USA
Neuer US-Zentralbankchef Warsh vom Senat bestätigt

Der Kandidat von US-Präsident Trump für die Leitung der Notenbank Fed, Warsh, ist vom Senat bestätigt worden. Die Senatoren sprachen sich mit einer Mehrheit von 54 zu 45 Stimmen für den früheren Fed-Gouverneur aus. Warsh soll Amtsinhaber Powell am Freitag ablösen.

    Kevin Warsh steht hinter einem Mikrofon und hält seine rechte Hand in die Höhe, in der er einen Stift hält.
    Kevin Warsh wird bald die US-Notenbank Fed leiten. (AP / Jose Luis Magana)
    Die Nominierung fällt in eine Phase wachsender Spannungen zwischen Regierung und Notenbank. Trump hatte wiederholt vergeblich niedrigere Zinsen gefordert und dabei auch Powell attackiert. Seine Angriffe auf die Federal Reserve lösten an den Finanzmärkten Sorgen um die politische Unabhängigkeit der Institution aus. Warsh sicherte zu, die Fed gegen Einflussnahme aus dem Weißen Haus zu verteidigen.

    Steile Karriere in der Finanzwelt

    Warsh, der zuletzt an der Universität Stanford tätig war, gilt eigentlich als "Inflation Hawk". Er tendiert also eher zu einer restriktiveren Geldpolitik, um die Inflation in den Griff zu bekommen. Der 56-Jährige soll sich allerdings laut US-Medien offen für niedrigere Leitzinsen gezeigt haben. 
    Er ist Schwiegersohn des engen und langjährigen Trump-Freundes Ronald Lauder, ist ausgewiesener Finanzexperte und hat eine steile Karriere hinter sich. Geboren im Bundesstaat New York, studierte er Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Wirtschaft und Statistik an der Elite-Universität Stanford und legte 1995 an der renommierten Harvard Law School einen Jura-Abschluss ab.
    Danach arbeitete er bei der Großbank Morgan Stanley im Investmentbanking, bevor es ihn 2002 in die Politik zog. Als Sonderberater unterstützte er den damaligen Präsidenten George W. Bush in der Wirtschafts- und Finanzpolitik. Bush nominierte ihn dann für den Posten des Fed-Führungsgremiums, dem er bis 2011 angehörte und dort Vertreter der Fed bei den G20-Staaten war. 
    Mit nur 35 Jahren wurde er Fed-Gouverneur. Als jüngstes Vorstandsmitglied in der Geschichte der Notenbank stand er schon einmal kurz davor, sie zu leiten. Bereits 2017 soll Trump erwogen haben, ihn als Nachfolger für Janet Yellen zu nominieren - er entschied sich aber schließlich für Powell. 
    Diese Nachricht wurde am 13.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.