Freitag, 03. Dezember 2021

Newsblog zum Coronavirus+++ Die Entwicklungen vom 23. bis 24. April +++

In mehreren deutschen Großstädten ist am Abend gegen Ausgangsbeschränkungen demonstriert worden. Mehr als die Hälfte der britischen Gesamtbevölkerung hat mittlerweile ihre erste Impfung gegen Covid-19 erhalten. Angesichts stark ausgelasteter Intensivstationen hat Belgien Deutschland gebeten, Corona-Patienten aufzunehmen. Weitere Entwicklungen in unserem Newsblog.

24.04.2021

Demonstranten in Frankfurt am Main nehmen an einer Kundgebung gegen die Ausgangsbeschränkungen teil und entzünden dabei Pyrotechnik.
Demonstration gegen Ausgangsbeschränkungen in Frankfurt am Main. (Boris Roessler / dpa)
Die aktuellen Entwicklungen finden Sie hier in unserem Newsblog.
Samstag, 24. April
+++ In mehreren deutschen Großstädten ist am Abend gegen Ausgangsbeschränkungen demonstriert worden. Die Deutsche Presse-Agentur schreibt, in Frankfurt am Main seien etwa 300 Demonstranten mit Plakaten durch die Innenstadt gezogen. Einige hätten Feuerwerkskörper gezündet. Kleinere Proteste gab es demnach auch in Hannover, Kassel und Berlin. Größtenteils sei es in den von Ausgangsbeschränkungen betroffenen Kommunen nach ersten Meldungen der Polizei aber ruhig geblieben.
+++ In den USA sind inzwischen mehr als 93 Millionen Menschen vollständig geimpft, wie die Seuchenbehörde CDC mitteilt. Insgesamt seien 286 Millionen Dosen ausgeliefert und fast 226 Millionen verabreicht worden. Rund 138 Millionen Menschen seien mindestens einmal geimpft worden. In den USA leben 328 Millionen Menschen.
+++ Mehr als die Hälfte der britischen Gesamtbevölkerung hat mittlerweile ihre erste Impfung gegen Covid-19 erhalten. Wie am Samstag aus Zahlen des Gesundheitsdienstes NHS hervorging, haben in England bis einschließlich Freitag bislang rund 28,1 Millionen Menschen ihren ersten Stich erhalten - damit steigt die Gesamtzahl der Erstgeimpften im Vereinigten Königreich auf knapp 33,5 Millionen. Insgesamt sind in Großbritannien bereits mehr als 45 Millionen Corona-Impfungen verabreicht worden. Über 11,6 Millionen Menschen haben schon ihre zweite Impfung erhalten.
+++ Angesichts stark ausgelasteter Intensivstationen hat Belgien Deutschland gebeten, Corona-Patienten aufzunehmen. Das berichtete die belgische Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf den Leiter der medizinischen Notfallhilfe, Van der Auwera. Einige Krankenhausstandorte hätten keine Intensivbetten mehr zur Verfügung.
Eine Intensivpflegerin versorgt auf der Intensivstation am Klinikum Braunschweig einen an Covid-19 erkrankten Patienten.
Eine Intensivpflegerin versorgt auf der Intensivstation am Klinikum Braunschweig einen an Covid-19 erkrankten Patienten. (dpa-Bildfunk / Ole Spata)
+++ Bundeskanzlerin Merkel hat die sogenannte Corona-Notbremse als dringend notwendig verteidigt. Die Kanzlerin sagte in ihrem Video-Podcast, von Ärzten und Pflegepersonal kämen "wahre Hilferufe". Diese Menschen gingen tagtäglich an ihre Grenzen, um das Leben von Corona-Patienten zu retten. Das könnten sie aber nicht alleine schaffen. Merkel räumte ein, dass die vorgesehenen Maßnahmen hart seien. Es gebe aber keine weniger belastenden Wege, um die dritte Corona-Welle zu brechen.
