
Die Bildungsministerkonferenz beschloss neue Handreichungen für die Länder und ihre Schulverwaltungen. Schüler und Schülerinnen sollen dadurch stärker für die jeweiligen historischen Hintergründe sensibilisiert werden. Zudem sollen sie lernen, souverän mit Falschinformationen und historisierenden Behauptungen in Sozialen Medien umzugehen.
"Flucht und Vertreibung haben größere Bedeutung bekommen"
Neben bisher schon zentralen Themen wie Nationalsozialismus und Holocaust sowie DDR-Diktatur werden damit nun weitere Komplexe in die Empfehlung neu aufgenommen oder stärker akzentuiert. Eine inhaltliche Auseinandersetzung soll es unter anderem geben mit extremistischen Gewalttaten der Gegenwart oder Fluchtbewegungen und ihren Ursachen. Zudem wird stärker über Genozide, sogenannte ethnische Säuberungen oder moderne Formen von Imperialismus und Kolonialismus informiert.
Zur Begründung erklärten die Bildungsminister, dass das Thema Flucht und Migration eine größere Bedeutung bekommen habe. In Teilen Ostdeutschlands erhielten Argumentationen, die den Rechtsextremismus relativierten, eine größere Bedeutung. Zudem wachse in einer ethnisch vielfältigeren Bevölkerung die Polarisierung. Seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel und dem anschließenden Gaza-Kriegs hätten antisemitische Tendenzen zugenommen.
"Orientierung in Zeiten von Desinformation"
Die amtierende Präsidentin der Ministerkonferenz, Bayerns Kultusministerin Stolz, erklärte, junge Menschen sollten Zusammenhänge verstehen, Verantwortung übernehmen und die Demokratie schützen. "Gerade in Zeiten von Desinformation und digitaler Manipulation brauchen junge Menschen Orientierung und die Fähigkeit, Fakten von Fälschungen zu unterscheiden", betonte Stolz.
Diese Nachricht wurde am 15.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
