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Mondsichel und Gasriese

Bei freiem Blick zum Osthorizont können Sie morgen früh gegen halb fünf ein wunderschönes kosmisches Duo beobachten: Die Mondsichel zeigt sich in der Dämmerung und etwas links unter ihr leuchtet Jupiter. Der Gasriese taucht nach längerer Abwesenheit nun wieder am Morgenhimmel auf.

Von Dirk Lorenzen |
    Als Galileo Galilei vor mehr als vierhundert Jahren erstmals ein Teleskop auf diese beiden Himmelskörper gerichtet hat, war das Staunen groß: Der Mond präsentierte sich als große Kugel mit Bergen und Kratern. Er war alles andere als ein perfekter Gott, wie viele bis dahin geglaubt hatten.

    Was das Fernrohr bei Jupiter zeigte, war noch überraschender. Der helle Planet hatte vier Lichtpunkte neben sich, die Abend für Abend ihre Stellung wechselten. Galilei war schnell klar, dass er vier Monde des Jupiter entdeckt hatte.

    Das widersprach völlig dem damals vor allem von der Kirche propagierten Weltbild, nach dem die Erde im Zentrum aller Bewegungen stünde. Das konnte nicht mehr stimmen: Denn diese vier Monde umkreisten eindeutig nicht die Erde, sondern Jupiter.

    Vielleicht krempeln zwei dieser Monde bald wieder unsere Sicht auf den Kosmos völlig um. Denn die Monde Europa und Ganymed gelten als Körper, die womöglich einen Ozean aus flüssigem Wasser unter ihrem Eispanzer verstecken.

    Die NASA schickt in den kommenden Jahren zwei Forschungssonden zum Jupiter. Sie werden nicht direkt nach Leben in den Ozeanen suchen, aber sie sollen klären, wie lebensfreundlich die Bedingungen dort wirklich sind.

    Achten Sie morgen früh auf die Mondsichel und Jupiter - den Planeten, der vielleicht zwei belebte Monde hat.


    Mondbilder der NASA-Mission LRO

    NASA-Bilder vom Jupiter und seinen Monden