Netzaktivist Beckedahl"In absehbarer Zeit werden Fake News die Wahl nicht entscheiden"

"Wir sollten die Diskussion um Fake News vernachlässigen", so der Netzaktivist Markus Beckedahl von netzpolitik.org. Eher sollte die Kompetenz der Bürger gefördert werden, sich souverän in sozialen Netzwerken zu bewegen.

09.01.2017

Markus Beckedahl, Chefredakteur von netzpolitik.org
Markus Beckedahl, Chefredakteur von netzpolitik.org (Horst Galuschka)
Bundeswahlleiter Dieter Sarreither hat Anfang des Jahres vor gefälschten Nachrichten im Bundestagswahlkampf gewarnt - vor sogenannten Fake News, die sich besonders leicht in Sozialen Netzwerken verbreiten lassen. Für Markus Beckedahl, den Gründer von netzpolitik.org, ist die Sorge unbegründet: "In absehbarer Zeit werden Fake News die Wahl nicht entscheiden." Allerdings haben Falschmeldungen auf "gewisse Milieus eine mobilisierende Wirkung".
Es sei zwar nachvollziehbar, so Beckedahl im dbate-Interview, dass derzeit die Bundesregierung Überlegungen über ein Abwehrzentrum für Fake News anstelle. Aber stelle sich für Beckedahl auch die Frage inwieweit die Bundesregierung selbst zum Medium werden sollte, "denn die Bundesregierung selbst, ist in vielen Fragen nicht unabhängig."
Der Online-Aktivist empfiehlt die Diskussion um Fake News zu vernachlässigen: "Anstatt eine Zensurinfrastruktur aufzubauen, die die Meinungsfreiheit beschneidet, sollten wir massiv in die Kompetenz der Bürger investieren nachhaltig zu lernen, wie wir uns souverän in sozialen Netzwerken bewegen können."
(cp/tzi)