Matthew Berger war in der Paläoanthropologenszene ein bislang unbeschriebenes Blatt, doch nun geht er als jüngster Entdecker einer neuen Frühmenschenart in die Annalen der Humanevolution ein. Im Sommer 2008 stieß der damals Achtjährige beim Spielen auf die ersten Fossilien von Australopithecus sediba. Sein Vater Lee Berger, Professor von der Universität von Johannesburg, entdeckte bei späteren Ausgrabungen in der Höhle im südafrikanischen Malapa zusammen mit Kollegen weitere Knochen, die zu zwei Teilskeletten gehören, beide knapp zwei Millionen Jahre alt.
"Die beiden Skelette füllen eine zeitliche und anatomische Lücke. Es sieht so aus, als könnte es sich hierbei um den Übergang von Australopithecus zu unserer Gattung Homo handeln. Obwohl die neue Art unserer Meinung nach definitiv zu Australopithecus gehört, gibt es schon eine Reihe anatomischer Eigenschaften, die sie mit den frühen Vertretern unserer Gattung wie Homo erectus oder Homo habilis teilt."
Bei den Funden handelt es sich um einen Schädel plus Skelettteile eines elf bis zwölf Jahre alten Jungen und um die versteinerten Überreste einer jungen, erwachsenen Frau. Beide hatten noch sehr kleine Gehirne, dazu lange Arme und starke Greifhände, mit denen sie gut klettern konnten. Damit gehört die Art sediba definitiv zur Gattung Australopithecus, auch wenn Becken und Schädel bereits Merkmale aufweisen, die unsere Gattung Homo auszeichnen. Lee Berger:
"Man darf dabei nicht außer Acht lassen, dass die meisten bislang bekannten Fossilien aus dieser Zeit nur bruchstückhaft vorhanden sind. Viele ältere Homo-Funde etwa aus Malawi oder Äthiopien wurden nur aufgrund einiger, weniger Knochen eingeordnet. Bei Australopithecus sediba sehen wir aber nun sehr deutlich, dass man tatsächlich mehr als nur ein Kieferbruchstück benötigt, um sich auf die Gattung und eventuell sogar auf die Art festlegen zu können."
Nachdem die Klassifizierung geklärt war stellte sich die Frage, wo genau im Stammbaum der Menschheit Australopithecus sediba einzuordnen ist. Die Namensgebung lässt Wichtiges vermuten, denn der Name "sediba" geht auf das Sesotho-Wort für "Urquell" zurück. Die exakte Einordnung ist jedoch schwierig, da diese Art ein Mosaik aus primitiven und modernen anatomischen Merkmalen ist, räumt auch der britische Paläoanthropologe Chris Stringer vom Naturhistorischen Museum im London ein.
"Diese neue Form hat zweifellos verschiedene Eigenschaften, aber letztendlich kann sie ja nur entweder zu Australopithecus oder zu Homo gehören. Wir vermuten, dass unsere Gattung Homo nur einmal entstanden ist, einfach weil spätere Formen alle die gleichen Eigenschaften aufweisen. Mit 1,9 Millionen Jahren ist der neue Fund meiner Ansicht nach allerdings etwas zu jung, um tatsächlich noch als Urvater unserer Gattung Homo in Frage zu kommen."
Lee Berger zufolge sind die beiden Skelette jedoch nur ein Schnappschuss aus der Zeit vor rund 1,8 Millionen Jahren und markieren weder den Anfang noch das Ende von Australopithecus sediba. Diese Spezies kann damit theoretisch auch schon wesentlich früher existiert haben und bleibt dem Forscher zufolge damit als Kandidat weiter im Rennen als Vorfahr unserer Gattung Homo.
"Letztlich gibt es drei Möglichkeiten: 1. Es handelt sich um einen direkten Vorfahr von Homo erectus. 2. Es ist ein Vorfahr der ersten Homo-Vertreter wie habilis oder rudolfensis. Allerdings schließen sich Punkt 1 und 2 gegenseitig aus, da unser Fund nicht der Urvater aller Homo-Arten sein kann. Oder 3., es ist ein Nebenzweig, der einfach die gleichen anatomischen Eigenschaften wie die ersten Homo-Vertreter zeigt, ohne deren Vorfahr zu sein."
