Kultur
Nach Absage: Autor Semsrott und Stadt Magdeburg einigen sich auf Lesung

In Magdeburg darf nun doch eine Lesung des Autors Arne Semsrott in der Stadtbibliothek stattfinden. Semsrott und die Stadt einigten sich auf eine Matinee am 6. Juni, wie der Autor der "Zeit" mitteilte. Zuvor sollte die Lesung in ein Kulturzentrum verlegt werden. Semsrott vermutete dahinter politische Einflussnahme.

    Arne Semsrott bei der Digitalmesse Re:publica im Mai 2026
    Arne Semsrott hatte der Stadtverwaltung Magdeburg Einknicken vor politischem Druck der AfD vorgeworfen. (picture alliance / dts-Agentur / dts Nachrichtenagentur GmbH)
    Der Journalist und Demokratie-Aktivist Semsrott hatte ursprünglich eine Lesung in der Stadtbibliothek Magdeburg aus seinem neuen Buch über die Macht der Zivilgesellschaft geplant. Dass er aus der Bibliothek wieder ausgeladen wurde, sorgte für eine Debatte über die Autonomie der Kultur in Sachsen-Anhalt. Magdeburgs Kulturausschuss, die Linke im Landtag Sachsen-Anhalt als auch die Schriftstellervereinigung PEN Berlin äußerten sich kritisch.
    Semsrott warf der Stadtverwaltung daraufhin vor, das Ganze sei auf politischen Druck vonseiten der AfD erfolgt - was die parteilose Oberbürgermeisterin Borris bestritt. Dass er jetzt doch in der Stadtbibliothek auftreten darf, wertet Semsrott als "wahnsinnig wichtiges Zeichen". Es zeigt seiner Meinung nach, dass öffentlicher Druck wirkt.
    Diese Nachricht wurde am 29.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.