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Nach Anschlägen in DresdenForscherin fordert Polizeischutz für Moscheen in einigen Regionen

Die Ethnologin Susanne Schröter sagte im DLF, in Regionen, in denen rechtsradikale Gruppierungen bereits in Erscheinung getreten seien - wie beispielsweise in Dresden - würde sie den polizeilichen Schutz von Moscheen befürworten. Allerdings solle man "nicht in Hysterie verfallen" und alle Moscheen unter Polizeischutz stellen.

Susanne Schröter im Gespräch mit Gerald Beyrodt | 28.09.2016

Teilnehmer halten in Dresden eine Mahnwache vor der Fatih-Moschee.
Trotz Dresden: Anschläge auf Moscheen seien zahlenmäßig sehr viel geringer als Anschläge auf Flüchtlingsheime, so die Islamwissenschaftlerin Susanne Schröter. (dpa-picture-alliance, Sebastian Kahnert)
Die Ethnologin Susanne Schröter sagte, in Regionen, in denen rechtsradikale Gruppierungen aktiv seien, sei erhöhte Wachsamkeit angesagt. Von einem flächendeckenden Polizeischutz für Moscheen hielte sie aber nichts. Anschläge auf Moscheen seien zahlenmäßig beispielsweise sehr viel geringer als Anschläge auf Flüchtlingsheime.
"Anschläge sind eine radikale Form einer allgemeinen radikalen Einstellung", so Schröter. Islamfeindliche Einstellungen seien kein rein ostdeutsches Problem. Jedoch gebe es gerade in Ostdeutschland wenig Berührungspunkte der lokalen Bevölkerung mit Muslimen. Dort finde häufig eine "Dämonisierung mangels realer Erfahrungen mit Muslimen" statt.
Den "Tag der offenen Moschee" am 3. Oktober hält Schröter für "eine sehr gute Idee", die noch mehr beworben werden müsste, um einen Dialog zwischen Bevölkerung, Kommunen und Muslimen herzustellen.
Das vollständige Gespräch mit Susanne Schröter können Sie als Audio-on-Demand hören.