Die Fachleute sind sich einig: Derzeit wird in Deutschland zu viel Fläche verbraucht für Siedlung und Verkehr. Und das Ärgerliche daran: Oft ist es gerade der wertvolle, fruchtbare Boden, der bebaut wird. Und deshalb fordern die Experten, dass zum einen die Bodenqualität beim Flächenverbrauch stärker berücksichtigt wird und zum anderen, dass die notwendige Siedlungserweiterung auf brachliegenden, ehemals gewerblich oder industriell genutzten Flächen stattfinden sollte. Neben rechtlichen Regelungen ist dafür natürlich oft auch die Sanierung dieser Flächen notwendig. Und genau darum ging es auf einem Altlastensymposium in Köln.
Es gibt inzwischen eine Vielzahl von möglichen Sanierungsverfahren, begonnen beim Bagger, der Boden aushebt, der dann entweder zu einer Bodenbehandlungsanlage gebracht wird oder auch nur auf einer gesicherten Deponie abgelagert wird. Aber Altlastensanierung ist nicht nur ein Thema für den Boden, sondern mit den Kontaminationen des Bodens gehen auch Belastungen des Grundwassers einher, so dass also Altlastensanierung immer sowohl Boden als auch Grundwasser ist, also das heißt, man muss auch über Reinigungsverfahren für belastetes Grundwasser reden. Da gibt es auch eine Vielzahl von technischen Verfahren, wie man Grundwasser reinigt, inzwischen übrigens auch einige sehr interessante innovative Verfahren, die sich zurzeit in der Beprobung oder in der Diskussion noch befinden.
Gerhard Kmoch, Geschäftsführer des Altlastensanierungs- und Altlastenaufbereitungsverbandes Nordrhein-Westfalen. Wie solche zukunftsweisenden Sanierungsverfahren aussehen, davon konnten sich die Teilnehmer der Altlasten-Tagung in einer Ausstellung ein Bild machen. So nutzen etwa Ingenieure des Umwelttechnik-Unternehmens Alstom die Fähigkeit von Eisen, Schadstoffe im Grundwasser abzubauen. Wie das funktioniert, erklärt Alstom-Geschäftsführer Peter Rissing:
"Das Besondere ist, dass Eisen eingesetzt wird, das eine sehr kleine Partikel-Größe hat. Dadurch ist das Eisen hochreaktiv und besitzt damit die Fähigkeit, innerhalb sehr kurzer Zeit mit dem Schadstoff zu reagieren und damit Probleme, die sonst vielleicht innerhalb vieler Jahre nur gelöst werden können, in vergleichsweise kurzen Zeiträumen wie wenigen Monaten, gelöst werden. Man hat eine Suspension des Eisens in Wasser, und diese Suspension injiziert man jetzt in den Untergrund. Das läuft ähnlich ab wie bei einer Bohrung. Man hat eine Lanze, die in den Untergrund getrieben wird, und dann wird mit einem Druck die Suspension in den Untergrund eingepresst."
Laut Rissing soll das Verfahren künftig vor allem dort zum Einsatz kommen, wo Metall verarbeitende Industrie oder chemische Reinigungen das Grundwasser mit Schwermetallen und anderen Schadstoffen verunreinigt haben.
Dabei ist der Umweltschutz nicht zu trennen von wirtschaftlichen und städtebaulichen Überlegungen, sagt Altlasten-Experte Kmoch. Denn gerade im Ruhrgebiet sind viele der belasteten Industrie-Flächen durch ihre zentrale Lage für Stadtplaner attraktiv, gleichzeitig sollten Flächen außerhalb von Städten geschont werden:
"Die Statistiken zeigen, dass, wenn man weiterhin die grüne Wiese nutzt, und wir nutzen jeden Tag grüne Wiese, jeden Tag werden zur Zeit 100 Hektar an grüner Wiese versiegelt, also Bebauungszwecken zugeführt, und da kann man sich irgendwann ausrechnen, dass Deutschland dann soweit versiegelt wäre, dass eben nicht mehr genügend Freiraum zum Leben bliebe. Wenn wir weiterhin nur die grüne Wiese nutzen, und die Leute eben aus den Städten heraussiedeln, dann heißt das, dass demnächst nur noch ein Bruchteil der Menschen die Infrastrukturkosten einer Stadt bezahlen. Alle anderen nutzen dann die Infrastruktur, weil sie von der grünen Wiese ins Theater fahren, zahlen aber nicht dafür. Das ist ein Zustand, der auf Dauer für eine Gesellschaft nicht tragbar sein wird."
Laut Umweltbundesamt gibt es in Deutschland über 250.000 Altlastenverdachtsfälle, davon alleine 50.000 in Nordrhein-Westfalen. Die Zahlen machen klar: Die Sanierung von Altlasten ist eine der zentralen Aufgaben künftiger Umweltpolitik:
"Es ist eine gewaltige Zahl, ja, wobei man sagen muss, erstens, die Erfahrung zeigt, dass Altlastenverdachtsflächen sich nur zu einem Prozentsatz von zehn bis zwanzig Prozent als tatsächliche Altlasten herausstellen, das heißt also 80 bis 90 Prozent der Fälle können tatsächlich nachher aus dem Altlastenverdacht entlassen werden. Man muss sie nur vorher untersuchen, und das ist bisher auch in vielen Fällen noch nicht geschehen. Und diese verbleibenden Altlasten kann man nur so bewältigen, dass man eben so genannte Prioritätslisten aufstellt, so machen wir das auch, welche Fälle sind die dringlichsten, die müssen sofort angegangen werden. Bei den anderen, die man nicht sofort angehen kann, finden in der Regel dann Untersuchungen statt, und man beobachtet den Schaden und schaut, ob er eben zu einer akuten Gefährdung wird oder ob man ihn noch ein paar Jahre liegen lassen kann, so ist die Altlastenpraxis, nicht nur in NRW, sondern in ganz Deutschland."
