Freitag, 03. Dezember 2021

Newsblog zum Coronavirus+++ Die Entwicklungen vom 29. und 30. April +++

Auch das Saarland beschließt Lockerungen für Geimpfte. In Indien wird in mehreren Bundesstaaten der Impfstoff knapp. Biontech und Pfizer haben die Zulassung ihres Vakzins für Kinder bei der EMA beantragt. Diese und weitere Entwicklungen in unserem Newsblog.

30.04.2021

Auf dem St. Johanner Markt in Saarbrücken sitzen Menschen im Außenbereich von Gastronomiebetrieben.
Das Saarland beschließt Erleichterungen für geimpfte Personen. (dpa)
Die aktuellen Entwicklungen finden Sie hier in unserem Newsblog.
Freitag, 30. April
+++ Auch das Saarland hat Erleichterungen für vollständig geimpfte und von einer Corona-Infektion genesene Menschen beschlossen. Nach einem Beschluss des Ministerrats müssen sie ab Montag keinen negativen Test mehr vorweisen, wenn sie zum Friseur gehen oder in bestimmten Geschäften einkaufen wollen. Nach einem Aufenthalt in einem Risikogebiet gilt außerdem keine Quarantänepflicht mehr. Die Erleichterungen treten 14 Tage nach der zweiten Impfung in Kraft. Als genesen gilt, wer eine Infektion durchgemacht hat, wenn die zugrundeliegende PCR-Testung mindestens 28 Tage und nicht länger als sechs Monate zurückliegt.
Bundesweit könnten Erleichterungen Ende Mai beschlossen werden. Einige Länder wie Rheinland-Pfalz, Hessen und Bayern nehmen sie jedoch per Verordnung jetzt schon vorweg.
+++ Das Einreiseverbot nach Mecklenburg-Vorpommern und das entsprechende Ausreisegebot sind für unrechtmäßig erklärt worden. Das Oberverwaltungsgericht Greifswald urteilte, die in der Corona-Landesverordnung vorgesehene Regelung sei willkürlich, da sie vollständig geimpfte und nicht geimpfte Menschen gleichbehandele. Dennoch hob das Gericht die Regelung nicht auf und verwies auf die weitreichenden Folgen, die ein solcher Schritt für den Pandemieschutz hätte. Das Land muss jetzt aber die bestehenden Regelungen überarbeiten. Laut Corona-Landesverordnung dürfen sich - abgesehen von Ausnahmen - auch Menschen mit Nebenwohnsitz in Mecklenburg-Vorpommern nicht im Land aufhalten.
Fast menschenleer ist der Ostseestrand auf der Insel Usedom. Die Corona-Notbremse des Bundes hat in der Nacht zum 24. April zum ersten Mal gegriffen.
Der fast menschenleere Ostseestrand auf der Insel Usedom (Mecklenburg-Vorpommern) (dpa/Stefan Sauer)
+++ Mehrere indische Bundesstaaten beklagen, dass ihnen der Impfstoff gegen das Coronavirus ausgeht. In der Finanzmetropole Mumbai wurden deshalb die Impfzentren für mindestens drei Tage geschlossen. Der Engpass kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt: In Indien wurde heute mit mehr als 386.000 Corona-Neuinfektionen ein weiterer Höchstwert bei den Neuinfektionen gemeldet. Krankenhäuser und Krematorien sind überfüllt, medizinischer Sauerstoff zur Behandlung der Covid-Patienten ist knapp.
+++ Brasiliens Gesundheitsminister Queiroga hat andere Länder darum gebeten, vorrätige Impfdosen abzugeben, damit Brasilien seine Impfkampagne ausweiten und die Ausbreitung neuer Varianten verhindern könne. Der bevölkerungsreichste Staat Lateinamerikas verzeichnet bisher mehr als 400.000 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus.