+++ Wegen der Coronavirus-Mutation in Indien werden Einreisen aus dem Land nach Deutschland weitgehend gestoppt. Bundesgesundheitsminister Spahn sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, Indien werde kurzfristig zum Virusvariantengebiet erklärt. Um die Impfkampagne in Deutschland nicht zu gefährden, müsse der Reiseverkehr deutlich eingeschränkt werden." Ab Sonntagnacht dürfen nur noch Deutsche aus Indien einreisen, diese müssen zudem vor Abflug getestet werden und sich unverzüglich nach der Einreise in eine 14-tägige Quarantäne begeben", sagte der CDU-Politiker.
Angesichts der neuen Virus-Variante in Indien hatte sich zuvor der Vorsitzende des Weltärztebundes, Montgomery, für verstärkte Schutzmaßnahmen ausgesprochen. Er sagte der "Rheinischen Post", nötig seien internationale Absprachen, konsequente Lockdown-Maßnahmen und Einschränkungen der Mobilität. Der Vorsitzende der EVP-Fraktion im Europaparlament, Weber, forderte, dass sämtliche Flugverbindungen aus Indien in die EU sofort eingestellt werden.
Was bisher über die indische Mutation bekannt ist und warum sie als besonders gefährlich gilt, haben wir hier für Sie zusammengefasst.
+++ Indien hat mehr als 340.000 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Das ist der höchste Zuwachs, den das Land seit Beginn der Pandemie verzeichnete. Zudem wurden 2.624 Tote im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert. Viele Krankenhäuser sind völlig überlastet. Es fehlt an medizinischem Sauerstoff zur künstlichen Beatmung von Covid-19-Patienten. Die Regierung in Neu Delhi setzt jetzt Sonderzüge und die Luftwaffe ein, um Sauerstoff in die am schlimmsten betroffenen Städte zu bringen. In dem Land breitet sich eine neue Virusvariante aus, die laut Experten für die neue Corona-Welle mitverantwortlich ist.
Angehörige transportieren einen an Covid-19 erkrankten Patienten aus einem Krankenhaus in Neu Delhi.
Angehörige transportieren einen an Covid-19 erkrankten Patienten aus einem Krankenhaus in Neu Delhi. (AFP / Sajjad HUSSAIN)
+++ Um Mitternacht sind die Regelungen für die bundesweite Corona-Notbremse in Kraft getreten. Damit greifen die Bestimmungen des neuen Infektionsschutzgesetzes. In Landkreisen, die drei Tage lang eine Sieben-Tage-Inzidenz von 100 überschritten haben, gelten dann unter anderem Ausgangsbeschränkungen zwischen 22 Uhr und 5 Uhr. Das betrifft 325 Kreise und kreisfreie Städte. Zudem darf sich höchstens noch ein Haushalt mit einer weiteren Person treffen, wobei Kinder bis 14 Jahre ausgenommen sind. Der Präsenzunterricht an Schulen soll ab einer Inzidenz von 165 in der Regel gestoppt werden.
Was bedeutet die Bundes-Notbremse im Einzelnen? Wir haben die Regelungen hier für Sie zusammengefasst.
Grafik-Karte Nr. 102357, Hochformat 90 x 145 mm, "Hier greift die Notbremse ab Samstag"; Grafik: A. Brühl, Redaktion: J. Schneider
Hier greift die Bundes-Notbremse (23.04.2021) (dpa Grafik)
+++ Die Zahl der bestätigten neuen Infektionen mit dem Coronavirus ist in etwa so hoch wie heute vor einer Woche. Die Gesundheitsämter meldeten dem Robert Koch-Institut innerhalb eines Tages nahezu 23.400 Neuinfektionen. Deutschlandweit wurden 286 neue Todesfälle verzeichnet. Am Samstag vor einer Woche hatte das RKI innerhalb von 24 Stunden fast 24.000 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bundesweit bei 164,4. Gestern betrug der Wert 164,0.
+++ Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission, Mertens, hält in der aktuellen Corona-Lage eine feste Impf-Reihenfolge weiterhin für sinnvoll. Zwar hätten die Hausarztpraxen damit derzeit mehr Arbeit, sagte Mertens im Deutschlandfunk ( Audio-Link ). Solange es aber nicht genug Impfstoff gebe, müssten zuerst die Menschen geimpft werden, die ein hohes Risiko für eine schwere Erkrankung hätten. Zudem zeigten Modell-Rechnungen übereinstimmend, dass man durch eine Änderung der Impfreihenfolge die dritte Welle nicht brechen könne, betonte der Mediziner.
