
Die meisten Infektionsfälle hätten eine Verbindung zu der bei Studierenden beliebten Großraumdisco "Club Chemistry" in Canterbury, sagte Streeting. Als Vorsichtsmaßnahme seien 700 Dosen Antibiotika an junge Leute ausgegeben worden, die mit dem Meningitis-Erreger in Kontakt gekommen sein könnten.
Auf dem Campus der Universität in Canterbury bildeten sich lange Schlangen von Studierenden, die auf ihre Antibiotika warteten. Streeting kündigte zudem ein Impfprogramm für Studierende an, die in Wohnheimen untergebracht sind.
Auf dem Campus der Universität in Canterbury bildeten sich lange Schlangen von Studierenden, die auf ihre Antibiotika warteten. Streeting kündigte zudem ein Impfprogramm für Studierende an, die in Wohnheimen untergebracht sind.
Disco-Besucher sollen sich melden
Die stellvertretende Leiterin der Gesundheitsbehörde in der Region, Mannes, betonte: "Es ist wichtig, dass sich alle melden, die diesen Club zwischen dem 5. und 7. März besucht haben, um eine vorbeugende Antibiotika-Behandlung zu erhalten". Nach Angaben der Clubbetreiber besuchten rund 2.000 Menschen die Disco in diesem Zeitraum.
Meningokokken sind Bakterien, die schwere und in seltenen Fällen lebensbedrohliche Erkrankungen wie eine Hirnhautentzündung (Meningitis) oder eine Blutvergiftung (Sepsis) verursachen können. Die Erreger werden durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen. Bei einigen Infektionen in Canterbury wurde den Angaben zufolge die Erregergruppe B nachgewiesen, bei der die Sterblichkeitsrate nach Angaben des britischen Gesundheitsdienstes NHS bei etwa zehn Prozent liegt.
Gesundheitsbehörde UKHSA: Haben schnell gehandelt
Die Gesundheitsbehörde UKHSA steht wegen ihrer Informationspolitik zu dem Meningitis-Ausbruch in der Kritik. Die Behörde gab die Todesfälle am Sonntag bekannt, zwei Tage nachdem sie über den ersten Infektionsfall informiert worden war. Die stellvertretende Behördenchefin Amirthalingam sagte der BBC, die Infektionen hätten sich "extrem schnell" ausgebreitet. Die UKHSA habe schnell gehandelt und zunächst enge Kontaktpersonen der Infizierten informiert. "Verzögerungen" beim Infektionsschutz habe es aus ihrer Sicht nicht gegeben.
Diese Nachricht wurde am 18.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