+++ In Kenia ist ein bekannter Arzt, der falsche Informationen über Corona-Schutzimpfungen verbreitet hatte, ist nach einer Erkrankung mit Covid-19 gestorben. Dr. Stephen Karanja war Vorsitzender der katholischen Ärztevereinigung hatte seit März wiederholt dazu aufgerufen, sich nicht gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Daraufhin hatte die Katholische Bischofskonferenz in Kenia sich von den Äußerungen des Arztes distanziert und sich für Impfungen ausgesprochen.
+++ Wegen sinkender Corona-Infektionszahlen gilt Tschechien von Sonntag an nicht mehr als Hochinzidenzgebiet. Das Nachbarland werde zum normalen Risikogebiet heruntergestuft, teilte das Robert Koch-Institut mit. Damit entfällt die generelle Pflicht, direkt bei der Einreise ein negatives Testergebnis vorzuweisen. Einreisende haben 48 Stunden Zeit für einen Test. Die französische Grenzregion Moselle wird wie der Rest Frankreichs als Hochinzidenzgebiet angesehen. Bisher galt die Region als Virusvariantengebiet mit verschärften Quarantäneregeln.
+++ Der deutsche Impfstoffhersteller Biontech und sein US-Partner Pfizer haben nach eigenen Angaben bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA die Zulassung ihres Corona-Impfstoffs für Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren beantragt.
Es gehe um die Anpassung und Erweiterung der bestehenden Zulassung auf diese Altersgruppe, teilten die beiden Unternehmen mit. Sobald die europäische Arzneimittelbehörde EMA die Änderung genehmige, werde die bedingte Zulassung in allen 27 Mitgliedsstaaten der EU gültig sein.
Biontech und Pfizer hatten kürzlich mitgeteilt, dass eine klinische Studie in der Altersgruppe von 12 bis 15 Jahren in den USA eine Wirksamkeit von 100 Prozent gezeigt habe. Das Impfmittel ist in der EU und in den USA bislang erst für Menschen ab 16 Jahren bedingt zugelassen.
+++ Wann in Deutschland die meisten durch die Corona-Pandemie bedingten Einschränkungen für Geimpfte und Genesene abgeschafft werden können, ist noch unklar.
Bundesgesundheitsminister Spahn hält eine Einigung binnen einer Woche für möglich. Erste Gespräche würden bereits geführt, sagte Spahn bei einem Besuch im schleswig-holsteinischen Reinbek. Wenn man schnell zu einem Konsens komme, könne es bis Ende nächster Woche eine Entscheidung geben.
Zurückhaltender äußerte sich der Sprecher der Bundesregierung, Seibert.
Steffen Seibert, Sprecher der deutschen Bundesregierung, nimmt an der Regierungspressekonferenz teil.
Regierungssprecher Seibert (dpa-Zentralbild/Britta Pedersen)
Wie Regierungssprecher Seibert in Berlin mitteilte, will die Koalition eine entsprechende Verordnung "mit großem zeitlichem Ehrgeiz" angehen. Wie rasch diese dann im Kabinett und danach in Bundestag und Bundesrat verabschiedet werden könne, sei aber noch offen. Seibert erklärte weiter, man befinde sich in einer sensiblen Zwischenphase. Einerseits hätten bereits Millionen Bürger in Deutschland einen vollständigen Impfschutz, gleichzeitig gebe es noch deutlich mehr Menschen, die nicht immunisiert seien. Hier müsse neben der Rückgabe von Grundrechten auch auf den Zusammenhalt der Gesellschaft geschaut werden.
+++ In Indien sind 400 Sauerstoffflaschen aus den USA eingetroffen.
Sauerstoffflaschen für Krankenhäuser werden in Neu Delhi verladen.
Sauerstoffflaschen für Krankenhäuser werden in Neu Delhi verladen. (imago)
Sie sind Teil einer ersten Hilfslieferung, von denen die US-Regierung noch weitere plant. An Bord eines US-Transportflugzeugs waren neben Klinikausrüstung auch fast eine Million Corona-Schnelltests. Dem indischen Gesundheitsminister zufolge haben insgesamt mehr als 40 Länder Hilfslieferungen zugesagt.
