Neue Ideen braucht das Land, und zwar dringend, liebe junge Forscher - das ist die Botschaft des Studienpreises. Und Kuratoriumsmitglied Ortwin Renn verkündete sie gleich zu Beginn in seiner Festrede, als er mit teils dramatischen Worten die Begrenztheit des menschlichen Wachstums schilderte, am Beispiel zunehmender Umweltkatastrophen:
"Wenn sie sich aber als schlimmer herausstellen als heute erwartet, können wir nicht mehr den alten amerikanischen Wahlspruch "If you don’t like it, go west” in die Tat umsetzen. Westlich vom Globus gibt es nichts mehr, wo wir hinziehen könnten."
Alternativen zum Wachstum aufzeigen: Das können sie, die Preisträger. Etwa die Berliner Designerin Elena Kikina, die eine ökologisch nachhaltige Kollektion entwickelt hat, die sich mit extrem geringem Aufwand produzieren ließe. Oder der Kölner Deutschlandfunk-Mitarbeiter Philipp Krohn, der sich der Metaphorik von Politikern annahm und nachwies, dass sie wirtschaftliches Wachstum als ewig unantastbaren Wert hinstellten. Oder der VWL-Promovend Peter Schwarz. Er zeigte: Für das Lebensglück ist viel entscheidender, ob jemand einen Arbeitsplatz hat oder nicht, als die Höhe des Einkommens.
"Es kommt nicht notwendigerweise darauf an, ob Sie viel verdienen, ob Sie jetzt ein Topmanager sind oder nicht, sondern es kommt darauf an, mit wem Sie sich vergleichen, wer also ihre Referenzgruppe ist, und innerhalb dieser Referenzgruppe müssen sie eine gute Position haben. Das heißt, ein Arbeiter, der am Fließband steht kann unter Umständen glücklicher sein wie ein Manager, wenn er innerhalb seiner Arbeiterklasse eine relativ gute Position hat."
Für den Göttinger ist der Preis Ansporn, nach seiner Promotion in der Wissenschaft zu bleiben und nicht in die freie Wirtschaft zu gehen, wie er das zuvor erwogen hatte. Und der Träger eines zweiten Preises Oliver Nikutowski freut sich, dass er mit seinen Ideen zum ersten Mal ein Publikum fand:
"Wenn man die eigene Arbeit mal präsentieren kann und sieht dass die tatsächlich vielleicht auch gewürdigt wird. U und das ist halt in diesen Elfenbeintürmen so, dass wenig nach außen dringt, und man auch kein Feedback erhält."
Eine Plattform für Studierende: Das soll der Studienpreis sein. Und das heißt: Für viele Preisträger geht es nach der Preisverleihung erst los: mit Tagungen zum Thema, mit Veröffentlichungen, mit Unterstützung der Körber-Stiftung. Matthias Mayer, Projektleiter des Studien-Preises, über den Sinn all dieser Bemühungen:
"Es ist ja wunderbar, wenn man am Ende eines wissenschaftlichen Lebens mit dem Nobel-Preis ausgezeichnet wird und für sein Lebenswerk dann diese große Ehre erfährt, wir glauben aber dass es im Grunde wichtig ist, viele - in Anführungszeichen - ganz kleine Nobelpreise schon sehr früh in wissenschaftlichen Karrieren zu vergeben, um eben diese Ermutigung auszusprechen."
Doch nicht alles gibt an diesem Tag Anlass zum Feiern: Kulturstaatsminister a. D. Julian Nida-Rümelin machte darauf aufmerksam, dass die Zahl der Teilnehmer in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen ist. Die Bedingungen, mitzumachen, seien schwieriger geworden.
"Weil das Studium verschult wird zunehmend, also Spielräume, das nimmt ja Arbeitszeit in Anspruch, ein solches Forschungsprojekt zu erarbeiten, gar nicht mehr vorgesehen sind, für Studierende jedenfalls nicht und weil auch das Niveau an Reflexion gegenwärtig zurückgeht. Also viele Wissenschaftspolitiker sind sich dessen nicht bewusst, dass sie mit dieser Modularisierung und Berufsausrichtung der Studiengänge das Reflexionsniveau mit drücken."
Dennoch siegte der Optimismus, dass jetzt, mit zehn Jahren Deutscher Studienpreis, noch lange nicht Schluss ist. Sondern sich auch in Zukunft genügend förderungswürdige, junge Forscher dafür finden lassen.
Wer auch einmal beim Deutschen Studienpreis mitmachen will und noch keine 30 Jahre alt ist, der kann sich jetzt schon für den nächsten bewerben. Ausschreibungsende ist der 1. Oktober. Thema ist "Mittelpunkt Mensch? Leitbilder, Modelle und Ideen für die Vereinbarkeit von Arbeit und Leben."
