Schweden
NATO-Außenministertreffen begonnen - Rubio kritisiert erneut mangelnde Unterstützung der USA

Im schwedischen Helsingborg sind am Abend die NATO-Außenminister zusammengekommen. Unter anderem soll heute über die Unterstützung der Ukraine, die Aufrüstung und die stärkere militärische Unabhängigkeit der Europäer beraten werden. Vor dem Treffen bekannte sich Außenminister Wadephul zu einer Führungsrolle Deutschlands in dem Militärbündnis.

    NATO-Generalsekretär Rutte begrüßt die Teilnehmer des Außenministertreffens in Schweden.
    Kurz vor dem NATO-Außenministertreffen in Schweden; Generalsekretär Rutte begrüßt die Teilnehmer. (picture alliance / TT NYHETSBYRÅN / Johan Nilsson / TT)
    Wadephul sagte, man stelle sich seiner Verantwortung. Ziel sei eine neue Lastenverteilung, die Deutschlands und Europas wirtschaftlichem und militärischem Potenzial entspreche. Der CDU-Politiker sagte dies mit Blick auf die angekündigte Reduzierung US-amerikanischer Truppen in Europa. Zudem will Wadephul die Diskussion über weitere Ukraine-Hilfen voranbringen. Er werde konkrete Vorschläge dazu machen, wie Kiew bei der Verteidigung der Freiheit in Europa weiter kraftvoll unterstützt werden könne. Dabei gehe es auch darum, wie die NATO im Gegenzug von den beeindruckenden Errungenschaften der ukrainischen Rüstungsindustrie profitieren könne.

    Unstimmigkeiten in Bezug auf Straße von Hormus

    Wadephul bekräftigte ferner die deutsche Bereitschaft, sich bei der Sicherung der Meerenge von Hormus einzubringen. Das französische Außenministerium hingegen lehnt eine Beteiligung der NATO ab. Der Nordatlantikpakt sei für Angelegenheiten im Nahen Osten nicht das geeignete Bündnis, hieß es.

    Rubio bekräftigt Kritik der USA

    US-Außenminister Rubio erneuerte die Kritik der USA an den Bündnispartnern.
    Die NATO-Staaten weigerten sich, die Vereinigten Staaten im Krieg gegen den Iran zu unterstützen, sagte Rubio vor seinem Abflug nach Schweden. Die Bitten von Präsident Trump, Truppen bereitzustellen oder Kampfflugzeuge zu entsenden, verhallten ungehört. Das nordatlantische Militärbündnis müsse einen Wert für die USA haben. Ansonsten stelle sich die Frage, warum man Mitglied bleiben sollte, erklärte Rubio. Am Abend kündigte Trump an, "zusätzlich 5.000 US-Soldaten nach Polen zu entsenden".
    Diese Nachricht wurde am 22.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.