Lese-Tipp: Indische Mutation - Wie gefährlich ist B.1.617?
+++ Bundesarbeitsminister Heil hat neue Corona-Hilfen für Unternehmen in Aussicht gestellt.
Wirtschaftsminister Altmaier und Finanzminister Scholz würden mögliche weitere Hilfen im Mai besprechen, sagte der SPD-Politiker den Sendern RTL und ntv. Ziel müsse es sein, Massenarbeitslosigkeit zu verhindern. Man könne die am 30. Juni auslaufende Regelung zur Kurzarbeit bis Jahresende verlängern, sich die Sozialversicherungsbeiträge zu 100 Prozent erstatten zu lassen, meinte Heil.
+++ Die konjunkturelle Erholung der deutschen Wirtschaft ist durch den erneuten Lockdown vorerst gestoppt worden.
Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, sank die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal dieses Jahres um 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Das Bruttoinlandsprodukt hatte in den beiden vorherigen Quartalen wieder um 8,7 beziehungsweise um 0,5 Prozent zugelegt. Als ein Grund für den Rückgang wurden die erneuten Einschränkungen seit Beginn des Jahres genannt. Davon sind unter anderem Gastronomen und Hoteliers betroffen. Auch der private Konsum ging zurück.
Die Exporte stiegen dagegen weiter und nähern sich dem Vorkrisenniveau. Volkswirte gehen davon aus, dass die Wirtschaftsleistung im laufenden Quartal wieder wachsen wird.
+++ Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. Juni wird voraussichtlich nicht als reine Briefwahl abgehalten werden.
Landeswahlleiterin Dieckmann verwies auf verfassungsrechtliche Hürden und die Hoffnung, dass sich die Corona-Lage bis dahin verbessert habe. Sie sagte in Magdeburg, eine reine Briefwahl sei nicht zu rechtfertigen, wenn eine Urnenwahl unter strikter Einhaltung des Infektionsschutzes sichergestellt werden könne.
+++ Beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe sind mittlerweile mehr als 200 Verfahren wegen der so genannten Bundes-Notbremse anhängig.
Unter anderem in Köln gelten Ausgangsbeschränkungen, auf die im öffentlichen Raum hingewiesen wird. 
Nächtliche Ausgangssperre in Köln (dpa/picture alliance/Geisler-Fotopress)
Die Beschwerden und Eilanträge richteten sich vor allem gegen die Ausgangsbeschränkungen auch im Zusammenhang mit Kontaktbeschränkungen, teilte ein Sprecher mit. Teilweise beträfen sie das gesamte Gesetz.
Die Regelungen waren am vergangenen Samstag in Kraft getreten. Sie gelten in Gebieten, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz die Grenze von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner übersteigt.
+++ Die Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut 24.329 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das sind fast 3.000 weniger als am Freitag vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt laut RKI im Vergleich zum Vortag leicht von 154,9 auf 153,4. 306 weitere Todesfälle wurden registriert. Gestern waren es 264.
Unser ausführlicher Blick auf das Thema: Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland
+++ Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin - kurz: Divi - hat an Länder und Kommunen appelliert, verstärkt an sozialen Brennpunkten Menschen gegen das Coronavirus zu impfen.
Das würde eine Menge bringen, da das Impftempo derzeit vielversprechend sei, sagte der wissenschaftliche Leiter des Intensivregisters der DIVI, Karagiannidis, der "Rheinischen Post". Zugleich würde es die Klinken entlasten. Auf den Intensivstationen lägen überdurchschnittlich viele Menschen aus ärmeren Bevölkerungsschichten sowie Menschen mit Migrationshintergrund.
Mehr dazu: Muss die Impfkampagne Menschen mit Migrationshintergrund besser ansprechen?
