Corso 04.11.2019

Neues Streaming-Portal AppleTV+Benutzerunfreundliche Oberfläche, aber starke InhalteJulian Ignatowitsch im Gespräch mit Achim Hahn

Beitrag hören Eine Person tippt mit dem Finger auf ein Tablet. (imago / Jochen Tack)Auch Apple mischt jetzt auf dem Streaming-Markt mit (imago / Jochen Tack)

Die etablierten Streaming-Anbieter bekommen namhafte Konkurrenz. Apple hat am Freitag seinen Streaming-Dienst Apple TV+ gestartet. Damit stärke das Unternehmen den eigenen Mythos und erweitere auch den Geschäftsbereich, meint Serienkritiker Julian Ignatowitsch.

Der Serienmarkt sei ein sehr lukrativer Markt, der immer noch wachse. "Apple hat ja hier auch das Kleingeld, um Expertise und prominente Namen einzukaufen", so Ignatowitsch.

 Apple setzt auf wohlklingende Namen

Apple TV+ bietet ausschließlich Eigenproduktionen, also keine zusätzlich eingekauften Lizenzfilme oder -serien. Deshalb sei das Angebot aber auch überschaubar: vier große Serien, eine exklusive Dokumentation, eine Literaturshow mit Oprah Winfrey und drei Kinderserien. "Dabei sind dann eben auch prominente Namen aus Hollywood: Schauspieler wie Jennifer Aniston, Reese Witherspoon, Steve Carell; Drehbuchschreiber Steven Knight, der bekannt ist von renommierten Serien wie 'Taboo' oder 'Peaky Blinders'." Auch eine Serie von Steven Spielberg hat Apple angekündigt.

Potenzieller Hit: "The Morning Show"

Es gebe durchaus Serienflaggschiffe, die zum Beispiel mit der Hit-Serie "Mad Men" vergleichbar seien. Für Julian Ignatowitsch ist - auch im Gegensatz zu vielen Kritikern - insbesondere die Serie "The Morning Show" herausragend. "Diese Serie erzählt aus dem Innenleben des amerikanischen Privatfernsehens und von #MeToo" - und sie zeige sehr viele Facetten: "Starke Frauen, gebrochene und verletzte Männer, aber auch viel Testosteron, viel Heuchelei. Und das wird alles mit gutem Tempo und einem sehr bissigen Humor aufgeführt."

Benutzeroberfläche mit großem Nachbesserungsbedarf
 

Größter Kritikpunkt ist für Julian Ignatowitsch die Benutzeroberfläche, die unübersichtlich sei und auch den üblichen Komfort vermissen lasse. Das Programm merke sich zum Beispiel nicht, bei welcher Episode man gerade stehe. "Da muss Apple sicher einiges nachholen in den nächsten Tagen."

Während Apple TV+ wohl stark auf Innovation setzen werde, sei vom Mitte November startenden neuen Streaming-Dienst Disney+ indes weniger Neues zu erwarten: Nach Ansicht des Kritikers wird Disney+ vor allem auf bewährte Titel bauen. "Also die Zeichentrick-Klassiker, vielleicht zum Teil neu aufgelegt, das Marvel-Universum mit den Superhelden, Pixar und natürlich Star Wars, und das ist bei Apple eben anders."

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