+++ Der Städte- und Gemeindebund fordert eine finanzielle Paketabgabe für den Onlinehandel zur Unterstützung der Innenstädte. Der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Landsberg, sagt dem "Handelsblatt", der Trend zum Online-Einkauf werde wohl auch nach der Pandemie anhalten. "Wir brauchen daher Strategien, mit denen das Sterben unserer Innenstädte und Ortskerne aufgehalten wird." Dazu gehöre eine Paketversandsteuer.
+++ In den USA darf ab sofort wieder der Corona-Impfstoff von Johnson&Johnson eingesetzt werden. Die US-Gesundheitsbehörden haben dem zugestimmt. Die Arzneimittelbehörde FDA und die Gesundheitsbehörde CDC teilten mit, ihrer Ansicht nach überwiege der Nutzen des Mittels die Risiken. Ähnlich wie beim Impfstoff von AstraZeneca waren im Zusammenhang mit Johnson&Johnson-Impfungen mehrere Fälle von Blutgerinnseln aufgetreten.
Das Foto zeigt eine Ampulle mit dem Präparat von Johnson&Johnson.
Der Corona-Impfstoff von Johnson&Johnson darf in den USA wieder eingesetzt werden. (AFP / KAMIL KRZACZYNSKI )
+++ Bundeswirtschaftsminister Altmaier hat erneut Lockerungen für Personen in Aussicht gestellt, die gegen das Coronavirus geimpft sind. Über mögliche Ausnahmen für Geimpfte könne im Juni oder Juli gesprochen werden, sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Dies betreffe beispielsweise die Frage, ob Menschen, die den vollständigen Impfschutz erhalten hätten, von der Quarantäneregelung ausgenommen werden könnten, etwa nach Kontakten mit Infizierten oder nach Auslandsreisen. Es gehe aber auch um mögliche Restaurantbesuche, die Geimpften ermöglicht werden könnten, ohne dass sie vorher einen Schnelltest machen müssten.
+++ Gegen die Neufassung des Infektionsschutzgesetzes sind beim Bundesverfassungsgericht zahlreiche Beschwerden und Eilanträge eingegangen. Es lägen rund 25 Beschwerden vor, sagte ein Gerichtssprecher in Karlsruhe. Die Zahl ändere sich aber laufend, weil noch weitere eingingen. Der überwiegende Teil der Beschwerden richte sich gegen das gesamte Maßnahmenpaket. Wann darüber entschieden werde, stehe noch nicht fest.
Grafik Nr. 102308, Hochformat 110 x 140 mm, "Die Bundes-Notbremse im Überblick", Grafik: J. Reschke, Redaktion: Redaktion: D. Loesche/J. Schneider
Die Regelungen der Bundes-Notbremse (dpa Grafik)
Freitag, 23. April
+++ Nach der Entdeckung eines Corona-Infektionsfalls in Australien hat Neuseeland den Reisekorridor mit dem Nachbarland vorläufig wieder geschlossen. Der Reiseverkehr zwischen Neuseeland und West-Australien werde gemäß der Vereinbarungen zum "trans-tasmanischen" Korridor "ausgesetzt", teilte die neuseeländische Regierung auf ihrer Website mit. Zuvor hatten die Behörden des Bundesstaats Western Australia einen dreitägigen Lockdown für die Regionen Perth und Peel angekündigt.
+++ Die rheinland-pfälzische AfD-Landtagsfraktion ist mit einem Eilantrag gegen Corona-Regeln des Landes vor dem Verfassungsgerichtshof in Koblenz gescheitert. Die Fraktion hatte sich mit ihrem am Donnerstag gestellten Antrag gegen die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen gewandt, wie der VGH mitteilte. Angesichts des verfassungsrechtlich verankerten Auftrags zum Schutz von Leib und Leben überwögen die Gründe, die gegen ein vorläufiges Aufheben der Ausgangsbeschränkungen sprächen, erklärte das Gericht (Az. VGH A 33/21). Es wies darauf hin, dass Rheinland-Pfalz unterdessen ohnehin seine Pandemie-Regeln an die neue Bundes-Notbremse angepasst hat.