+++ Bundestagspräsident Schäuble hat das Vorpreschen einzelner Bundesländer bei Lockerungen für Geimpfte noch vor einer bundeseinheitlichen Regelung kritisiert.
Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) sitzt an seinem Platz im Plenum und stützt den Kopf auf seine rechte Hand.
Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) (imago/Christian Thiel)
"Jetzt haben wir schon wieder den Zustand, dass sich eine Reihe von Ländern nicht an die Absprachen hält", monierte der CDU-Politiker in der "Augsburger Allgemeinen". Uneinheitliche Lösungen kurz nach dem Beschluss für eine bundeseinheitliche Corona-Notbremse seien irritierend für die Menschen.
Das Bundesjustizministerium hatte am Donnerstag an die anderen Ressorts einen Verordnungsentwurf geschickt, wonach vollständig Geimpfte und Genesene in der Corona-Krise wieder mehr Freiheiten zurückerhalten sollen. Insbesondere von Auflagen für private Treffen und von nächtlichen Ausgangsbeschränkungen sollen diese Gruppen ausgenommen werden. Laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) wolle man Bundestag und Bundesrat mit einbeziehen, so sei der "späteste" Termin für eine abschließende Entscheidung des Bundesrats der 28. Mai.
+++ Beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe sind bis Donnerstagnachmittag zahlreiche Beschwerden gegen die bundeseinheitliche Notbremse eingereicht worden.
Ansicht vom Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe mit einer deutschen und einer europäischen Flagge
Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe (imago / Rainer Unkel)
Die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichten unter Berufung auf einen Gerichtssprecher von 202 Verfahren. Damit habe sich die Zahl seit Dienstag fast verdoppelt. Die Verfassungsbeschwerden und Anträge auf Erlass einer einstweiligen Anordnung richten sich dem Bericht zufolge überwiegend gegen die Ausgangsbeschränkungen und die Kontaktbeschränkungen, teilweise aber auch gegen sämtliche Regelungen des neuen Infektionsschutzgesetzes. Die Regelungen für eine bundesweite Corona-Notbremse waren am vergangenen Samstag in Kraft getreten.
+++ Brasilien hat die Marke von 400.000 Corona-Toten überschritten.
Seit Beginn der Pandemie sind 401.186 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben, wie aus Daten des Gesundheitsministeriums in Brasilia hervorgeht. Nur in den USA wurden bislang mehr Tote als in Brasilien registriert. Nach den Vereinigten Staaten und Indien verzeichnet das größte und bevölkerungsreichste Land Lateinamerikas zudem mit 14.590.678 Fällen die meisten Infektionen.
Erst vor rund 35 Tagen hatte Brasilien die Marke von 300.000 Corona-Toten überschritten, wobei vor allem die Zahl der Gestorbenen unter den 20- bis 39-Jährigen gestiegen ist. Der rechtspopulistische Präsident Jair Bolsonaro hat das Coronavirus von Anfang an verharmlost, Schutzmaßnahmen und Einschränkungen lehnt er - aus wirtschaftlichen Gründen - weiterhin ab. Mittlerweile zieht Bolsonaro auch den Sinn von Impfungen in Zweifel.
+++ New York strebt zum 1. Juli eine "vollständige Wiedereröffnung" an.
Bars, Restaurants, Geschäfte, Fitnessclubs, Kinos und Museen könnten dann wieder zu hundert Prozent öffnen, erklärte Bürgermeister Bill de Blasio am Donnerstag. "Wir sehen jetzt das Licht am Ende des Tunnels", sagte de Blasio. "Das wird ein fantastischer Sommer." Allerdings machte der Bürgermeister keine Angaben darüber, welche Sicherheitsvorkehrungen auch nach dem 1. Juli gelten könnten. Viele Corona-Beschränkungen wurden vom Gouverneur des Bundesstaates New York, Andrew Cuomo, verhängt. Beide Politiker gehören der Demokratischen Partei an, haben aber ein schwieriges Verhältnis zueinander. De Blasio räumte am Donnerstag auf Nachfrage ein, dass er mit Cuomo noch nicht über seine Pläne einer "vollständigen Wiedereröffnung" gesprochen habe.
