Medizinische Leitlinien sind eine feine Sache. Entwickelt von medizinischen Fachgesellschaften bündeln sie jahrelange Erfahrungen in Diagnose und Therapie einer bestimmten Krankheit, geben Empfehlungen für eine effektive Behandlung derselben und wägen Vor- und Nachteile verschiedener Behandlungsformen ab. Dennoch klagen viele, dass diese Leitlinien in der Praxis beispielsweise niedergelassener Ärzte kaum um- und eingesetzt werden. Den Grund hierfür kennt Oliver Koch vom Fraunhofer Institut für Software- und Systemtechnik in Dortmund:
" Diese Leitlinien sind zumeist verfügbar als PDFs, als Dokumente, die dann mindestens fünfzig bis hundert Seiten Umfang haben, und sind für den Arzt in der Praxis eigentlich nicht nutzbar. Das heißt, er kann, wenn er eine Fragestellung hat, die ihm letztendlich die Leitlinie beantworten könnte, dann hat er in der konkreten Behandlungssituation nicht die Zeit, das nachzuschlagen. "
Um da Abhilfe zu schaffen, haben die Fraunhofer-Forscher zunächst einen webbasierten Dienst entwickelt, der insgesamt 17 Leitlinien in einer gut aufbereiteten und an den einzelnen Behandlungsschritten von der Anamnese bis zur Therapie-orientierten Form präsentiert. Ruft man den Dienst auf, erscheinen auf der linken Bildhälfte des PC-Monitors 17 Krankheitsbilder. Was der Arzt dann machen kann, erläutert Oliver Koch am Beispiel der rheumatoiden Arthritis:
" Ich habe dann hier Verzweigungen, wo ich als Hausarzt sagen kann: Okay, ich muss ihn jetzt überweisen zum Rheumatologen, oder ich kann eben weiter erst mal differentialdiagnostische Maßnahmen durchführen. Ich bekomme dann jeweils kontextabhängig, also von der Aktivität abhängig Informationen. Hier zum Beispiel: Welche differentialdiagnostischen Maßnahmen könnte ich denn durchführen, also Röntgen, Sono und so weiter. "
Doch längst nicht jeder Hausarzt ist in seiner Praxis permanent online. In einem zweiten Schritt entwickeln die Forscher daher gerade in Zusammenarbeit mit einem Industriepartner eine Software, die all diese Sachen direkt in den normalen Bildschirmarbeitsplatz des Mediziners integriert.
" Wir versuchen einen anderen Weg noch zu gehen, das heißt, das direkt in das System zu integrieren. Der Arzt gibt also im Rahmen der medizinischen Dokumentation, im Rahmen der Behandlung beispielsweise Diagnoseinformationen ein oder er gibt Anamneseinformationen ein. Und im Rahmen dieser Informationseingabe bekommt er sukzessive Informationen auch bezüglich der Leitlinieninhalte gefüttert. Das heißt, er bekommt Informationen, welche Symptome er beispielsweise abzuprüfen hat, wenn seine erste Diagnose in Richtung einer Leitlinie, einer leitlinienbezogenen Erkrankung geht und kann so auch sich selbst absichern. "
In Gesprächen mit niedergelassenen Ärzten haben die Wissenschaftler jetzt erfahren, dass die es gerne noch einfacher und übersichtlicher hätten, und versuchen diesem Wunsch nachzukommen.
" Diese Leitlinien sind zumeist verfügbar als PDFs, als Dokumente, die dann mindestens fünfzig bis hundert Seiten Umfang haben, und sind für den Arzt in der Praxis eigentlich nicht nutzbar. Das heißt, er kann, wenn er eine Fragestellung hat, die ihm letztendlich die Leitlinie beantworten könnte, dann hat er in der konkreten Behandlungssituation nicht die Zeit, das nachzuschlagen. "
Um da Abhilfe zu schaffen, haben die Fraunhofer-Forscher zunächst einen webbasierten Dienst entwickelt, der insgesamt 17 Leitlinien in einer gut aufbereiteten und an den einzelnen Behandlungsschritten von der Anamnese bis zur Therapie-orientierten Form präsentiert. Ruft man den Dienst auf, erscheinen auf der linken Bildhälfte des PC-Monitors 17 Krankheitsbilder. Was der Arzt dann machen kann, erläutert Oliver Koch am Beispiel der rheumatoiden Arthritis:
" Ich habe dann hier Verzweigungen, wo ich als Hausarzt sagen kann: Okay, ich muss ihn jetzt überweisen zum Rheumatologen, oder ich kann eben weiter erst mal differentialdiagnostische Maßnahmen durchführen. Ich bekomme dann jeweils kontextabhängig, also von der Aktivität abhängig Informationen. Hier zum Beispiel: Welche differentialdiagnostischen Maßnahmen könnte ich denn durchführen, also Röntgen, Sono und so weiter. "
Doch längst nicht jeder Hausarzt ist in seiner Praxis permanent online. In einem zweiten Schritt entwickeln die Forscher daher gerade in Zusammenarbeit mit einem Industriepartner eine Software, die all diese Sachen direkt in den normalen Bildschirmarbeitsplatz des Mediziners integriert.
" Wir versuchen einen anderen Weg noch zu gehen, das heißt, das direkt in das System zu integrieren. Der Arzt gibt also im Rahmen der medizinischen Dokumentation, im Rahmen der Behandlung beispielsweise Diagnoseinformationen ein oder er gibt Anamneseinformationen ein. Und im Rahmen dieser Informationseingabe bekommt er sukzessive Informationen auch bezüglich der Leitlinieninhalte gefüttert. Das heißt, er bekommt Informationen, welche Symptome er beispielsweise abzuprüfen hat, wenn seine erste Diagnose in Richtung einer Leitlinie, einer leitlinienbezogenen Erkrankung geht und kann so auch sich selbst absichern. "
In Gesprächen mit niedergelassenen Ärzten haben die Wissenschaftler jetzt erfahren, dass die es gerne noch einfacher und übersichtlicher hätten, und versuchen diesem Wunsch nachzukommen.