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StartseiteNachrichten vertieftWaffenruhe mit zwei Raketen aus Gaza gebrochen17.07.2014

Nahost-KonfliktWaffenruhe mit zwei Raketen aus Gaza gebrochen

Laut israelischen Polizeiangaben wurden aus Gaza am Vormittag zwei Raketen abgefeuert. Die vereinbarte Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas ist damit gebrochen.

Ein israelischer Panzer (JACK GUEZ / AFP)
Ein israelischer Panzer kurz vor Beginn der Waffenruhe an der Grenze zum Gazastreifen (JACK GUEZ / AFP)
Weiterführende Information

Israel beschießt erneut den Gazastreifen (Deutschlandfunk, Aktuell, 16.07.2014)

"Militärisch wird es auf Dauer keine Lösung geben" (Deutschlandfunk, Interview, 16.07.2014)

Die Waffenruhe im Gazastreifen hatte nach Militärangaben um 10.00 Uhr Ortszeit (09.00 Uhr deutscher Zeit) begonnen und sollte fünf Stunden dauern. Kurz vor dem Beginn der Waffenruhe hatte das israelische Militär nach eigenen Angaben noch 37 Ziele in Gaza bombardiert. Das Innenministerium des Palästinensergebiets teilte mit, es seien 30 Gebäude von Kampfflugzeugen getroffen worden. Darunter seien auch die Häuser der Hamas-Anführer Chalil al-Haja und Fathi Hamad.

UN vermittelte Waffenruhe

Der UN-Nahostabgesandte Robert Serry hatte die Feuerpause angeregt, damit sich die Bevölkerung im Gazastreifen mit Hilfsgütern und Lebensmitteln versorgen kann. Am Dienstag hatte eine von Ägypten vorgeschlagene Waffenruhe nur wenige Stunden angehalten. Lediglich Israel hatte seinen Raketenbeschuss kurzzeitig eingestellt, nicht aber die Hamas. Dies soll sich am Donnerstag ändern, wie der US-Sender CNN unter Berufung auf den offiziellen Hamas-Sprecher Sami Abu Suhri berichtete.

Israel will "entschlossen" zurückschlagen

Die israelische Armee betonte jedoch, wenn militante Palästinenser noch einmal die Feuerpause missachten und Raketen abschießen, werde man "entschlossen" antworten. Die Einwohner der Ortschaften Beit Lahia und Sadschaija seien weiterhin aufgefordert, ihre Häuser zu räumen. Am Mittwoch hatten die israelischen Streitkräfte mindestens eine Viertelmillion Menschen im nördlichen Gazastreifen aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Bis zum Nachmittag hatten rund 21.000 Menschen in Schulen des Hilfswerks der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA) Schutz gesucht. Gleichzeitig verdichteten sich auch Anzeichen für eine baldige Bodenoffensive der israelischen Armee. Das Kabinett billigte die Einberufung von weiteren 8000 Reservisten - 42 000 waren bereits zuvor aktiviert worden.

Viele Tote und Verletzte

Seit Beginn der israelischen Offensive gegen die Hamas ist die Zahl der Toten nach palästinensischen Angaben auf mindestens 227 gestiegen. Allein am Mittwoch starben über 20 Palästinenser durch israelische Angriffe - unter anderem vier Kinder bei einem Angriff auf die Stadt Gaza. Das israelische Militär kündigte an, diesen Vorfall gewissenhaft zu prüfen. Die Todesopfer seien ein "tragisches Ergebnis"  eines Angriffs, deren eigentliches Ziel "Terroristen der Hamas" gewesen seien. Auf israelischer Seite wurde seit Beginn des Raketenbeschusses durch militante Palästinenser in der vergangenen Woche ein Mann getötet.

(swe/cc/fun)

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