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StartseiteWirtschaft am MittagWirtschaft kritisiert geplantes 5G-Netz17.09.2018

Neuer MobilfunkstandardWirtschaft kritisiert geplantes 5G-Netz

Der kommende Mobilfunkstandard 5G soll mehr Kapazitäten, mehr Geschwindigkeit und Datenübertragung in Echtzeit bringen. Die deutsche Wirtschaft wartet ungeduldig darauf - kritisiert jedoch die Pläne der Bundesnetzagentur zum Ausbau, weil sie weiterhin weiße Flecken bei der Abdeckung befürchtet.

Von Dieter Nürnberger

March 1, 2018 - Barcelona, Spain - 5G logo during the Mobile World Congress day 4, on March 1, 2018 in Barcelona, Spain.  (imago / Joan Cros)
Unternehmensführer der deutschen Wirtschaft fordern ein radikales Umdenken beim G5-Netzausbau (imago / Joan Cros)
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Die deutsche Wirtschaft wartet auf den neuen Standard - doch hat sie gleichzeitig starke Bedenken, dass der Netzausbau der Zukunftstechnik in ihrem Sinne verläuft. Rund 20 Führungskräfte und Verbandsexperten haben nun im "Handelsblatt" ihre Befürchtungen formuliert, dass der Ausbau nicht schnell genug und vor allem nicht flächendeckend vorankommen wird. Beispielsweise Johannes Gernandt, er ist Leiter des Kompetenzzentrums für wirtschaftspolitische Grundsatzfragen beim Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer VDMA: Pläne der zuständigen Bundesnetzagentur würden zwar eine 5G-Abdedckung von rund 98 Prozent der Bevölkerung vorsehen, doch blieben dadurch weiterhin auch weiße Flecken auf der Landkarte.

Weiterhin weiße Flecken auf der Landkarte

"Das betrifft vor allem die Ballungszentren, aber gerade viele unserer Mitgliedsunternehmen im VDMA produzieren oft in strukturschwachen Regionen. In der Schwarzwald-Region beispielsweise gibt es sogar einige Weltmarktführer. Und die würden dann nicht unter diese 98 Prozent der Bevölkerung fallen, so zumindest unsere Befürchtung. Genauso in der Landwirtschaft. Die werden nicht abgedeckt, die werden weiterhin ein weißer Fleck auf der Landkarte bleiben."

Weshalb Unternehmensführer nun ein radikales Umdenken fordern. Die Bundesnetzagentur will voraussichtlich Ende September die Weichen für die Vergabe der 5G-Lizenzen stellen. Nicht nur Wirtschaftsführer kritisieren, dass bei der Vergabe die bisherigen drei großen Netzbetreiber in Deutschland wohl unter sich bleiben werden. In der Bild-Zeitung wird auch von Bedenken innerhalb der Unionsfraktion berichtet. Es müsse eine Verpflichtung zum Ausbau geben - doch gerade dies sehen die Pläne der Netzagentur bislang nicht vor.

Knackpunkt Investitionssicherheit

Im Detail geht es auch darum, ob in der Anfangsphase mögliche neue Mitbewerber die Antennen der Konkurrenz mitbenutzen könnten, in der Fachsprache National Roaming genannt. Vertreter der Wirtschaft fordern dies. Auf der anderen Seite verweisen die Netzbetreiber gerade bei diesem Punkt auf Investitionssicherheit. Auch Nick Kriegeskotte, Bereichsleiter Telekommunikationspolitik beim IT-Dachverband Bitkom sieht in der Zulassung von National Roaming keinen Königsweg für den schnelleren Ausbau.

"Schädlich für den Wettbewerb"

"Es wird vorrangig von denjenigen gefordert, die derzeit keine Mobilfunknetze in Deutschland betreiben. Und es hilft auch nicht bei der Flächenabdeckung als solcher - den National Roaming funktioniert auch nur dort, wo bereits Mobilfunknetze vorhanden sind. Es ist zudem auch schädlich für den Wettbewerb der Netzbetreiber untereinander. Gerade derjenige, der die Flächenversorgung vorantreibt."

Derzeit warten die Marktteilnehmer auf die Bekanntgabe der Details und Konditionen bei der Lizenzvergabe des attraktiven 5G-Netzes. Marktführer Telekom beispielsweise will sich erst zu den eigenen Ausbauplänen äußern, wenn seitens der Bundesnetzagentur sämtliche Details benannt werden.

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