" Studien haben erwiesen, dass türkische Studierende länger studieren und auch mit einem schlechteren Abschluss die Hochschule verlassen."
Und zwar als ihre deutschen Kommilitonen. Die frischgebackene Betriebswirtschaftlerin Funda Elmaz weiß nur allzu gut, dass diese Studien stimmen. Deswegen hat die Absolventin der Hochschule Bremen sich - gemeinsam mit anderen türkischstämmigen Studierenden - für die Gründung des ersten Türkisch-Deutschen Wirtschaftsinstituts stark gemacht. TD-WIN - so der Name - soll unter anderem die Berufschancen für Akademiker aus Migrantenfamilien verbessern. Auch die Professorin Desiree Kamm versteht das als einen Zweck des neuen Bremer Instituts:
" Wir haben zum Beispiel vor, nächstes Jahr eine große Fachtagung zu den Karrierechancen von Migranten-Auszubildenden und -Studierenden zu machen. Der zweite größere Baustein ist natürlich die Unterstützung unserer Studierenden, die sicherlich die Kontakte auch zu Firmen benötigen und, und, und. ."
Sechs größere Betriebe sitzen bei TD-WIN mit im Boot - vom Textilunternehmen und einer türkischen Feinkostkette über Logistiker bis hin zur Unternehmensberatung. Die Firmen wollen zum Beispiel Praktikumsplätze einbringen, erhoffen sich aber auch Antworten auf betriebswirtschaftliche Fragen, sagt Desiree Kamm:
"Zum Beispiel das Erstellen von Marktanalysen. Die Fragestellung von Cross-Culture-Marketing, die ja eine spannende Frage ist. Organisationsanalysen vorzunehmen. Spezifika vielleicht herauszuarbeiten zwischen deutschen und türkischen Unternehmen."
Auch die Yeditepe- und die Galatasaray-Universität in Istanbul beteiligen sich an dem Projekt. Neben der Forschung finden dort Sommerprogramme statt. Sie sollen den Brückenschlag zwischen den Kulturen erleichtern.
" Das ist sehr wichtig für die Studierenden. Selbst wenn man mit einem türkischen Hintergrund kommt, heißt das noch lange nicht, dass man die türkische Wirtschaftssprache perfekt sprechen kann. Und zukünftig wird sicherlich die Türkei ein Partner sein bei Arbeitsplätzen für unsere Studierenden."
So hofft auch Funda Elmaz, dass TD-WIN zum Jobmotor werden könnte - für sie und ihre Kommilitonen:
" Sicherlich kann ich davon profitieren. Weil eine Säule des Instituts ist ja ein Mentorenprogramm, was speziell für die türkischstämmigen Studierenden angeboten wird. Und wir möchten Praxiskontakte vermitteln. Das sind zwei Faktoren, die auf jeden Fall dazu führen können, dass Studierende ihre Karrieremöglichkeiten erhöhen."
Erstmals stehen wirtschaftliche Fragestellungen bei einem wissenschaftlichen Institut im Mittelpunkt, das sich mit deutsch-türkischen Beziehungen beschäftigt. Der Ökonomieprofessor Cemil Kivanc von der Istanbuler Yeditepe Universität glaubt, dass davon Handel und Unternehmen in beiden Ländern profitieren:
" Das wird eine große Chance - auch für mittelständische deutsche Unternehmen, die noch nicht in der Türkei Fuß gefasst haben, obwohl sie das wollen. Eine Zentralstelle vielleicht ... der Hoffnung bin ich."
Denn seit vielen Jahren zählen deutsche Firmen zu den größten ausländischen Investoren in der Türkei. Andererseits gibt es in Deutschland rund 60.000 Unternehmer mit türkischem Pass. Diese stellen 300.000 Arbeitsplätze- und das längst nicht mehr nur in ökonomischen Nischen, wie das Institut TD-WIN vorrechnet. Gute Perspektiven sieht deshalb Professor Kivanc für die mehr als 5000 türkischstämmigen Studierenden hier zu Lande.
" Es gibt hervorragend ausgebildete junge Türken, die hier - als Fachleute sogar - mit den türkischen Firmen Kontakte aufnehmen und dort arbeiten können. Also das ist ein großes Potenzial, aber das muss man erst mal in Bewegung setzen."
Genau das hat das Bremer Institut nun vor. So könnte die Binationalität - bislang eher ein Hindernis auf dem Weg zum Managersessel - vielleicht doch noch zur Chance werden.
