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Nachteule Venus

Der erste "Stern”, der Ihnen am Abendhimmel auffällt, ist kein Stern, sondern der Planet Venus. Mit beginnender Dunkelheit wirkt sie wie ein Leuchtturm am Westhimmel. Nach dem Mond ist sie das hellste Objekt der Nacht.

Von Bruce McClure |
    Normalerweise sehen wir die Venus als "Abend”- oder "Morgenstern”. Als "Abendstern” geht sie meistens in den frühen bis mittleren Abendstunden unter. In diesem Monat wird sie jedoch zur Nachteule. Sie zeigt sich länger als zu jeder anderen Zeit in diesem Jahr.

    Wie lange die Venus über dem Nordwesthorizont steht, hängt von der geographischen Breite ab, auf der Sie sich befinden. Auf der Höhe von Madrid oder Ankara geht sie ca. 4 Stunden nach der Sonne unter. Bei uns verabschiedet sie sich erst in der Stunde nach Mitternacht.

    Es gibt zwei Gründe, warum die Venus sich jetzt bis weit in die Nacht hinein zeigt: erstens hat sie sich aus der Sicht der Erde in östlicher Richtung weit von der Sonne entfernt – und zweitens steht sie sogar an einem nördlicheren Punkt unter als die Sommersonne. Beides trägt zu der jetzt langen Sichtbarkeitsdauer unseres Nachbarplaneten bei.

    Am Polarkreis geht die Venus momentan überhaupt nicht zu Bett. Dort bleibt sie die ganze Nacht lang über dem Horizont – so wie die Mitternachtssonne im Sommer.

    Beobachten Sie die Venus bei ihren spätesten Ausflügen des Jahres. Selbst in einer mondhellen Nacht ist der Planet ohne Mühe zu finden.