Informationen dazu gibt es auf der Internetseite www.studienpreis.de.
"Wenn sie sich aber als schlimmer herausstellen als heute erwartet, können wir nicht mehr den alten amerikanischen Wahlspruch "If you don’t like it, go west” in die Tat umsetzen. Westlich vom Globus gibt es nichts mehr, wo wir hinziehen könnten."
Alternativen zum Wachstum aufzeigen: Das können sie, die Preisträger. Etwa die Berliner Designerin Elena Kikina, die eine ökologisch nachhaltige Kollektion entwickelt hat, die sich mit extrem geringem Aufwand produzieren ließe. Oder der Kölner Deutschlandfunk-Mitarbeiter Philipp Krohn, der sich der Metaphorik von Politikern annahm und nachwies, dass sie wirtschaftliches Wachstum als ewig unantastbaren Wert hinstellten. Oder der VWL-Promovend Peter Schwarz. Er zeigte: Für das Lebensglück ist viel entscheidender, ob jemand einen Arbeitsplatz hat oder nicht, als die Höhe des Einkommens.
"Es kommt nicht notwendigerweise darauf an, ob Sie viel verdienen, ob Sie jetzt ein Topmanager sind oder nicht, sondern es kommt darauf an, mit wem Sie sich vergleichen, wer also ihre Referenzgruppe ist, und innerhalb dieser Referenzgruppe müssen sie eine gute Position haben. Das heißt, ein Arbeiter, der am Fließband steht kann unter Umständen glücklicher sein wie ein Manager, wenn er innerhalb seiner Arbeiterklasse eine relativ gute Position hat."
Für den Göttinger ist der Preis Ansporn, nach seiner Promotion in der Wissenschaft zu bleiben und nicht in die freie Wirtschaft zu gehen, wie er das zuvor erwogen hatte. Und der Träger eines zweiten Preises Oliver Nikutowski freut sich, dass er mit seinen Ideen zum ersten Mal ein Publikum fand:
"Wenn man die eigene Arbeit mal präsentieren kann und sieht dass die tatsächlich vielleicht auch gewürdigt wird. U und das ist halt in diesen Elfenbeintürmen so, dass wenig nach außen dringt, und man auch kein Feedback erhält."
Eine Plattform für Studierende: Das soll der Studienpreis sein. Und das heißt: Für viele Preisträger geht es nach der Preisverleihung erst los: mit Tagungen zum Thema, mit Veröffentlichungen, mit Unterstützung der Körber-Stiftung. Matthias Mayer, Projektleiter des Studien-Preises, über den Sinn all dieser Bemühungen:
"Es ist ja wunderbar, wenn man am Ende eines wissenschaftlichen Lebens mit dem Nobel-Preis ausgezeichnet wird und für sein Lebenswerk dann diese große Ehre erfährt, wir glauben aber dass es im Grunde wichtig ist, viele - in Anführungszeichen - ganz kleine Nobelpreise schon sehr früh in wissenschaftlichen Karrieren zu vergeben, um eben diese Ermutigung auszusprechen."
Doch nicht alles gibt an diesem Tag Anlass zum Feiern: Kulturstaatsminister a. D. Julian Nida-Rümelin machte darauf aufmerksam, dass die Zahl der Teilnehmer in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen ist. Die Bedingungen, mitzumachen, seien schwieriger geworden.
"Weil das Studium verschult wird zunehmend, also Spielräume, das nimmt ja Arbeitszeit in Anspruch, ein solches Forschungsprojekt zu erarbeiten, gar nicht mehr vorgesehen sind, für Studierende jedenfalls nicht und weil auch das Niveau an Reflexion gegenwärtig zurückgeht. Also viele Wissenschaftspolitiker sind sich dessen nicht bewusst, dass sie mit dieser Modularisierung und Berufsausrichtung der Studiengänge das Reflexionsniveau mit drücken."
Dennoch siegte der Optimismus, dass jetzt, mit zehn Jahren Deutscher Studienpreis, noch lange nicht Schluss ist. Sondern sich auch in Zukunft genügend förderungswürdige, junge Forscher dafür finden lassen.
Wer auch einmal beim Deutschen Studienpreis mitmachen will und noch keine 30 Jahre alt ist, der kann sich jetzt schon für den nächsten bewerben. Ausschreibungsende ist der 1. Oktober. Thema ist "Mittelpunkt Mensch? Leitbilder, Modelle und Ideen für die Vereinbarkeit von Arbeit und Leben."
Informationen dazu gibt es auf der Internetseite www.studienpreis.de.