Klar ist nur, dass Südafrika entgegen der Expertenmeinung der vergangenen Jahrzehnte wieder ins Rampenlicht der menschlichen Evolution gerückt ist.
"Die beiden Skelette füllen eine zeitliche und anatomische Lücke. Es sieht so aus, als könnte es sich hierbei um den Übergang von Australopithecus zu unserer Gattung Homo handeln. Obwohl die neue Art unserer Meinung nach definitiv zu Australopithecus gehört, gibt es schon eine Reihe anatomischer Eigenschaften, die sie mit den frühen Vertretern unserer Gattung wie Homo erectus oder Homo habilis teilt."
Bei den Funden handelt es sich um einen Schädel plus Skelettteile eines elf bis zwölf Jahre alten Jungen und um die versteinerten Überreste einer jungen, erwachsenen Frau. Beide hatten noch sehr kleine Gehirne, dazu lange Arme und starke Greifhände, mit denen sie gut klettern konnten. Damit gehört die Art sediba definitiv zur Gattung Australopithecus, auch wenn Becken und Schädel bereits Merkmale aufweisen, die unsere Gattung Homo auszeichnen. Lee Berger:
"Man darf dabei nicht außer Acht lassen, dass die meisten bislang bekannten Fossilien aus dieser Zeit nur bruchstückhaft vorhanden sind. Viele ältere Homo-Funde etwa aus Malawi oder Äthiopien wurden nur aufgrund einiger, weniger Knochen eingeordnet. Bei Australopithecus sediba sehen wir aber nun sehr deutlich, dass man tatsächlich mehr als nur ein Kieferbruchstück benötigt, um sich auf die Gattung und eventuell sogar auf die Art festlegen zu können."
Nachdem die Klassifizierung geklärt war stellte sich die Frage, wo genau im Stammbaum der Menschheit Australopithecus sediba einzuordnen ist. Die Namensgebung lässt Wichtiges vermuten, denn der Name "sediba" geht auf das Sesotho-Wort für "Urquell" zurück. Die exakte Einordnung ist jedoch schwierig, da diese Art ein Mosaik aus primitiven und modernen anatomischen Merkmalen ist, räumt auch der britische Paläoanthropologe Chris Stringer vom Naturhistorischen Museum im London ein.
"Diese neue Form hat zweifellos verschiedene Eigenschaften, aber letztendlich kann sie ja nur entweder zu Australopithecus oder zu Homo gehören. Wir vermuten, dass unsere Gattung Homo nur einmal entstanden ist, einfach weil spätere Formen alle die gleichen Eigenschaften aufweisen. Mit 1,9 Millionen Jahren ist der neue Fund meiner Ansicht nach allerdings etwas zu jung, um tatsächlich noch als Urvater unserer Gattung Homo in Frage zu kommen."
Lee Berger zufolge sind die beiden Skelette jedoch nur ein Schnappschuss aus der Zeit vor rund 1,8 Millionen Jahren und markieren weder den Anfang noch das Ende von Australopithecus sediba. Diese Spezies kann damit theoretisch auch schon wesentlich früher existiert haben und bleibt dem Forscher zufolge damit als Kandidat weiter im Rennen als Vorfahr unserer Gattung Homo.
"Letztlich gibt es drei Möglichkeiten: 1. Es handelt sich um einen direkten Vorfahr von Homo erectus. 2. Es ist ein Vorfahr der ersten Homo-Vertreter wie habilis oder rudolfensis. Allerdings schließen sich Punkt 1 und 2 gegenseitig aus, da unser Fund nicht der Urvater aller Homo-Arten sein kann. Oder 3., es ist ein Nebenzweig, der einfach die gleichen anatomischen Eigenschaften wie die ersten Homo-Vertreter zeigt, ohne deren Vorfahr zu sein."
Klar ist nur, dass Südafrika entgegen der Expertenmeinung der vergangenen Jahrzehnte wieder ins Rampenlicht der menschlichen Evolution gerückt ist.