Es gibt inzwischen eine Vielzahl von möglichen Sanierungsverfahren, begonnen beim Bagger, der Boden aushebt, der dann entweder zu einer Bodenbehandlungsanlage gebracht wird oder auch nur auf einer gesicherten Deponie abgelagert wird. Aber Altlastensanierung ist nicht nur ein Thema für den Boden, sondern mit den Kontaminationen des Bodens gehen auch Belastungen des Grundwassers einher, so dass also Altlastensanierung immer sowohl Boden als auch Grundwasser ist, also das heißt, man muss auch über Reinigungsverfahren für belastetes Grundwasser reden. Da gibt es auch eine Vielzahl von technischen Verfahren, wie man Grundwasser reinigt, inzwischen übrigens auch einige sehr interessante innovative Verfahren, die sich zurzeit in der Beprobung oder in der Diskussion noch befinden.
Gerhard Kmoch, Geschäftsführer des Altlastensanierungs- und Altlastenaufbereitungsverbandes Nordrhein-Westfalen. Wie solche zukunftsweisenden Sanierungsverfahren aussehen, davon konnten sich die Teilnehmer der Altlasten-Tagung in einer Ausstellung ein Bild machen. So nutzen etwa Ingenieure des Umwelttechnik-Unternehmens Alstom die Fähigkeit von Eisen, Schadstoffe im Grundwasser abzubauen. Wie das funktioniert, erklärt Alstom-Geschäftsführer Peter Rissing:
"Das Besondere ist, dass Eisen eingesetzt wird, das eine sehr kleine Partikel-Größe hat. Dadurch ist das Eisen hochreaktiv und besitzt damit die Fähigkeit, innerhalb sehr kurzer Zeit mit dem Schadstoff zu reagieren und damit Probleme, die sonst vielleicht innerhalb vieler Jahre nur gelöst werden können, in vergleichsweise kurzen Zeiträumen wie wenigen Monaten, gelöst werden. Man hat eine Suspension des Eisens in Wasser, und diese Suspension injiziert man jetzt in den Untergrund. Das läuft ähnlich ab wie bei einer Bohrung. Man hat eine Lanze, die in den Untergrund getrieben wird, und dann wird mit einem Druck die Suspension in den Untergrund eingepresst."
Laut Rissing soll das Verfahren künftig vor allem dort zum Einsatz kommen, wo Metall verarbeitende Industrie oder chemische Reinigungen das Grundwasser mit Schwermetallen und anderen Schadstoffen verunreinigt haben.
Dabei ist der Umweltschutz nicht zu trennen von wirtschaftlichen und städtebaulichen Überlegungen, sagt Altlasten-Experte Kmoch. Denn gerade im Ruhrgebiet sind viele der belasteten Industrie-Flächen durch ihre zentrale Lage für Stadtplaner attraktiv, gleichzeitig sollten Flächen außerhalb von Städten geschont werden:
"Die Statistiken zeigen, dass, wenn man weiterhin die grüne Wiese nutzt, und wir nutzen jeden Tag grüne Wiese, jeden Tag werden zur Zeit 100 Hektar an grüner Wiese versiegelt, also Bebauungszwecken zugeführt, und da kann man sich irgendwann ausrechnen, dass Deutschland dann soweit versiegelt wäre, dass eben nicht mehr genügend Freiraum zum Leben bliebe. Wenn wir weiterhin nur die grüne Wiese nutzen, und die Leute eben aus den Städten heraussiedeln, dann heißt das, dass demnächst nur noch ein Bruchteil der Menschen die Infrastrukturkosten einer Stadt bezahlen. Alle anderen nutzen dann die Infrastruktur, weil sie von der grünen Wiese ins Theater fahren, zahlen aber nicht dafür. Das ist ein Zustand, der auf Dauer für eine Gesellschaft nicht tragbar sein wird."
Laut Umweltbundesamt gibt es in Deutschland über 250.000 Altlastenverdachtsfälle, davon alleine 50.000 in Nordrhein-Westfalen. Die Zahlen machen klar: Die Sanierung von Altlasten ist eine der zentralen Aufgaben künftiger Umweltpolitik:
"Es ist eine gewaltige Zahl, ja, wobei man sagen muss, erstens, die Erfahrung zeigt, dass Altlastenverdachtsflächen sich nur zu einem Prozentsatz von zehn bis zwanzig Prozent als tatsächliche Altlasten herausstellen, das heißt also 80 bis 90 Prozent der Fälle können tatsächlich nachher aus dem Altlastenverdacht entlassen werden. Man muss sie nur vorher untersuchen, und das ist bisher auch in vielen Fällen noch nicht geschehen. Und diese verbleibenden Altlasten kann man nur so bewältigen, dass man eben so genannte Prioritätslisten aufstellt, so machen wir das auch, welche Fälle sind die dringlichsten, die müssen sofort angegangen werden. Bei den anderen, die man nicht sofort angehen kann, finden in der Regel dann Untersuchungen statt, und man beobachtet den Schaden und schaut, ob er eben zu einer akuten Gefährdung wird oder ob man ihn noch ein paar Jahre liegen lassen kann, so ist die Altlastenpraxis, nicht nur in NRW, sondern in ganz Deutschland."