Sonntag, 22. Mai 2022

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Musik und Fragen zur Person
Die Medizinhistorikerin Barbara Duden

"Ich wollte den Leuten immer unter die Haut", sagt Barbara Duden. Sie gilt als Begründerin der Körpergeschichte, ein Fach, in dem es darum geht, dem körperlichen Empfinden nachzuspüren. Dudens Quellen sind historische Arztprotokolle, Befragungen oder anatomische Zeichnungen. Schwerpunkte ihrer Arbeit: Genderforschung und der weibliche Körper.

Im Gespräch mit Marietta Schwarz | 28.05.2017

Portrait Barbara Duden, schwarz-weiß
Portrait Barbara Duden © Rosa-Frank.com (Rosa-Frank.com)
Anhand ihrer Quellen weist Duden nach, wie sich der Blick auf den Körper, das Verhältnis von Arzt und Patient und die eigene Wahrnehmung verändert haben.
Barbara Duden wurde 1942 geboren, ihr Urgroßvater war der Sprachforscher Konrad Duden, sie wuchs als Kind mit ihrer Zwillingsschwester in Bayern auf, war in den 1970er-Jahren in der Frauenbewegung aktiv und gründete u.a. die Zeitschrift "Courage". Sie lehrte Frauen- und Geschlechterforschung sowie Medizinhistorie in den USA, Frankreich, Deutschland und Österreich. Ihre Erforschung des körperlichen Empfindens von Frauen im 18./19. Jahrhundert machte sie bekannt.
Der modernen Medizin steht sie äußerst skeptisch gegenüber, in der es, so Duden, stets um Klassifikation und kaum darum geht, auf die individuellen Belange des Patienten einzugehen.