Autozölle
Nach Drohung von Trump: EU kündigt Treffen mit US-Handelsvertreter an

Nach der Drohung von US-Präsident Trump, die Zölle für Fahrzeuge aus der EU auf 25 Prozent zu erhöhen, drängen zahlreiche EU-Mitgliedsländer auf einen baldigen Abschluss des Handelsabkommens mit den USA. Bereits morgen will sich EU-Kommissar Sefcovic mit dem US-Handelsbeauftragten Greer treffen.

    Der EU-Kommissar für Handel und Wirtschaftliche Sicherheit, Maros Sefcovic, sitzt hinter einem Rednerpult. Vor ihm steht sein Namensschild, hinter ihm an der Wand zu sehen ist das Logo der EU.
    Der EU-Kommissar für Handel und Wirtschaftliche Sicherheit, Maros Sefcovic (AFP / JEAN-CHRISTOPHE VERHAEGEN)
    Laut einem Sprecher der EU-Kommission könnte das Treffen am Rande des G7-Gipfels in Paris stattfinden. Dabei solle es um die Umsetzung der Absprachen zum Handelsabkommen aus dem vergangenen Sommer gehen. Sollten die USA Maßnahmen ergreifen, die nicht mit den Absprachen vereinbar seien, halte man sich Optionen offen, um EU-Interessen zu schützen, erklärte der Sprecher.
    Trump hatte am Freitag eine Anhebung der US-Zölle auf Autos und Lastwagen aus der EU von 15 auf 25 Prozent angekündigt und behauptet, die Europäische Union halte das vereinbarte Handelsabkommen mit den USA nicht ein. Das Abkommen muss vom EU-Parlament und den Mitgliedsstaaten noch gebilligt werden.

    Söder: EU-Parlament muss US-Abkommen schnell ratifizieren

    CSU-Chef Söder forderte vom EU-Parlament mehr Tempo. Es sei jetzt sehr "wichtig, dass Europa handelt. Denn Europa ist für die Zollpolitik zuständig", sagte der bayerische Ministerpräsident am Rande eines Termins in Erding bei München. Das Europäische Parlament müsse das Abkommen mit den USA ratifizieren.
    Ifo-Präsident Fuest riet der EU, gegenüber Trump Haltung zu zeigen. Fuest sagte im Deutschlandfunk, die EU sollte die Lage nicht eskalieren. Er empfahl mit Blick auf die Zolldrohung, die Prüfung von Gegenmaßnahmen anzukündigen. Dann sollte man aber langsam vorgehen, um Raum für Gespräche zu lassen. Der Ifo-Präsident erinnerte daran, dass der US-Präsident nach einem Urteil des Supreme Courts bis zum Sommer die Übergangszölle ohnehin abschaffen und dadurch alle Zölle neu ordnen müsse. Zu seiner jüngsten Warnung vor einem Handelskrieg und einer Rezession meinte Fuest, es gebe Situationen, in denen man sich wehren müsse. Eine Rezession könne der Preis für Gegendruck sein.
    Im August 2025 hatten sich US-Präsident Trump und EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen in einem Rahmenabkommen auf eine Zollobergrenze von 15 Prozent auf die meisten EU-Warenimporte in die USA geeinigt. Die EU verpflichtete sich im Gegenzug unter anderem, ihre Zölle auf US-Industriegüter abzuschaffen.
    Diese Nachricht wurde am 04.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.