Gießen
Neugründung der AfD-Jugendorganisation - Experten: "Keine Mäßigung zu erwarten"

Im hessischen Gießen will sich heute und morgen die Jugendorganisation der AfD neu gründen.

    Die Junge Alternative hatte sich im Frühjahr aufgelöst. Zuvor war sie vom Bundesamt für den Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft. Beobachtern zufolge sollte mit der Auflösung der JA negativen Auswirkungen auf die Mutterpartei vorgebeugt werden. Designierter Vorsitzender der neuen Organisation mit dem voraussichtlichen Namen "Generation Deutschland" ist der Brandenburger Landtagsabgeordnete Hohm. Der Potsdamer Rechtsextremismusexperte Christoph Schulze sagte der "Welt", die bevorstehende Wahl Hohms sei "keinesfalls als Signal für eine Mäßigung zu werten”. Vielmehr stehe sie für ein "Festhalten am radikalen Kurs der bisherigen Jugendorganisation", erklärte der Forscher vom Moses-Mendelssohn-Zentrum für europäisch-jüdische Studien. Ähnlich äußerte sich die Trierer Politikwissenschaftlerin Anna-Sophie Heinze. Hohm wird vom Verfassungsschutz Brandenburg als Rechtsextremist geführt. Gegenüber dem Deutschlandfunk bekräftigte er, er würde sich nie von der Identitären Bewegung distanzieren.
    Gegen die Neugründung der AfD-Jugendorganisation wurde für mehrere Proteste mobilisiert. Zehntausende Teilnehmer werden erwartet. Vereinzelt kam es am Vormittag zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Zudem gab es Stör- und Blockadeaktionen im Umfeld des Veranstaltungsorts. Auch Sachbeschädigungen wurden gemeldet.
    Diese Nachricht wurde am 29.11.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.