Digital News Report
Nachrichtennutzung in sozialen Medien steigt - KI-Chatbots selten gefragt

Die meisten Menschen in Deutschland konsumieren Nachrichten online, wobei die Bedeutung Sozialer Medien zunimmt. Das zeigt der Reuters Institute Digital News Report 2026. Nachrichtenkonsum über Soziale Medien spielt vor allem in der Gruppe der 18-24-Jährigen eine große Rolle.

    Ein Finger tippt auf ein Smartphone. Darauf sieht man verschiedene Apps.
    Viele Menschen konsumieren Nachrichten inzwischen über die Sozialen Medien. (picture alliance / dpa-tmn / Zacharie Scheurer)
    60 Prozent der Befragten in dieser Altersgruppe rufen regelmäßig über Instagram, WhatsApp, Youtube oder Facebook aktuelle Informationen ab. Über alle Altersklassen hinweg kommen 36 Prozent der Online-Nutzer darüber mit Nachrichten in Kontakt. Für rund 17 Prozent der Befragten dieser Altersklasse sind Soziale Medien die einzige Nachrichtenquelle. Unter den jüngeren Zielgruppen sind teils auch Influencer beliebt, die sich mit Nachrichtenthemen auseinandersetzen: Zehn Prozent dieser Zuschauer geben an, dass damit all ihre Nachrichtenbedürfnisse befriedigt seien. Nur fünf Prozent der Befragten nutzen KI-Chatbots, um sich zu informieren. Diese kommen laut Bericht häufiger zum Einsatz, wenn es darum geht, zum Beispiel Inhalte zusammenzufassen.
    Das lineare Programmfernsehen spielt in der Gruppe der 18-24-Jährigen eine untergeordnete Rolle, 32 Prozent sehen dort regelmäßig Nachrichten. Unter allen Befragten schauen knapp 60 Prozent regelmäßig die Nachrichten im Fernsehen. 34 Prozent hören sie im linearen Radioprogramm, 17 Prozent lesen Print-Medien. Die Nutzerzahlen für lineare Programme und gedruckte Zeitungen gehen seit 2013 zurück.

    Jüngere Nachrichtenkonsumenten haben weniger Vertrauen in Informationen

    Jüngere Befragte zeigen sich dem Digital-Report zufolge generell skeptischer gegenüber dem Wahrheitsgehalt der Nachrichten. Während unter Befragten aller Altersklassen 46 Prozent angaben, den Nachrichten meist zu vertrauen, waren es in der Gruppe der 18- 24-Jährigen fast zehn Prozent weniger. Durch sogenannte Fake News gibt es weitere Unsicherheiten: Knapp die Hälfte der Befragten äußert der Befragung zufolge Bedenken, bei Online-Nachrichten zwischen Fakten und Falschmeldungen unterscheiden zu können.
    Der Reuters Institute Digital News Report untersucht jährlich in mittlerweile 48 Ländern Aspekte der Nachrichtennutzung.
    Diese Nachricht wurde am 16.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.