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StartseiteSport am WochenendeNetApp will langsam an die Spitze26.07.2010

NetApp will langsam an die Spitze

Nachwuchs-Fahrer bilden Deutschlands letztes Radsport-Team

Nach dem Aus für das Team Milram gibt es in der kommenden Saison nur noch ein Radsport-Team mit deutscher Lizenz, NetApp. Der drittklassige Rennstall setzt auf eine junge Mannschaft und ein sauberes Image und will in den kommenden Jahren in die Reihe der ProTour-Teams aufsteigen.

Von Heinz Peter Kreuzer

Das Ziel ist die Tour de France: Das deutsche Rad-Team NetApp will sich langsam steigern. (AP)
Das Ziel ist die Tour de France: Das deutsche Rad-Team NetApp will sich langsam steigern. (AP)

Beim Fußball-Bundesligisten TSG Hoffenheim hat NetApp, ein Anbieter von Datenspeicher-Systemen, eine ähnliche Sponsor-Philosophie verfolgt wie jetzt im Radsport. Aus der dritten Liga in die Beletage des Fußballs. Im Radsport fährt NetApp seit einem Jahr als Continental-Team, 2012, spätestens 2013, will der Neuling als ProTour-Mannschaft bei der Tour de France starten. Der Sponsor übt jedoch keinen Druck aus. Andreas König, Europachef von NetApp:

"Natürlich möchte ich auch, dass das Team eines Tages die Tour de France fährt. Aber es soll auf eine natürliche Art und Weise passieren und nicht über das Zusammenstellen eines Retortenteams."

Eine klare Absage an die deutschen Stars vom Team Milram oder den Rostocker Sprinter Andre Greipel vom Columbia-Team. Neben den beiden Routiniers Erik Baumann und Andreas Schillinger bilden U 23-Fahrer das Gerüst der Mannschaft. Alle leben zusammen in einem Teamhaus im belgischen Kelmis nahe Aachen. Ein sauberes junges Team, das ist die Intention. Nicht ganz in das Bild passt da der Sportdirektor Jens Heppner. Trotz seiner Vergangenheit beim Team Telekom, in dem mit Hilfe von Ärzten gedopt wurde, steht König zu ihm:

"Dass er zu dieser Zeit im Team Telekom war, dafür werde ich ihn nicht verurteilen. Das, was wir jetzt im Team umsetzen, nämlich diese ganz strikte Anti-Dopinglinie, sollte eigentlich im Vordergrund stehen."

Nach Aussage von Teammanager Ralph Denk haben alle Fahrer ihr Einverständnis abgegeben, bei Doping-Verdacht die ärztliche Schweigepflicht aufzuheben. Außerdem habe man von jedem das DNA-Profil. Andreas König kündigt bei einem Dopingfall harte Konsequenzen an:

"Wenn ein Fahrer A- und B-Probe positiv getestet wird, dann, sage ich mal, haftet das ganze Team dafür, das Team weiß über diese Klausel Bescheid, Das bedeutet, das ich von einem Tag auf den anderen das Engagement beenden werde. Ich glaube auch, dass das auch über diese Richtlinie dieses Bewusstsein auch noch einmal geschärft wird, das Doping einfach keine Alternative ist."

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