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Russland
Nach IS-Anschlag mit mehr als 60 Toten sind Täter noch flüchtig

Nach dem terroristischen Überfall auf eine Konzerthalle bei Moskau mit mehr als 60 Toten sind die Angreifer offenbar noch flüchtig. Russische Spezialkräfte stellten in dem Gebäude bislang lediglich Waffen und Munition sicher, wie in einem von den Behörden verbreiteten Video zu sehen war.

    Es ist dunkel. Der Soldat mit Waffe, Tarnuniform und Sturmhaube steht im Bildvordergrund und schaut in die Kamera. Dahinter unscharf die brennende Halle und zahlreiche Fahrzeuge, einige mit Blaulicht.
    Soldat der russischen Nationalgarde vor der brennenden Halle. (Dmitry Serebryakov / AP / dpa)
    Die IS-Terrormiliz hatte den Überfall am späten Abend über den Kurznachrichtendienst Telegram für sich reklamiert. Zuvor waren mehrere bewaffnete Männer in Tarnuniformen in ein Veranstaltungszentrum in der Moskauer Vorstadt Krasnogorsk eingedrungen und hatten das Feuer auf die Besucher eines Rockkonzerts eröffnet. Es gab auch zwei Explosionen; anschließend geriet die Halle in Brand. Neben den 60 Toten gab es 145 Verletzte, viele davon sind nach Regierungsangeben in einem kritischen Zustand. Der russische Präsident Putin erklärte, er wünsche den Verletzten eine rasche Genesung.

    "Schreckliche Tragödie"

    Moskaus Bürgermeister Sobjanin sprach von einer "schrecklichen Tragödie". Er sagte alle Großveranstaltungen am Wochenende ab. Der Nachrichtenagentur Tass zufolge werden die Sicherheitsvorkehrungen an den Flughäfen und Bahnhöfen der Hauptstadt verstärkt.
    In den USA sagte eine Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrats, man habe den russischen Behörden bereits vor einiger Zeit Informationen über einen möglichen Terroranschlag auf eine Veranstaltung übermittelt.
    Der Angriff löste international Bestürzung aus. UNO-Generalsekretär Guterres, der UNO-Sicherheitsrat und der EU-Außenbeauftragte Borrell verurteilten die Tat. Zahlreiche Staats- und Regierungschefs sprachen den Familien der Opfer ihr Beileid aus, so auch das Auswärtige Amt in Berlin.
    Diese Nachricht wurde am 23.03.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.