+++ Die Semperoper Dresden kann wegen der Corona-Einschränkungen auch ihre nächste Premiere nicht vor Publikum zeigen.
Luftbild der Semperoper, die hinter einem großzügigen runden Platz liegt. Im Hintergrund die Elbe
Die Semperoper ist das Zuhause der Sächsischen Staatskapelle Dresden. (imago images / imagebroker)
Am 8. Mai sollte sich für die Oper "Capriccio" von Richard Strauss der Vorhang heben. "Ich hatte den Mai noch nicht abgehakt, aber nun können wir doch nicht spielen. Nun heißt der Plan B: Spielbetrieb frühestens ab Juni", sagte Intendant Peter Theiler der Deutschen Presse-Agentur in Dresden. Momentan bereite die Semperoper die Aufzeichnung von "Capriccio" vor. Oper per Streaming ist für Theiler nur eine ergänzende Alternative. "Wir sind auf ein Spiel vor Publikum ausgerichtet und können nicht einfach Fernsehen machen."
Donnerstag, 29. April
+++ In der Türkei hat am Abend ein dreiwöchiger Lockdown mit Ausgangsbeschränkungen und Geschäftsschließungen begonnen. Touristen sind von den Ausgangsbeschränkungen ausgenommen.
+++ Angesichts wegbrechender Einnahmen und steigender Ausgaben in der Corona-Pandemie fordern einem Medienbericht zufolge die Kommunen weitere Milliardenhilfen vom Bund. Es brauche zwingend einen zweiten Rettungsschirm von Bund und Ländern - mindestens für die Jahre 2021 und 2022, zitiert das "Handelsblatt" aus einem gemeinsamen Positionspapier des Deutschen Städte- und Gemeindebundes und des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes. "Die Lage der Kommunalhaushalte ist schlicht prekär." Im Herbst warnten die kommunalen Spitzenverbände, dass in diesem Jahr eine Finanzierungslücke von rund zehn Milliarden Euro droht.
+++ In Tschechien soll der Einzelhandel ab dem 10. Mai wieder komplett öffnen, wie Industrieminister Havlicek auf Twitter ankündigte. Damit werden die Beschränkungen eine Woche später aufgehoben als von der Regierung zunächst vorgesehen.
+++ Frankreich lockert ab dem 19. Mai schrittweise die Ausgangsperre. Zum 30. Juni solle sie dann ganz aufgehoben werden, wie die Regierung auf ihrer Website mitteilte. Die Sperrstunde solle ab dem 9. Juni erst um 23 Uhr beginnen. Dann sollen auch Cafés, Restaurants und Fitnessstudios wieder vollständig öffnen dürfen. Macron bestätigte außerdem, dass bestimmte Bewegungseinschränkungen zum 3. Mai aufgehoben werden sollen. Aktuell dürfen sich die Menschen in Frankreich ohne triftigen Grund nicht weiter als zehn Kilometer von ihrer Wohnung entfernen.
+++ In New York soll es ab Juli keine Corona-Beschränkungen mehr geben. Bürgermeister de Blasio kündigte eine "vollständige Wiedereröffnung" zu diesem Datum an, da dann ein Großteil der 8,3 Millionen Einwohner geimpft sei. Bislang seien bereits 6,3 Millionen Dosen verabreicht worden. Unter anderem Geschäfte, Büros und Theater sollen dann wieder geöffnet werden.
