Donnerstag, 26.11.2020
 
StartseiteCorso"Ein konstantes Checken der Situation"18.11.2020

Neues AnnenMayKantereit Album "Ein konstantes Checken der Situation"

Das neue AnnenMayKantereit-Album "12" entstand während der Pandemie - ein Konzeptalbum über die Zustände in Moria, den Horror in Hanau und eine ungewisse Zukunft. "Die Perspektiven verschieben sich die ganze Zeit", sagte der Sänger und Songschreiber Henning May im Dlf.

Henning May im Gespräch mit Susanne Luerweg

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Promofoto von AnnenMayKantereit. Die Mitglieder der Band blicken leicht verschwommen in die Kamera. (Martin Lamberty)
Unsichere Zeiten - das neue Album "12" von AnnenMayKantereit (Martin Lamberty)
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AnnenMayKantereit: "Zwölf" Schamlos emotional

"Auf der Menschen Uhr schlägt eine neue Zeit: 12" - so Henning May auf dem 3. Album der Band AnnenMayKantereit, das gestern erschien. Eigentlich wollte die Band auf große Tour gehen – die größte Tour ihrer Karriere - , doch Corona änderte ihre Pläne. Plötzlich saßen sie alle wieder alleine zu Hause und mussten das erst einmal kompensieren. "Wir können jetzt nicht einfach zu Hause rumsitzen, wir müssen was machen", beschrieb der Musiker im Dlf die damalige Stimmungslage. Also machten sie Musik und versuchten die Gefühlslage einzufangen. Die Stücke sind relativ kurz, entsprechend den vielen Emotionen, von denen die Musiker überrannt wurden.

Nervös wegen Donald Trump

"Aufgrund der Tatsache, dass ich immer noch nervös bin, dass Donald Trump irgendetwas Verrücktes macht, lese ich immer noch ein bisschen zu viel Nachrichten manchmal", so der Künstler. Aber es sei weniger geworden als während der Pandemie – "ein konstantes Checken der Situation." Neu sei die Erfahrung, wie abhängig das eigenen Leben von der Politik ist und davon, dass die Leute einen guten Job machen. "Jetzt gerade live wird entschieden, wie es für mich als Einzelperson auch weitergeht." 

Helden, die Leid lindern

Vom dem Heldenvideo der Bundesregierung, dass zum Nichtstun aufruft während der Pandemie, fühlt Henning May sich nicht angesprochen sondern  enttäuscht. Das Video hätte Menschen zeigen können, die hart arbeiten, um durch die Krise zu kommen oder sie lindern. "Dass der Mittelpunkt des Heldentums Faulsein ist, das habe ich nicht verstanden." Helden sind für den Musiker die Menschen auf den Intensivstationen und Carola Rackete.

Interessen der Kultur stärker vertreten 

Der Musiker Till Brönner forderte, lauter zu werden während Corona, um die Situation von Künstlern zu verbessern. Nicht lauter sondern präziser und wirkungsvoller müssten die Menschen aus der Kulturbranche auf die schwierige Situation reagieren, so Henning May. Die Einzelnen der Branche seien nicht in einer Gewerkschaft oder ähnlichem. "Wir sind einfach schlecht darin, unsere Interessen zu vertreten."

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