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NachgefragtRüstungsverkäufe – Deutsche Firmen legen überdurchschnittlich zu

Ein Kampfpanzer Leopard 2 A7+ der Firma KMW (Foto vom September 2010). (picture alliance / dpa / Clemens Niesner )
Kampfpanzer Leopard 2: Hersteller KMW steigerte 2017 seinen Umsatz um 61,1%. (picture alliance / dpa / Clemens Niesner )

Weltweit steigen die Rüstungsverkäufe – das haben auch wir gestern unter Berufung auf das Stockholmer Sipri-Institut gemeldet. Hörerinnen und Nutzer haben uns gebeten, mehr über die betroffenen deutschen Firmen zu berichten. Hier das Ergebnis.

Die Waffenverkäufe der vier größten deutschen Rüstungsunternehmen sind 2017 um 10,1 Prozent gestiegen. Das liegt nicht nur deutlich über dem weltweiten Durchschnitt von einem 2,5 Prozent-Plus, sondern auch klar vor den größten Herstellerländern Russland (8,5 Prozent), den Vereinigten Staaten (2,0 Prozent) und dem Vereinigten Königreich (2,3 Prozent). Das geht auf den zweiten Blick aus der Analyse des schwedischen Friedensforschungs-Instituts Sipri hervor.

USA vor Russland und Großbritannien

Der weltweite Waffenmarkt ist 2017 zum dritten Mal in Folge gewachsen. Während die USA ihre Marktführung ausbauen konnten, hat Russland laut Sipri Großbritannien als zweitgrößten Produzenten abgelöst. Am stärksten wuchs der türkische Markt, und zwar um 19,4 Prozent, wobei Sipri nur zwei türkische Unternehmen listet. Insgesamt machte der Rüstungshandel der untersuchten 100 Konzerne weltweit etwa 350 Milliarden Euro aus. Interessant auch: Chinesische Firmen sind bei Sipri nicht aufgelistet, weil die verfügbaren Daten nicht ausreichend nachprüfbar seien.

Vier deutsche Firmen unter den Top 100

Aus Deutschland sind vier Unternehmen auf der Liste vertreten. Dazu gehören neben Rheinmetall und ThyssenKrupp auch Krauss-Maffei Wegmann (KMW) und Hensoldt. Das in der Öffentlichkeit eher wenig bekannte Unternehmen Hensoldt mit Sitz bei München ist aus einem Teil der Airbus-Rüstungssparte hervorgegangen. Sein Umsatz sank im vergangenen Jahr um 3,3%.

Gemeinsam verzeichneten die vier deutschen Unternehmen 2017 einen Umsatz von 7,3 Milliarden Euro. Im Vorjahr waren es noch 6,6 Milliarden. Besonders ausschlaggebend für das Wachstum in Deutschland ist KMW. Der Münchner Konzern steigerte seinen Umsatz um 61,1 Prozent. Das dürfte auf das KMW-Kernprodukt zurückgehen, den "Leopard 2"-Panzer.

Was bewirken die politischen Entscheidungen?

Ungewiss ist, wie die Ankündigungen der Bundesregierung zu einer restriktiveren Exportpolitik das Geschäftsfeld in nächster Zeit beeinflussen werden. Immer wieder gab es aber auch Berichte, dass Rüstungsexporte über ausländische Tochterfirmen deutscher Konzerne laufen. Die Umsätze aller Firmen, auch der deutschen, beziehen sich allerdings nicht nur auf Exporte. Inlandsgeschäfte, also im deutschen Fall zur Ausrüstung der Bundeswehr, zählen ebenso dazu.

Seit 2002 veröffentlicht Sipri jährlich die Umsatzzahlen der weltweit 100 größten Waffenunternehmen. Die Zahlen des Vorjahres (2016) nutzen einen konstanten Dollar-Wechselkurs des aktuellsten Jahres (2017), um Vergleichbarkeit zu gewährleisten.

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