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Museum der Weltkultur(en)Die Zukunft außer-europäischer Sammlungen

Ethnologische Sammlungen werden derzeit in vielen deutschen Museen einer Sichtung, Bewertung und Interpretation unterzogen. Auch das Humboldt-Forum will bei seinen Ausstellungsobjekten die Geschichte ihrer Herkunftsländer mit erzählen. Welche Zukunft haben also ethnografische Sammlungen? Der Ethnologe Hans Peter Hahn im Gespräch.

Hans Peter Hahn im Gespräch mit Karin Fischer | 12.06.2016

Boote der Bewohner von Südseeinseln stehen in der großen Bootshalle der Südsee-Abteilung des Ethnologischen Museums in Berlin.
Große Bootshalle der Südseeabteilung des Ethnologischen Museums Berlin-Dahlem. (picture alliance / ZB / Jan Woitas)
Die Hülle des Humboldt-Forums in Berlin ist fertig. An der Konzeption für die Präsentation der außereuropäischen Sammlungen im neuen Museum im Berliner Schloss wird aber noch gearbeitet. Zentraler Gedanke dabei ist der Dialog: Man will die Objekte neu und anders zum Sprechen bringen, indem man die Geschichte ihrer Herkunftsländer und -kulturen mit erzählt.
Die Artefakte und Kulturschätze aus den ethnografischen Sammlungen werden nicht nur in Berlin, sondern in vielen deutschen Sammlungen einer Sichtung, Bewertung und Interpretation unterzogen. Das Erbe des Kolonialismus wiegt schwer und soll aufgearbeitet werden. Gleichzeitig gibt es immer wieder Forderungen aus den Herkunftsländern nach einer Rückgabe der kulturellen Objekte.
Hans Peter Hahn ist Professor für Ethnologie an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Humboldt-Forums. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf den Ländern Westafrikas. Karin Fischer hat ihn zur Zukunft der ethnografischen Sammlungen und zur Perspektive von Ethnologen aufs Humboldt-Forum befragt.
Das Gespräch können Sie nach Ausstrahlung mindestens sechs Monate in unserer Mediathek nachhören.