Weltgesundheitsorganisation
Nach Ebola-Ausbruch im Kongo und in Uganda: WHO ruft internationale Gesundheitsnotlage aus

In der Demokratischen Republik Kongo sowie in Uganda breitet sich eine seltene Variante des Ebola-Virus aus. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht von einer ernsten Lage.

    Das Bild zeigt ein Ärzteteam bei Impfmaßnahmen gegen das Ebola-Virus in einem Zelt in Uganda.
    Ebola: Trotz Impfkampagnen kommt es in afrikanischen Staaten immer wieder zu Ausbrüchen (Archivbild). (AFP / BADRU KATUMBA)
    Die WHO hat den neuen Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda als internationale Gesundheitsnotlage eingestuft. Damit rief sie ihre zweithöchste Alarmstufe aus. Die Kriterien für die höchste Warnstufe, eine Pandemie, seien jedoch bislang nicht erfüllt.
    Nach Angaben der Gesundheitsbehörde der Afrikanischen Union starben im Kongo bislang 88 Menschen, die mutmaßlich mit der sogenannten Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus infiziert waren. Zudem gebe es etwa 340 Verdachtsfälle. Die WHO warnte, die tatsächlichen Fallzahlen könnten jedoch deutlich höher liegen. Die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" bezeichnete die schnelle Ausbreitung als besorgniserregend. Sie bereite eine groß angelegte Hilfsaktion vor.
    Der Ausbruch war am Freitag in der ostkongolesischen Provinz Ituri gemeldet worden. Die Region ist seit Jahren von bewaffneten Konflikten geprägt. Auch im benachbarten Uganda wurde ein Todesfall gemeldet. Dort starb ein Mann, bei dem ebenfalls die Bundibugyo-Variante nachgewiesen wurde.

    Ebola-Stamm mit hoher Sterblichkeitsrate

    Für die Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus gibt es nach Angaben der WHO bisher keinen zugelassenen Impfstoff. Auch eine gezielte Behandlung steht nach Angaben der Behörden nicht zur Verfügung. Der kongolesische Gesundheitsminister Kamba warnte vor einer hohen Sterblichkeitsrate von bis zu 50 Prozent.
    Ebola ist eine hochansteckende Virusinfektion. Erkrankte leiden häufig unter Fieber, Muskelschmerzen und Durchfall. In schweren Fällen kommt es zu inneren und äußeren Blutungen sowie zu Organversagen. Die Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten infizierter Menschen.
    Trotz Fortschritten bei Impfstoffen und Behandlungsmethoden sind in den vergangenen 50 Jahren in Afrika schätzungsweise 15.000 mit Ebola Infizierte gestorben. Der aktuelle Ausbruch ist bereits die 17. Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo. Der bislang schwerste Ausbruch in dem Land ereignete sich zwischen 2018 und 2020 mit rund 2.300 Todesfällen.
    Diese Nachricht wurde am 17.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.