Ausladen, aufblasen, fertig und hinein und sich auf einen der ebenfalls aufgeblasenen Sitze setzen und aus dem kreisrunden Bullaugenfester hinausschauen. Auf die Mars- oder die Mondoberfläche. So sehen Daniele Bedinis Raumfahrtträume aus. Der Architekt leitet in Florenz ein Institut, das sich mit dem Design und der Funktionstüchtigkeit von Wohn- und Arbeitsmodulen für die Raumfahrt beschäftigt:
"Wir sind gerade dabei, eine Kapsel zu testen, die sich wirklich sehr einfach aufbauen lässt. Diese Tests werden in Turin, im italienischen Raumfahrtunternehmen Alenia durchgeführt. Dort hat man ein mondähnliches Ambiente nachgebaut. Mit Druckverhältnissen, wie sie auf dem Erdtrabanten anzutreffen sind."
Daniele Bedini interessiert sich vor allem für die so genannte "inflatable technology", wie man die Technik für sich selbst entfaltende Objekte nennt. Diese Module für die Raumfahrt bauen sich selbst auf - wie man das zum Beispiel von Sonnensegeln her kennt, die, kompakt und Platz sparend ins All transportiert, sich dort selbst entfalten, aufbauen. Im Gegensatz zu den bisher gebräuchlichen aufblasbaren Modulen bieten die Raumkapseln aus Italien zusätzlich andere Vorteile: sie sind nicht nur leicht, sondern auch sicherer als andere gebräuchliche Strukturen. Selbst kleinere Kometen-Einschläge sollten sie aushalten. Jedes Modul hat einen Durchmesser von 3,5 Metern und ist 2,5 Meter hoch. Mit einem Türsystem können Bedini’s Wohn- und Arbeitsräume an vorhandene Struckturen zum Beispiel der Internationalen Raumstation verbunden werden. Der wesentliche Unterschied zu anderen inflatable structures für die Raumfahrt besteht in der Zusammensetzung der Außenwände, erklärt Architekt Bedini:
"Das ist eine Neuheit, denn die sich aufblähenden Wände bestehen aus insgesamt 18 Schichten. Wir nennen diese Schichtwände pneumatische Membranen. Sie garantieren Festigkeit und Lichtbeständigkeit. Auch extrem hohen Drücken halten sie stand. So eine Wand ist qualitativ noch effizienter als die bisher genutzten Aluminium-Lithium-Legierungen, aus denen die internationalen Raumfahrtstationen gebaut sind."
Die Wände der Module sind eine Art Sandwich aus 18 übereinander liegenden Schichten verschiedener Keramikfasern. Es handelt sich um Materialien, die seit Jahren in verschiedenen Raumfahrtbereichen Anwendung finden. Jede der Fasern erfüllt eine bestimmte Aufgabe. Die Keramikfaser Mylar zum Beispiel dient der Wärmeisolierung. Kevlar und Kapton garantieren, dass der Innendruck eines Moduls konstant wird. Die Zusammenfassung 18 verschiedener Keramikfasern macht die Modulwände auch so stabil, dass sie kleinere Meteoriten problemlos aushalten können. Während des Transports von der Erde ins All oder auf einen Planeten sind die zukünftigen Wände der Module zusammengefaltet. In diesem kompakten Zustand haben sie eine Dicke von nur fünf Zentimeter. Aus dieser schmalen Wandmembrane wird bei Sonnenscheineinwirkung eine 30 Zentimeter breite Wand. Daniele Bedini:
"Verschiedene Schichten der Wandmembran polymerisieren, wenn sie der Sonne ausgesetzt werden. Das heißt sie blähen sich auf und werden dick. Die Polymerisation ist ein Vorgang, bei dem durch eine Initialzündung wie eine Strahlung, eine Kettenreaktion ausgelöst wird, an deren Ende Makromoleküle entstehen. Aus einer dünnen wird eine dicke Fläche. Dick und stabil wie Stahlbeton."
Daniele Bedini ist Designer mit Lehrauftrag an der Raumfahrtuniversität in Strassburg. Sein Interesse gilt deshalb auch den Möbeln, der Inneneinrichtung von Wohn- und Arbeitsbereichen im Weltall. Für die neuen Module entwarf er Sitze und Tische, Ablagen und Schränke. Sämtliche Möbel sind integrierte Teile eines Moduls. Wenn sich solch ein Modul aufbläht, werden nicht nur die Außenwände hart, sondern auch die Möbel. Dann müssen die Astronauten nur noch Luftkissen auf die Sitze legen, um bequem sitzen zu können.
