Studie
Neue Erkenntnisse zu Hannibals Alpenüberquerung

In der vieldiskutierten Frage um Hannibals Alpenüberquerung mit Elefanten hat eine neue Studie Hinweise auf die wahrscheinlichste Route des historischen Feldzugs im Jahr 218 vor Christus geliefert. Das Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (Idiv) in Leipzig hat den Energiebedarf der Reise, insbesondere für die Kriegselefanten, berechnet.

    Ein Gemälde zeigt Soldaten und Elefanten die durch Schnee über die Alpen wandern.
    Warum Hannibal während der Punischen Kriege Elefanten einsetzte, ist nicht bekannt. (picture alliance / World History Archive)
    Demnach deutet alles auf den Col de la Traversette als günstigsten Weg des Feldherren mit seinem Tross hin.
    Der Col de la Traversette ist ein 2.947 Meter hoher hochalpiner Gebirgspass in den Cottischen Alpen auf der Grenze zwischen Frankreich und Italien. Hannibals Alpenüberquerung im Jahr 218 vor Christus mit einer Armee von rund 40.000 Soldaten, 7000 Pferden und 37 Kriegselefanten gilt als einer der berühmtesten Feldzüge der Geschichte. Seit langem wird über die genaue Route diskutiert. 

    Forscher nutzen bioenergetische Modelle

    Ko-Autor der Studie Emilio Berti erklärte, die neue Analyse beseitige zwar nicht alle Unklarheiten, liefere aber zusätzliche Argumente für die Traversette-Route. Dieser Pass hätte den Anforderungen eines Marsches einer großen Armee mit Elefanten durch anspruchsvolles Gelände demnach am besten entsprochen.
    Mithilfe von Routenmodellen und Höhendaten berechnete das Forscherteam von Idiv, der Universität Jena und der Universität Oxford den Energieaufwand für jede der infrage kommenden Wege über die Alpen. Genutzt wurden bioenergetische Modelle, die mit Daten heutiger afrikanischer Elefanten den Energieverbrauch in Abhängigkeit von Körpermasse und Geländeneigung berechnen.
    Diese Nachricht wurde am 08.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.