+++ In den USA sind inzwischen mehr als 90 Millionen Menschen voll geimpft, wie die Seuchenbehörde CDC mitteilt. Insgesamt seien 286 Millionen Dosen ausgeliefert und 222 Millionen verabreicht worden. In den USA leben 328 Millionen Menschen.
+++ Fußballspiele dürfen in Bulgarien nach einem halbjährigen coronabedingten Verbot ab morgen wieder vor Publikum im Stadion ausgetragen werden - allerdings unter Auflagen. Gesundheitsminister Angelow unterzeichnete am Abend eine entsprechende Verordnung, rechtzeitig vor dem Derby zwischen den beiden Erzrivalen Lewski und ZSKA Sofia an diesem Sonntag im Nationalstadion in Sofia.
+++ Wegen dramatisch gestiegener Coronavirus-Neuinfektionen in Indien hat Kanada Flüge aus dem Land vorübergehend gestoppt. 30 Tage lang dürften keine Passagier-Flüge aus Indien und dem Nachbarland Pakistan mehr landen, teilte Transport-Minister Alghabra mit. Frachtflüge blieben erlaubt.
+++ Kulturstaatsministerin Grütters hat die Internetaktion #allesdichtmachen teils bekannter Schauspielerinnen und Schauspieler kritisiert. "Wir alle, jeder einzelne von uns, viele Berufszweige, ganze Branchen, bringen enorme Opfer in dieser Pandemie", sagte die CDU-Politikerin. Bei allem Respekt vor der Freiheit der Kunst hätte sie von den Beteiligten deutlich mehr Empathie für die Menschen gewünscht, die vom Coronavirus betroffen seien oder im Gesundheitssystem harte Arbeit leisteten.
+++ Trotz seltener Fälle schwerer Thrombosen sind die Vorteile des Corona-Impfstoffes von Astrazeneca nach Einschätzung der EU-Arzneimittelbehörde (EMA) in allen Altersgruppen höher zu bewerten als die Risiken. Danach kann der Impfstoff weiterhin uneingeschränkt eingesetzt werden. Die Hirnvenenthrombosen kämen im Schnitt bei einer von 100.000 geimpften Personen vor, geht aus der Analyse der EMA-Experten hervor, die in Amsterdam vorgelegt wurde. Dem gegenüber stehe aber die sehr starke Reduzierung der schweren Covid-19-Erkrankungen.
+++ Die Weltgesundheitsorganisation hat die Staatengemeinschaft zu mehr Zusammenhalt im Kampf gegen die Corona-Pandemie aufgerufen. Die Nationen müssten sich als Mitglieder einer Familie und nicht als Rivalen verstehen, betonte WHO-Generaldirektor Tedros in Genf. Anlässlich des ersten Jahrestages der Gründung des internationalen Gesundheitsprogramms gegen Covid-19 hielt Tedros fest, dass der Zugang zu Impfstoffen, Diagnostika und Behandlungen zwischen armen und reichen Ländern noch immer sehr ungleich sei. Deshalb stürben weiter Menschen rund um die Welt an Covid-19.
+++ Die Bundesregierung stuft Indien wegen der hohen Zahl an Corona-Neuinfektionen und der Ausbreitung von Virus-Varianten als Hochinzidenzgebiet ein. Das gab das Robert-Koch-Institut bekannt. Auch Katar, Oman und Tunesien sind nun Hochinzidenzgebiete, für die besondere Quarantäneregeln bei der Einreise gelten. Albanien und Moldawien wurden dagegen zum Risikogebiet heruntergestuft.
+++ Österreich kündigt trotz Bedenken wegen hoher Infektionszahlen für den 19. Mai eine Lockerung seiner Corona-Einschränkungen an. Geplant sei, dass dann Restaurants, Hotels und Theater erstmals seit mehr als fünf Monaten wieder öffnen dürfen, teilte die Regierung in Wien mit. Auch die nächtliche Ausgangssperre soll aufgehoben werden, wobei sich zwischen 22.00 und 05.00 Uhr maximal vier Erwachsene treffen dürfen. Das Licht am Ende des Tunnels werde heller, sagte Kanzler Kurz.
