Sonntag, 26. Juni 2022

Archiv

Musik und Fragen zur Person
Der Übersetzer Moshe Kahn

Er ist einer der großen Vermittler italienischer und deutscher Geisteswelten: Der Übersetzer Moshe Kahn sollte Bankier werden, entschied sich aber für die Literatur.

Im Gespräch mit Joachim Scholl | 20.01.2019

Der Übersetzer Moshe Kahn in seiner Wohnung in Berlin
Der Übersetzer Moshe Kahn in seiner Wohnung in Berlin (Foto: Benjamin Geissler)
Geboren 1942 in Düsseldorf, entkam Moshe Kahn mit seinen Eltern der NS-Verfolgung nur knapp. Nach Kindheit und Jugend in der Schweiz studierte er in Deutschland, Italien und Israel, wurde in Altorientalistik promoviert. Italien wurde bald zur zweiten Heimat, Moshe Kahn arbeitete für den Regisseur Luchino Visconti, als Dozent in Rom und Catania.
Paul-Celan-Preis für Kahns Lebenswerk
Als Übersetzer übertrug er Paul Celan ins Italienische; den größten Ruhm errang Moshe Kahn mit seiner Übersetzung des Romans "Horycynus Orca", ein 1.400-Seiten-Werk von Stefano d’Arrigo, das bis dahin als unübersetzbar galt. Für sein Lebenswerk wurde Moshe Kahn 2015 mit dem Paul-Celan-Preis ausgezeichnet.