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StartseiteDossierMythos oder Menetekel?07.04.2006

Mythos oder Menetekel?

Der Streit um die Folgen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl

Am 26. April 1986 explodierte Block vier des Kernkraftwerkes von Tschernobyl. Es war die größte Katastrophe bei der zivilen Nutzung der Kernenergie. Radioaktive Elemente wie Jod-131 verdampften, und der Wind trieb sie über halb Europa. Die beiden anderen wichtigen Nuklide der Tschernobyl-Havarie bleiben länger erhalten: Cäsium-137 und Strontium-90 haben Halbwertzeiten von rund 30 Jahren. Das Strontium haftete an Partikeln aus Nuklearbrennstoff, die beim Brand aus dem Reaktor geschleudert wurden und sich als radioaktiver Staub verteilten.

Von Dagmar Röhrlich

Blick in den Kontrollraum der Reaktoranlage in Tschernobyl (AP)
Blick in den Kontrollraum der Reaktoranlage in Tschernobyl (AP)

Von Tausenden Toten in der Unglücksregion ist bald die Rede, von zehntausenden Strahlenopfern, vor allem unter den Kindern. Während westliche Experten die Zahlen der Krebserkrankungen und Todesfälle als Folge der radioaktiven Verseuchung immer wieder anzweifeln, wehren sich Betroffene, Wissenschaftler, Ärzte und Bürgerinitiativen gegen eine Verharmlosung und Vertuschung der Folgen des nuklearen GAU. Im September 2005 findet in Wien das Tschernobylforum der Weltgesundheitsorganisation WHO statt. Von Zehntausenden Opfern spricht hier keiner: die WHO rechnet mit insgesamt 4000 Toten infolge der radioaktiven Strahlung. Fast 20 Jahre nach dem Unfall müsse man bei den Folgen von Tschernobyl umdenken, so die Botschaft aus Wien. 20 Jahre nach Tschernobyl - wie sehen die Erfahrungen und Lehren für die Zukunft aus?

Das Manuskript zur Sendung finden Sie in der Rubrik "Downloads".

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