

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Der Kabarettist Wilfried Schmickler steht an der Stadtmauer. (picture alliance / dpa / Oliver Berg)
Schmickler will nach 28 Jahren Platz machen für neue Köpfe bei den "Mitternachtsspitzen" (picture alliance / dpa / Oliver Berg)
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"Wir gehen, weil wir uns haben überzeugen lassen, dass es Zeit wird, einen Wechsel in der Sendung herbeizuführen", sagte Wilfried Schmickler über den Abschied aus den "Mitternachtsspitzen". Die Kabarett-Sendung ist die älteste ihrer Art im deutschen Fernsehen. Seit 1992 gehört Schmickler neben Uwe Lyko und Jürgen Becker zum Kern der WDR-Sendung. Oft sind er und seine Kollegen in fremde Rollen geschlüpft, traten als Angela Merkel, Loki und Helmut Schmidt oder als das Duo Spitz und Spitz auf.

Die Grundlagen der politischen Korrektheit

Der Humor habe sich nicht geändert, sagte Wilfried Schmickler mit Blick auf die zurückliegenden 28 Jahre. Was sich verändert habe, sei die Stimmung in der Bevölkerung. Der Ton sei rauer und aggressiver geworden. "Das hat sich so entwickelt. Darauf haben wir in den letzten Jahren auch sehr viel mehr Bezug genommen als auf konkrete tagespolitische Ereignisse."

Es gebe nur wenige Inhalte, die Schmickler und seine Kollegen heute nicht mehr in dieser Form aufführen würden. "Weil wir immer versucht haben, das, was man heute denunziert als politisch korrekt, als Maxime für unser Handeln und Sprechen aufrechtzuerhalten", sagte der Kabarettist im Dlf. "Wir haben immer versucht, die Grundlagen der politischen Korrektheit zu befolgen und dementsprechend unsere Beiträge zu gestalten. Daran hat sich auch bis heute nichts geändert."

Dem Kabarett treu bleiben 

Dem Kabarett möchte Wilfried Schmickler auch nach seinem Ausscheiden bei den "Mitternachtsspitzen" treu bleiben, ebenso möchten Jürgen Becker und Uwe Lyko weiter auftreten: "Unser Kerngeschäft ist ja das Auftreten vor Publikum. Und wir werden natürlich weiter Programme machen, weiter auf Tour gehen – wenn es dann irgendwann wieder möglich ist." Auch für das Radio werde Schmickler weiter arbeiten.

Schmickler, Becker und Lyko verabschieden sich mit einer Abschiedsshow aus den "Mitternachtsspitzen". Danach soll die Sendung mit einem neuen Team fortgeführt werden.

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