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StartseiteCorso"Die Faszination am schillernden Bösen verliert nie an Aktualität"27.01.2020

Nazi-Symbolik im Pop"Die Faszination am schillernden Bösen verliert nie an Aktualität"

Hakenkreuze und schwarze Ledermäntel - Nazi-Ästhetik taucht im Pop immer wieder auf. Die Provokation dient oft als Marketinginstrument. "Es ist wichtig, dass wir Medienprodukte haben, die nicht nur eine reine Ästhetisierung schaffen", sagte der Filmwissenschaftler Marcus Stiglegger im Dlf.

Marcus Stiglegger im Corsogespräch mit Susanne Luerweg

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Till Lindemann, der Sänger der Band Rammstein, ist auf einem Bild zu sehen, das ihn während eines Konzerts im Olympiastadion in Berlin im Juni 2019 zeigt. (Imago / Christian Thiel)
Die Band Rammstein mit Sänger Till Lindemann kokettiert mit faschistischer Ästhetik (Imago / Christian Thiel)
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Schwarze Stiefel, lange Ledermäntel und schneidige Haarschnitte - die Ästhetik der Nazis wurde auch immer wieder gerne von Musikern und Filmemachern bereitwillig übernommen. David Bowie zeigte sich in NS-Uniform, Quentin Tarantino stilisierte in "Inglourious Basterds" die Schergen des dritten Reiches als in Teilen feingeistige Männer mit gutem Geschmack.

Faszinierender Faschismus

Die NS-Zeit fasziniert. Im Kinofilm "Jojo Rabbit" ist Hitler der beste Freund eines kleinen Jungen, im Rammstein Video "Deutschland" zeigen sich die Musiker als KZ-Häftlinge, in der Amazon-Serie "The man in the high castle" hat Hitler den Krieg gewonnen und in Nordamerika eine hübsche Dependance eröffnet. 

Populäre Phänome verantwortungsvoll nutzen

"Die Faszination am schillernden Bösen, das verliert nie an Aktualität", so Stiglegger. Es sei vor allem wichtig, dass wir Medienprodukte haben, die sehr klar diese ideologischen Komponenten mitdenken lassen, die nicht nur eine reine Ästhetisierung schaffen. Im Bereich der Gothic-Subkultur gibt es einige Projekte, die nur Gefallen erzeugen wollen, und keinen positiven, aufklärerischen Aspekt haben.

Wir haben noch länger mit Marcus Stiglegger gesprochen - hören Sie hier die Langfassung des Corsogesprächs

"Es wird vielleicht vom Publikum verstanden, aber es schafft eine Gewöhnung an Dinge, die mit historischer Schuld beladen sind." Dennoch sei es wichtig populäre Phänome zu nutzen, um ein Bewusstsein für historische Phänomene aufrecht zu erhalten und einen Zugang zu bekommen, sagte Stiglegger.

"Man muss den Zugang nur verantwortungsvoll bedienen. Wenn man das nur ausbeutet, das schafft eine Gewöhnung an eine Ästhetik des Untergangs, die niemandem mehr hilft."

Marcus Stiglegger: "Nazi Chic und Nazi Trash. Faschistische Ästhetik in der populären Kultur"
Bertz und Fischer, Berlin 2011, 108 Seiten. 9,90 Euro

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

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