+++ Zwischen Russland und Brasilien ist ein Impfstoff-Streit entbrannt. Die Entwickler des russischen Vakzins Sputnik V werfen der brasilianischen Gesundheitsbehörde Anvisa Verleumdung vor. Den Anschuldigungen zufolge soll Anvisa wissentlich Fehlinformationen verbreitet haben, ohne Sputnik V überhaupt getestet zu haben. Deswegen soll die Behörde nun verklagt werden. Die Anvisa-Führung hatte zuletzt entschieden, den Impfstoff wegen "inhärenter Risiken" und "schwerwiegenden Mängeln" nicht zuzulassen.
+++ Bundesgesundheitsminister Spahn fordert nun die rasche Zulassung des Kinder-Impfstoffs von Biontech durch die Europäische Arzneimittelbehörde. Es wäre wünschenswert, wenn das Vakzin bis zum Sommer freigegeben würde, sagte der CDU-Politiker in Berlin. Schülerinnen und Schüler könnten dann pünktlich zum Ferienende geimpft werden.
+++ Der Mainzer Impfstoff-Hersteller Biontech rechnet mit einer baldigen Zulassung seines Corona-Impfstoffes für Kinder. Unternehmens-Chef Sahin sagte dem "Spiegel", in den USA seien bereits die Studiendaten für die 12- bis 15-Jährigen für die bedingte Zulassung eingereicht worden. Nächste Woche wolle man einen entsprechenden Antrag bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA stellen.
+++ Das EU-Parlament hat sich grundsätzlich für die Einführung eines Impfzertifikates ausgesprochen. Allerdings verlangen die Abgeordneten zahlreiche Änderungen des Gesetzentwurfes, was zu Schwierigkeiten in den nun anstehenden Verhandlungen mit den EU-Mitgliedstaaten führen könnte.
+++ Das US-Pharmaunternehmen Moderna hat eine Ausweitung seiner Corona-Impfstoffproduktion angekündigt. Moderna stellte in Aussicht, 2022 weltweit bis zu drei Milliarden Dosen herzustellen. Für das laufende Jahr prognostiziert es die Auslieferung von 800 Millionen bis einer Milliarde Dosen.
+++ Die Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut 24.736 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das sind gut 5.000 weniger als eine Woche zuvor, allerdings könnten am vorigen Donnerstag Nachmeldungen aus Nordrhein-Westfalen enthalten gewesen sein. Die Sieben-Tage-Inzidenz sank im Vergleich zum Vortag von 160,6 auf 154,9. 264 weitere Todesfälle wurden registriert. Gestern waren es 312.
+++ China lockert die Beschränkungen für internationale Flüge. Bislang mussten Airlines ihre Flüge nach China für zwei Wochen aussetzen, wenn zwischen fünf und zehn Passagiere nach Ankunft positiv getestet wurden. Jetzt dürfen die Fluglinien in solchen Fällen weiterhin China anfliegen, teilt die Flugaufsicht mit. Allerdings darf dann die Maschine für eine Vier-Wochen-Frist zu höchstens 40 Prozent ausgelastet werden.
+++ Angesichts der angespannten Corona-Lage in Indien haben weitere Länder ihre Hilfe angeboten. Russland teilte mit, man werde dringend benötigtes medizinisches Material liefern. Die USA kündigten Hilfen im Wert von 100 Millionen Dollar an. Tschechien will dem Land 500 Sauerstoffflaschen zur Verfügung stellen. Indien erreichte mit mehr als 362.000 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages zuletzt erneut einen Höchstwert.
New Delhi: Erschöpftes medizinisches Personal
Neu Delhi: Erschöpftes medizinisches Personal (AP/Altaf Qadri)
+++ Bundesfinanzminister Scholz hat an Länder und Kommunen appelliert, schneller Strategien zur Impfung von Menschen in Stadtteilen mit sozialen Brennpunkten zu entwickeln. Niemand habe etwas davon, wenn die noblen Vororte durchgeimpft seien und die Pandemie dort weiter grassiere, sagte der SPD-Kanzlerkandidat dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Nicht das Vorhandensein von Ärzten im Freundes- oder Bekanntenkreis dürfe über die Vergabe von Impfterminen entscheiden. Ähnlich hatte sich der nordrhein-westfälische Ministerpräsident und Unions-Kanzlerkandidat Laschet geäußert.