"Wir sind gerade dabei, eine Kapsel zu testen, die sich wirklich sehr einfach aufbauen lässt. Diese Tests werden in Turin, im italienischen Raumfahrtunternehmen Alenia durchgeführt. Dort hat man ein mondähnliches Ambiente nachgebaut. Mit Druckverhältnissen, wie sie auf dem Erdtrabanten anzutreffen sind."
Daniele Bedini interessiert sich vor allem für die so genannte "inflatable technology", wie man die Technik für sich selbst entfaltende Objekte nennt. Diese Module für die Raumfahrt bauen sich selbst auf - wie man das zum Beispiel von Sonnensegeln her kennt, die, kompakt und Platz sparend ins All transportiert, sich dort selbst entfalten, aufbauen. Im Gegensatz zu den bisher gebräuchlichen aufblasbaren Modulen bieten die Raumkapseln aus Italien zusätzlich andere Vorteile: sie sind nicht nur leicht, sondern auch sicherer als andere gebräuchliche Strukturen. Selbst kleinere Kometen-Einschläge sollten sie aushalten. Jedes Modul hat einen Durchmesser von 3,5 Metern und ist 2,5 Meter hoch. Mit einem Türsystem können Bedini’s Wohn- und Arbeitsräume an vorhandene Struckturen zum Beispiel der Internationalen Raumstation verbunden werden. Der wesentliche Unterschied zu anderen inflatable structures für die Raumfahrt besteht in der Zusammensetzung der Außenwände, erklärt Architekt Bedini:
"Das ist eine Neuheit, denn die sich aufblähenden Wände bestehen aus insgesamt 18 Schichten. Wir nennen diese Schichtwände pneumatische Membranen. Sie garantieren Festigkeit und Lichtbeständigkeit. Auch extrem hohen Drücken halten sie stand. So eine Wand ist qualitativ noch effizienter als die bisher genutzten Aluminium-Lithium-Legierungen, aus denen die internationalen Raumfahrtstationen gebaut sind."
Die Wände der Module sind eine Art Sandwich aus 18 übereinander liegenden Schichten verschiedener Keramikfasern. Es handelt sich um Materialien, die seit Jahren in verschiedenen Raumfahrtbereichen Anwendung finden. Jede der Fasern erfüllt eine bestimmte Aufgabe. Die Keramikfaser Mylar zum Beispiel dient der Wärmeisolierung. Kevlar und Kapton garantieren, dass der Innendruck eines Moduls konstant wird. Die Zusammenfassung 18 verschiedener Keramikfasern macht die Modulwände auch so stabil, dass sie kleinere Meteoriten problemlos aushalten können. Während des Transports von der Erde ins All oder auf einen Planeten sind die zukünftigen Wände der Module zusammengefaltet. In diesem kompakten Zustand haben sie eine Dicke von nur fünf Zentimeter. Aus dieser schmalen Wandmembrane wird bei Sonnenscheineinwirkung eine 30 Zentimeter breite Wand. Daniele Bedini:
"Verschiedene Schichten der Wandmembran polymerisieren, wenn sie der Sonne ausgesetzt werden. Das heißt sie blähen sich auf und werden dick. Die Polymerisation ist ein Vorgang, bei dem durch eine Initialzündung wie eine Strahlung, eine Kettenreaktion ausgelöst wird, an deren Ende Makromoleküle entstehen. Aus einer dünnen wird eine dicke Fläche. Dick und stabil wie Stahlbeton."
Daniele Bedini ist Designer mit Lehrauftrag an der Raumfahrtuniversität in Strassburg. Sein Interesse gilt deshalb auch den Möbeln, der Inneneinrichtung von Wohn- und Arbeitsbereichen im Weltall. Für die neuen Module entwarf er Sitze und Tische, Ablagen und Schränke. Sämtliche Möbel sind integrierte Teile eines Moduls. Wenn sich solch ein Modul aufbläht, werden nicht nur die Außenwände hart, sondern auch die Möbel. Dann müssen die Astronauten nur noch Luftkissen auf die Sitze legen, um bequem sitzen zu können.