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StartseiteSport am Wochenende"Atmosphärisch geht es ohne Fans nicht"01.01.2021

Neujahrsspringen in Pandemie-Zeiten"Atmosphärisch geht es ohne Fans nicht"

Das Neujahrsspringen der Vierschanzentournee in Garmisch-Partenkirchen ist unter Corona-Bedingungen reibungslos verlaufen. Der Umgang mit dem Virus sei jedoch eine Herausforderung gewesen, sagte Sabrina Pieri aus dem Organisations-Komitee im Dlf. Vermisst hat Pieri zudem die Fans.

Sabrina Pieri im Gespräch mit Matthias Friebe

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Garmisch-Partenkirchen, Deutschland 01. Januar 2021: 69. Vierschanzentournee 2020 / 2021 - Garmisch - Partenkirchen - Springen - Der einzige Zuschauer beim Springen in Garmisch-Partenkirchen ist ein kleiner Skispringer als Model mi einem Banner Zieeeeeh Adler Zieeeeh. Olympia Skistadion Bayern *** Garmisch Partenkirchen, Germany 01 January 2021 69 Four Hills Tournament 2020 2021 Garmisch Partenkirchen Jumping The only spectator at the jumping in Garmisch Partenkirchen is a small ski jumper as a model with a banner Zieeeeeh Adler Zieeeeh Olympia Skistadion Bayern Copyright: xFotostandx/xWagnerx  (imago images / Fotostand)
Der einzige Zuschauer beim Springen in Garmisch-Partenkirchen. (imago images / Fotostand)
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Sabrina Pieri hatte vor dem Neujahrsspringen der Vierschanzentournee in Garmisch-Partenkirchen zwei schlaflose Nächte. Zu groß war die Anspannung bei der Generalsekretärin der Organisationskomitees (OK). Zum ersten Mal fand das Springen unter Pandemiebedingungen statt. Zudem war es vor dem Springen in Oberstdorf aufgrund falsch-positiver Corona-Test zu Turbulenzen gekommen. Nachdem das polnische Team zunächst ausgeschlossen wurde, durfte es kurzfristig aber doch starten. In Garmisch-Patenkirchen funktionierte jedoch alles problemlos. "Es hat wie am Schnürchen geklappt, als hätten wir nie etwas anderes gemacht", sagte Pieri im Dlf.

Der Blick nach Oberstdorf sei sehr bange gewesen. "Das ist ja für uns alle neu. Wie geht man mit so einer Situation um? Wie kommuniziert man? Mit wem kommuniziert man? Das ist uns aber relativ gut gelungen. Wir hatten einen positiven Fall und haben das gemeinsam, denke ich, ganz gut gelöst", sagte Pieri.

Kommunikationsproblem in Oberstdorf

Die Organisatoren aus Oberstdorf nahm Pieri in Schutz. Sie träfe keine Schuld, das Ganze sei vielmehr ein Kommunikationsproblem gewesen. "Insbesondere glaube ich, dass es problematisch war, dass die Entscheidung der Behörde über das OK kommuniziert wurde. Das löst einen Druck auf das OK aus, dem man sich nicht aussetzen muss. Das haben wir versucht zu vermeiden und das ist uns auch gelungen."

Ski nordisch / Skispringen: Weltcup, Vierschanzentournee, Großschanze, Herren, 1. Durchgang. Markus Eisenbichler aus Deutschland springt über der leeren Tribüne. (picture alliance / dpa / Daniel Karmann) (picture alliance / dpa / Daniel Karmann)Nicht im Sinne des Sports
Die Vierschanzentournee habe mit Coronafällen, einem Hin und Her um Starterlaubnisse und Einmischungen aus der Politik einen Fehlstart erlebt, kommentiert Matthias Friebe.

Der Umgang mit dem Coronavirus sei auch die größte Herausforderung in diesem Jahr gewesen. "Wenn das schiefgeht, kippt einem die ganze Veranstaltung", so Pieri. "Im Worst Case kann es passieren, dass die großen Mannschaften in Summe von der Veranstaltung ausgeschlossen werden. Und verliert die Veranstaltung natürlich jegliches Interesse." Besonders anstrengend bei der Organisation sei gewesen, alle Organisations-Bereiche - wie zum Beispiel den Sportbereich - unter einen Hut zu bekommen. "Das ist nicht ganz so einfach."

"Eine Katastrophe für die gesamte Region"

Aufgrund der Corona-Pandemie musste das Springen in diesem Jahr auch ohne Zuschauer stattfinden. Das treffe vor allem den Ort Garmisch-Patenkirchen laut Pieri, denn Touristen sind in diesem Jahr nicht gekommen. "Das ist für die gesamte Region eine Katastrophe".

Das Springen gewann der Pole Dawid Kubacki und stellte dabei mit 144 Metern einen Schanzenrekord auf. Sportlich gehe es auch ohne Fans, sagte Pieri. "Aber atmosphärisch nicht. Und er Sport lebt auch von der Atmosphäre." Für Pieri selbst sei es ein "ganz eigenartiges Gefühl" gewesen, die Springen ohne Fans zu erleben. "Ein Riesenstadion, eine Schnanze in Topzustand, Sportler, die Top-Leistungen abliefern und ein Schanzenrekord, der nicht bejubelt wird. Das ist ganz ganz eigenartig."

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