+++ In Bayern bleibt abendliches Joggen verboten. Im Unterschied zur bundesweiten Regelung sei Bewegung an der frischen Luft kein Ausnahmegrund von der Ausgangssperre, teilte Gesundheitsminister Holetschek mit. Zudem gelte für Kinder und Jugendliche in allen Landkreisen mit einer Inzidenz von mehr als 100 Distanzunterricht, mit Ausnahme der Abschlussklassen. Der Freistaat halte damit an einigen schärferen Regeln fest.
+++ In einem Großteil der Welt ist die medizinische Grundversorgung wegen der Corona-Pandemie eingeschränkt. Die Weltgesundheitsorganisation in Genf veröffentlichte eine Umfrage, wonach in rund 90 Prozent von 135 Staaten auch ein Jahr nach Ausbruch der Krise Gesundheitsleistungen nicht ausreichend angeboten werden können. Danach kommt es in einem Fünftel der Länder zu Engpässen in der Notfallmedizin, während zwei Drittel über Verzögerungen von nicht lebensrettenden Operationen berichten.
+++ Bundesgesundheitsminister Spahn und der stellvertretende RKI-Präsident Schaade stufen die Corona-Situation weiterhin als schwierig ein. Beide verwiesen insbesondere auf die angespannte Lage auf den Intensivstationen. Spahn betonte, es sei in der ersten und zweiten Welle gelungen, eine Überlastung zu verhindern. Das müsse auch jetzt das Ziel sein. Um die dritte Welle zu brechen, reichten testen, impfen und Kontaktverfolgung per App nicht aus. Vor allem müssten die Kontakte weiter reduziert werden.
Schaade verwies darauf, dass vor allem die Gruppe der 35- 59Jährigen nun zu den Intensivpatienten gehöre.
Der Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus ist das wirkungsvollste Mittel, um dessen Ausbreitung und auch die Bildung neuer Virus-Varianten einzudämmen. Hier spielen Impfstoffen eine große Rolle. Was aber hilft, um schwere Verläufe von Covid-19 zu verhindern? Noch immer werden viele Patientinnen und Patienten im Krankenhaus behandelt, täglich sterben zahlreiche Menschen an oder mit einer Corona-Infektion. Ein einzelnes Medikament gegen Covid-19 gibt es bisher nicht. Machtlos sind Ärztinnen und Ärzte dennoch nicht. Ein Überblick.
+++ Der Bundestag hat den Nachtragshaushalt mit zusätzlichen Schulden von über 60 Milliarden Euro beschlossen. Damit kann Bundesfinanzminister Scholz in diesem Jahr die Rekordsumme von gut 240 Milliarden Euro an neuen Krediten aufnehmen. Der SPD-Politiker begründete dies in der abschließenden Debatte mit mehr Mitteln für Unternehmen, Familien und die Gesundheitspolitik zur Überwindung der Folgen der Pandemie.
+++ Nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Spahn sind bislang rund 18,5 Millionen Deutsche mindestens einmal geimpft. Das entspreche einer Quote von etwa 22 Prozent, sagt der Minister in Berlin. Sieben Prozent hätten einen vollen Schutz aus Erst- und Zweitimpfung. Spahn bekräftigt, im Juni könne die Priorisierung aufgehoben werden. Das heiße aber nicht, dass im Juni allen ein Impfangebot gemacht werden könne.
+++ Indien hat den zweiten Tag infolge mehr als 300.000 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Die Behörden registrierten fast 333.000 neue Fälle. Das ist der höchste Zuwachs, der bislang weltweit festgestellt wurde. Damit steigt die Gesamtzahl der offiziell registrierten Fälle auf mehr als 16 Millionen. In den vergangenen 24 Stunden verzeichnete Indien zugleich 2.263 Tote im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Viele Krankenhäuser sind überlastet, es fehlt an medizinischem Sauerstoff.
