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StartseiteSport AktuellAthletensprecherin: Förderung sollte für komplettes Jahr gesichert sein30.03.2020

Neuer Termin für OlympiaAthletensprecherin: Förderung sollte für komplettes Jahr gesichert sein

Boxerin Nadine Apetz ist froh, dass schnell ein neuer Termin für die Olympischen Spiele gefunden worden ist. Es sei nun wichtig, dass die Förderung für die Athleten mindestens bis zum Ende der Spiele im nächsten Jahr fortdauere, sagte sie im Dlf.

Nadine Apetz im Gespräch mit Jessica Sturmberg

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Boxerin Nadine Apetz (2017) (xFuturexImage/imago)
Ich denke, es ist im Interesse aller Athleten, dass die Förderung mindestens bis zu den Olympischen Spielen nächstes Jahr fortdauert, sagt Nadine Apetz. (xFuturexImage/imago)
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Jessica Sturmberg: Der Termin für die Olympischen Spiele steht fest. Was bedeutet das für Sie?

Nadine Apetz: Ich finde es auf jeden Fall erst mal sehr gut, dass man sich jetzt doch relativ schnell auf einen neuen Termin geeinigt hat, dass vor allem auch ein neuer Termin gefunden wurde. Das heißt für uns jetzt, dass da die Planungen schon losgehen - sei es Hotels oder die Unterbringung der Sportler, sei es irgendwie die Planung der ganzen restlichen Sportereignisse, die ja für nächstes Jahr schon anstanden.

Das ist auf jeden Fall schon mal ein großer Schritt in die richtige Richtung, da jetzt quasi konkret mit der Planung für nächstes Jahr begonnen werden kann. Wobei natürlich momentan die Situation immer noch gleiche ist. Aber es ist auf jeden Fall schon mal ein richtiger Schritt.

"Denkbar knapp vorbei am großen Ziel"

Sturmberg: Sie standen bei der Qualifikation im Grunde kurz vor dem Zielstrich. Also ein Boxkampf hat noch gefehlt, und dann wären sie qualifiziert gewesen. Was heißt das denn jetzt eigentlich für Sie?

Apetz: Ja, genau das war denkbar knapp vorbei am großen Ziel. Es ist natürlich jetzt die große Frage. Ich hoffe, dass die Europa-Quali, die in London abgebrochen wurde, dass die jetzt tatsächlich auch nächstes Jahr, Anfang nächstes Jahr irgendwann, wann auch immer dann genau, da fortgeführt wird, wo sie jetzt abgebrochen wurde. Das heißt, das alle in derselben Situation wieder ins Turnier einsteigen, wo sie es jetzt verlassen haben oder verlassen mussten. Ich hoffe deswegen auch, dass es so ist, weil zwei Gewichtsklassen bei den Männern haben ihre Qualifikationsplätze schon ausgeboxt, das heißt, in 52 Kilo und 57 Kilo stehen schon die Qualifizierten fest. Alleine deshalb müsste es ja eigentlich jetzt auch so weitergehen, wie es aufgehört hat. Aber das ist halt die große Frage. Da bange ich noch ein bisschen drum.

Hoffnung auf weitere Förderung

Sturmberg: Wie sieht das dann mit ihrer Sportförderung aus? Bleibt die dann jetzt auch ein Jahr weiter fortbestehen?

Apetz: Das ist genauso eine gute Frage. Das wissen wir so ganz konkret auch noch nicht. Uns wurde natürlich seitens der Stiftung Deutsche Sporthilfe und auch seitens der Bundeswehr zugesichert, dass die momentane Förderperiode quasi fortbesteht. Das heißt, bis Ende des Jahres sind auf jeden Fall alle erst einmal gesichert und dann normalerweise werden ja dann die Kaderlisten überprüft und eventuell kommen da Wechsel rein - werden manche nach oben und manche nach unten gestuft. Und wie das jetzt passieren wird, wenn das ganze Jahr quasi keine Wettkämpfe mehr stattfinden, das muss sich der Verband jetzt noch überlegen. Da werde ich sicherlich auch mit einbezogen werden, da ich ja Athletensprecherin bin. Das sind alles Dinge, die wir uns dann gegen Ende des Jahres überlegen müssen. Und dann hoffe ich natürlich, dass trotz dieses Stillstandes momentan die Bundeswehr und auch die Sporthilfe in der Lage sein werden, uns auch nächstes Jahr  dann, wenn es drauf ankommt, eine gute Förderung zu geben.

Sturmberg: Normalerweise berechnet sich so eine Förderung in dem Olympiazyklus. Jetzt ist der Olympiazyklus im Grunde ein Jahr länger. Also wäre ja im Grunde fast die logische Folge, dass sich das dann auch um ein Jahr verlängert?

Apetz: Ich denke, das muss man flexibel sehen – von Athlet zu Athlet. Es gibt bestimmt einige, die dieses Jahr mit den Olympischen Spielen ihr Karriereende feiern wollten. Die jetzt quasi dazu zu zwingen, wieder ein komplettes Jahr in der Förderung zu bleiben. Klar wäre es wunderbar, wenn die Förderung für ein komplettes Jahr gesichert wäre, aber ob man dann früher aussteigt oder nicht, das denke ich, muss jedem überlassen werden.

Weitere Verschiebung kommt für Apetz nicht infrage

Sturmberg: Also es sollte vor allem eine Entscheidung der Athleten sein?

Apetz: Ich denke, es ist im Interesse aller Athleten, dass die Förderung mindestens bis zu den Olympischen Spielen nächstes Jahr fortdauert. Also jetzt noch über ein Jahr. Das hängt ja auch von Verband zu Verband davon ab. Bei manchen gibt es bestimmte Förderprogramme, die eben quasi nur bis kurz nach den Spielen gelaufen wären. Jetzt zum Beispiel die Bundeswehrstellen, das ist flexibel. Die enden jetzt nicht automatisch immer zum am 31. Dezember. Ich würde mir für alle Olympia-Athleten wünschen, dass es mindestens bis zum Ende der Spiele geht, um sich dann irgendwie karrieretechnisch umzuorientieren.

Sturmberg: Es ist sehr schwer vorstellbar, dass diese Spiele noch einmal verschoben würden. Ich glaube, an dem Termin wird man dann auch festhalten. Also wenn sich die Lage bis dahin nicht verbessert haben sollte, was wäre denn für sie die Konsequenz?

Apetz: Also wenn es auch nächstes Jahr zu der Entscheidung kommen müsste, aufgrund der Corona-Epidemie oder Pandemie, dass man die Spiele auch trotz eines Jahres später nicht stattfinden lassen kann, dann hieße das für mich, denke ich im Umkehrschluss, dass mein Olympiatraum damit gegessen wäre. Ich bin ja wie gesagt noch in der Doktorarbeit und ich muss mir natürlich auch jetzt so langsam schon überlegen, was kommt nach dem Sport? Bieten sich da eventuell irgendwelche Möglichkeiten für den Jobeinstieg und so weiter. Und dann das ganze nochmal ein Jahr zu verschieben, das wäre mir dann tatsächlich doch zu lang.

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

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