Und zwar als ihre deutschen Kommilitonen. Die frischgebackene Betriebswirtschaftlerin Funda Elmaz weiß nur allzu gut, dass diese Studien stimmen. Deswegen hat die Absolventin der Hochschule Bremen sich - gemeinsam mit anderen türkischstämmigen Studierenden - für die Gründung des ersten Türkisch-Deutschen Wirtschaftsinstituts stark gemacht. TD-WIN - so der Name - soll unter anderem die Berufschancen für Akademiker aus Migrantenfamilien verbessern. Auch die Professorin Desiree Kamm versteht das als einen Zweck des neuen Bremer Instituts:
" Wir haben zum Beispiel vor, nächstes Jahr eine große Fachtagung zu den Karrierechancen von Migranten-Auszubildenden und -Studierenden zu machen. Der zweite größere Baustein ist natürlich die Unterstützung unserer Studierenden, die sicherlich die Kontakte auch zu Firmen benötigen und, und, und. ."
Sechs größere Betriebe sitzen bei TD-WIN mit im Boot - vom Textilunternehmen und einer türkischen Feinkostkette über Logistiker bis hin zur Unternehmensberatung. Die Firmen wollen zum Beispiel Praktikumsplätze einbringen, erhoffen sich aber auch Antworten auf betriebswirtschaftliche Fragen, sagt Desiree Kamm:
"Zum Beispiel das Erstellen von Marktanalysen. Die Fragestellung von Cross-Culture-Marketing, die ja eine spannende Frage ist. Organisationsanalysen vorzunehmen. Spezifika vielleicht herauszuarbeiten zwischen deutschen und türkischen Unternehmen."
Auch die Yeditepe- und die Galatasaray-Universität in Istanbul beteiligen sich an dem Projekt. Neben der Forschung finden dort Sommerprogramme statt. Sie sollen den Brückenschlag zwischen den Kulturen erleichtern.
" Das ist sehr wichtig für die Studierenden. Selbst wenn man mit einem türkischen Hintergrund kommt, heißt das noch lange nicht, dass man die türkische Wirtschaftssprache perfekt sprechen kann. Und zukünftig wird sicherlich die Türkei ein Partner sein bei Arbeitsplätzen für unsere Studierenden."
So hofft auch Funda Elmaz, dass TD-WIN zum Jobmotor werden könnte - für sie und ihre Kommilitonen:
" Sicherlich kann ich davon profitieren. Weil eine Säule des Instituts ist ja ein Mentorenprogramm, was speziell für die türkischstämmigen Studierenden angeboten wird. Und wir möchten Praxiskontakte vermitteln. Das sind zwei Faktoren, die auf jeden Fall dazu führen können, dass Studierende ihre Karrieremöglichkeiten erhöhen."
Erstmals stehen wirtschaftliche Fragestellungen bei einem wissenschaftlichen Institut im Mittelpunkt, das sich mit deutsch-türkischen Beziehungen beschäftigt. Der Ökonomieprofessor Cemil Kivanc von der Istanbuler Yeditepe Universität glaubt, dass davon Handel und Unternehmen in beiden Ländern profitieren:
" Das wird eine große Chance - auch für mittelständische deutsche Unternehmen, die noch nicht in der Türkei Fuß gefasst haben, obwohl sie das wollen. Eine Zentralstelle vielleicht ... der Hoffnung bin ich."
Denn seit vielen Jahren zählen deutsche Firmen zu den größten ausländischen Investoren in der Türkei. Andererseits gibt es in Deutschland rund 60.000 Unternehmer mit türkischem Pass. Diese stellen 300.000 Arbeitsplätze- und das längst nicht mehr nur in ökonomischen Nischen, wie das Institut TD-WIN vorrechnet. Gute Perspektiven sieht deshalb Professor Kivanc für die mehr als 5000 türkischstämmigen Studierenden hier zu Lande.
" Es gibt hervorragend ausgebildete junge Türken, die hier - als Fachleute sogar - mit den türkischen Firmen Kontakte aufnehmen und dort arbeiten können. Also das ist ein großes Potenzial, aber das muss man erst mal in Bewegung setzen."
Genau das hat das Bremer Institut nun vor. So könnte die Binationalität - bislang eher ein Hindernis auf dem Weg zum Managersessel - vielleicht doch noch zur Chance werden.