Sonntag, 02. Oktober 2022

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Nach der Tönnies-Affäre
Schalker Ehrenrätin tritt zurück

Kornelia Toporzysek ist als Mitglied des Schalker Ehrenrats zurückgetreten. Die Richterin nahm in ihrer Erklärung keinen Bezug auf die rassistischen Äußerungen von Aufsichtsratschef Clemens Tönnies, dennoch wird der nachsichtige Umgang des Ehrenrats mit dem Fall als Grund für den Rückzug vermutet.

Von Andrea Schültke | 17.09.2019

Fans des FC Schalke 04 halten beim Pokalspiel in Drochtersen/Assel Plakate gegen Clemens Tönnies mit der Aufschrift "Wir zeigen Rassismus die Rote Karte".
Schalker Fanproteste nach den rassistischen Äußerungen von Aufsichtsratschef Tönnies (augenklick / firo Sportphoto / picture alliance)
In einem nicht öffentlichen Tweet bedankt sich Kornelia Toporzysek für das Vertrauen. Die Richterin am Düsseldorfer Oberlandesgericht schreibt weiter: Sie glaube nicht mehr daran, dass die vereinsinternen Strukturen eine ihrem Amtsverständnis entsprechende Erfüllung der Aufgaben des Ehrenrats zuließen.
Rassismus-Vorwurf laut Ehrenrat unbegründet
Der FC Schalke 04 bestätigte den Rücktritt. Der Ehrenrat besteht nun aus vier Männern. Das Gremium war im Zusammenhang mit seiner Entscheidung zu den rassistischen Äußerungen von Schalke-Präsident Clemens Tönnies in die Kritik geraten. Tönnies hatte danach vorgeschlagen als Folge der Entgleisung sein Amt für drei Monate ruhen zu lassen. Dem war der Ehrenrat gefolgt, hatte von härteren Sanktionen abgesehen und einen Rassismus-Vorwurf für unbegründet gehalten. Auch die Ethikkommission des Deutschen Fußball-Bundes hatte Ende August auf ein Verfahren gegen Tönnies verzichtet.
Toporzysek nennt Namen Tönnies nicht
In ihrer Erklärung erwähnt Kornelia Toporzysek den Namen Tönnies nicht. Allgemein wird aber ein Zusammenhang mit dem Verhalten des Ehrenrates und dem Rückzug der Richterin aus diesem Gremium angenommen.