+++ Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte hat die Pläne der Bundesregierung zur Unterstützung junger Menschen in und nach der Corona-Krise als unzureichend kritisiert. Der Fokus des sogenannten Aufholpakets liege zu stark auf der Bekämpfung von Leistungsdefiziten, sagte Präsident Fischbach der Rheinischen Post. Ähnlich äußerte sich der Chef des Verbands der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, Schroiff. Es sei an der Zeit, Betreuungsangebote außerhalb von Schulen und Kitas mit vorsichtigen Schutzkonzepten wieder zu öffnen.
+++ Die Pandemie führt einer aktuellen Studie zufolge bei jungen Menschen zu großen Verunsicherungen über ihre Ausbildungschancen. Mehr als 70 Prozent der Jugendlichen in Deutschland seien der Ansicht, dass sich die Chancen auf einen Ausbildungsplatz durch Corona verschlechtert haben, wie eine Studie der Bertelsmann Stiftung ergab. Das seien rund zehn Prozentpunkte mehr als im Vorjahr (2020: 61 Prozent). Bei Jugendlichen mit niedriger Schulbildung sind es demnach sogar 78 Prozent.
+++ Der Mainzer Impfstoff-Hersteller Biontech rechnet damit, dass sein mit dem US-Konzern Pfizer entwickeltes Vakzin auch gegen die in Indien aufgetretene Coronavirus-Mutation wirke. Zwar liefen die Tests noch, man sei aber zuversichtlich, hieß es. In Köln wurden gestern zwei weitere Fälle der Variante B.1.617 registriert. Die Gesamtzahl in Deutschland gab das Robert-Koch-Institut zuletzt mit 22 an.
Virus-Mutation B.1.617
Virus-Mutation B.1.617 (IMAGO / Christian Ohde)
+++ Die Corona-Impfungen mit den Wirkstoffen von Moderna und Biontech/Pfizer senken neuen Daten der US-Gesundheitsbehörde CDC das Risiko von Krankenhaus-Einweisungen für Ältere sehr deutlich. Zwei Wochen nach der zweiten Dosis läge das Risiko einer Krankenhaus-Einweisung wegen Covid-19 für Menschen ab 65 Jahren um 94 Prozent niedriger als für gleichaltrige, aber nicht geimpfte Menschen, teilte die CDC mit. Ab zwei Wochen nach der ersten Dosis liege das Risiko schon um 64 Prozent niedriger. Die Daten stammen aus 24 Krankenhäusern in 14 US-Bundesstaaten.
+++ Angesichts sogenannter "Todeslisten", auf denen Namen von Bundestagsabgeordneten im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie stehen, hat sich Bundesjustizministerin Lambrecht besorgt geäußert. Das Ausmaß an Bedrohungen sei in der Pandemie noch schlimmer geworden, sagte die SPD-Politikerin der Funke-Mediengruppe. Man müsse befürchten, dass die Hemmschwelle zur Gewalt weiter sinke. Eine "Todesliste" zu verbreiten, habe nichts mehr mit Protest zu tun. Bundestagsabgeordnete, die vergangene Woche für die sogenannte Corona-Notbremse gestimmt hatten, werden angefeindet.
+++ Bundesgesundheitsminister Spahn strebt eine Gesetzesänderung an, um den geplanten digitalen Corona-Impfpass möglichst schnell einsetzbar zu machen. Neben Arztpraxen und Impfzentren sollten auch Apotheker diesen für geimpfte Personen ausstellen können, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Er wolle die Weichen dafür stellen, dass im Sommer möglichst viele den digitalen Impfpass nutzen könnten. Um die Eintragung aus dem gelben Impfausweis beispielsweise auf das Handy übertragen zu lassen, müsse das Infektionsschutzgesetz geändert werden, führte Spahn aus.
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