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München 2018 mit Finanzproblemen

Nur drei Monate noch bis zum Olympia-Entscheid, die Zeit wird knapp: Die Münchner Winterspielbewerber für 2018 haben große Not, ihr 33-Millionen-Euro-Budget zu finanzieren.

Von Thomas Kistner | 16.03.2011

Laut bayerischer Staatskanzlei, auf Anfrage der Landtagsgrünen, betrug Anfang März der Finanzbedarf rund 9,6 Millionen Euro. Doch sollen in den 14 Tagen seither laut Olympiabewerber weitere 2,7 Millionen Euro angekündigt worden sein - von neuen Sponsoren. Allerdings seien diese Zusagen zum Teil nur mündlich erfolgt. Rechnet man die versprochenen Beträge ein, hat die GmbH seit Juli 2010 nur rund 3,2 Millionen an Geld- und Sachleistungen eingetrieben. Trotzdem heißt es hoffnungsfroh in der Staatskanzlei, die GmbH würde ihr Budget voll aus der Privatwirtschaft erwirken können.

Dem Wunsch einer rein privaten Finanzierung steht jedoch deutlich der Umstand entgegen, dass schon unter den bisherigen Sponsoren viele zumindest halbstaatliche sind. Dieses Spektrum reicht von der Münchner Messe und der Flughafen GmbH bis zur Lottogesellschaft Bayern, die rund zwei Millionen Euro und Sachleistungen beisteuert, wie es heißt.

Die Finanzlage alarmiert nun die Olympiagegner. Ludwig Hartmann, Grünen-Landtagsabgeordneter, will notfalls mit juristischer Hilfe klären, wo die fehlenden rund sieben Millionen in den letzten paar Monaten herkommen sollen- andernfalls will er das Eingeständnis hören, dass, wie befürchtet, für München 2018 ganz erheblich der Steuerzahler geradestehen müsse.


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Katarina Witt, Vorsitzende des Münchner Olympia-Bewerbungskuratoriums
Katarina Witt, Vorsitzende des Münchner Olympia-Bewerbungskuratoriums (picture alliance / dpa)
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Die "Olympia 2018"-Botschafterin, die frühere Eiskunstläuferin Katarina Witt (AP)