+++ Zahlreiche bekannte Film- und Fernsehschauspieler haben für eine gemeinsame Protestaktion gegen die Corona-Politik der Bundesregierung Videoclips ins Internet gestellt. Unter dem Motto "Alles dichtmachen" beteiligten sich unter anderem Jan Josef Liefers, Ulrich Tukur, Volker Bruch, Meret Becker, Ulrike Folkerts und Richy Müller an der Aktion. Ironisch fordert etwa Tukur: "Schließen Sie ausnahmslos jede menschliche Wirkungsstätte und jeden Handelsplatz." Liefers bedankt sich ebenso ironisch bei den Medien, die - Zitat - "seit über einem Jahr unermüdlich dafür sorgen, dass der Alarm genau da bleibt, wo er hingehört, nämlich ganz, ganz oben". Die Videos lösten in den sozialen Medien harsche Kritik aus, auch von anderen Schauspielern.
Die Kombo aus einzelnen Video-Standbildern der Internetaktion #allesdichtmachen via Youtube zeigt Schauspieler, die sich an der Internetaktion unter dem Motto #allesdichtmachen beteiligen: Obere Reihe l-r Jan-Josef Liefers, Nina Proll, Nadja Uhl, mittlere Reihe l-r Ulrich Tukur, Wotan Wilke Möhring, Maxim Mehmet und untere Reihe l-r Katharina Schlothauer, Peri Baumeister, Richy Müller. 
Internetaktion #allesdichtmachen (Internetaktion #allesdichtmachen)
+++ Die Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut 27.543 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Das sind gut 1.700 mehr als eine Woche zuvor. Die 7-Tage-Inzidenz stieg im Vergleich zum Vortag von 161,1 auf 164. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Ansteckung lag bei 265 und damit insgesamt bei 81.158.
+++ Die Bundesärztekammer fordert, dass der gesamte Corona-Impfstoff schnell eingesetzt wird, und die Reserven für die Zweitimpfung aufgelöst werden. Der Ärztepräsident Reinhardt sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, es sei nicht hinnehmbar, dass in Deutschland mehr als fünf Millionen Impfdosen ungenutzt gelagert werden, während sich täglich tausende Menschen neu mit Corona infizierten. Ziel müsse sein, schnellstmöglich viele Menschen gegen das Virus zu impfen.
Langsam, aber stetig – seit Ostern sind auch Hausarztpraxen in die Impfkampagne gegen das Coronavirus eingebunden. Zwar stehen ihnen im Moment nur wenige Dosen pro Praxis zur Verfügung. Doch die Mengen sollen auf absehbare Zeit steigen. Was heißt das für die Patienten?
+++ Kanzleramtschef Braun hat an die Menschen in Deutschland appelliert, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Der Erfolg bei der Bekämpfung der Pandemie hänge nicht nur von der Menge des Impfstoffs ab, sondern auch von der Impfbereitschaft, sagte er der "Augsburger Allgemeinen". Die Skepsis sei trotz aller Mahnungen nicht verschwunden. Die Erfahrung zeigen, dass sich noch nicht einmal 50 Prozent der Bevölkerung gegen Grippe impfen lassen wolle.
+++ Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Schwesig hat die Änderungen des Infektionsschutzgesetzes kritisiert. Die SPD-Politikerin sagte der "Rheinischen Post", wo der Bund über die Regeln ihres Bundeslandes hinausgehe, werde man das umsetzen. Ansonsten bleibe es bei den Schutzmaßnahmen, die weitergehender seien, als die des Bundes. Hamburgs Erster Bürgermeister Tschentscher von der SPD sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, es sei ein Nachteil, dass die Ausgangsbeschränkung aufgeweicht worden sei. Dadurch sei sie nur noch bedingt wirksam. Der hessische Ministerpräsident Bouffier -CDU- kritisierte die Schulschließungen ab einer Inzidenz von 165.
+++ Drei Monate vor dem Beginn der Olympischen Spiele versucht Japan, ein Wiederaufleben der Corona-Pandemie mit einem erneuten Lockdown zu verhindern. In Tokio, Osaka und zwei anderen Präfekturen gelte für den Zeitraum vom 25. April bis zum 11. Mai der Ausnahmezustand, sagt Wirtschaftsminister Nishimura. Gaststätten, die Alkohol ausschenken, müssten schließen und große Sportveranstaltungen könnten nur ohne Zuschauer stattfinden.
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