Südamerika
Nach Stichwahl in Peru um Präsidentenamt: Enges Rennen zwischen Fujimori und Sánchez

Nach der Stichwahl um das Präsidentenamt in Peru zeichnet sich ein knappes Ergebnis ab. Laut der Wahlbehörde sind bisher mehr als 45 Prozent der Stimmen ausgezählt. Demnach liegt die rechtsgerichtete Politikerin Keiko Fujimori leicht vor dem linken Bewerber Sanchez. Mehr als 27 Millionen Peruaner waren aufgerufen, ihre Stimme abzugeben.

    Fujimori im weißen Hemd steht vor einer Wahlurne, hält ihren Personalausweis vor sich und lacht. Sie winkt mit der rechten Hand . Neben ihr sitzt ein Wahlhelfer an einem Tisch.
    Keiko Fujimori bei der Stimmabgabe in Lima. (picture alliance / Anadolu / Klebher Vasquez)
    Fujimori kommt den Angaben zufolge auf knapp 53 Prozent, Sánchez erreicht 47 Prozent. Nach der vollständigen Auszählung hat das Oberste Wahlgericht noch bis Mitte Juli Zeit, offiziell einen Sieger zu verkünden.

    Kriminalität und soziale Ungleichheit zentrale Themen im Wahlkampf

    Der Wahlkampf war vor allem von den Themen Kriminalität und soziale Ungleichheit geprägt. Fujimori, die Tochter des 2024 gestorbenen früheren ​Präsidenten Alberto Fujimori, verspricht ein hartes Vorgehen gegen Bandengewalt und Erpressung. Für sie ist es bereits der vierte Anlauf in einer Stichwahl um das höchste Staatsamt.
    Sánchez war Außenhandels- und Tourismusminister in der Regierung des inhaftierten früheren Präsidenten Pedro Castillo. Im Fall eines Wahlsieges beabsichtigt er, Castillo zu begnadigen. Der Kandidat des Bündnisses Juntos por el Perú plädiert zudem für eine stärkere Rolle des Staates in der Wirtschaft.
    Der Amtsantritt des neuen Präsidenten ist für den 28. Juli vorgesehen. Zur Stichwahl kam es, nachdem im April keiner der 35 Kandidaten die nötige Mehrheit erhalten hatte, um sich im ersten Wahlgang durchzusetzen.

    Mehr Informationen:

    Fujimori – die alte Bekannte in der peruanischen Politik
    Peru vor einer Richtungswahl: Rechtspopulistin gegen Linkspopulist (Audio)
    Diese Nachricht wurde am 08.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.