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Südamerika
Nicaragua löst Rotkreuz-Gesellschaft auf

Das Parlament in Nicaragua hat die nationale Rotkreuz-Gesellschaft aufgelöst.

11.05.2023
    Der Nationale Palast (Palacio National) auf dem Platz der Revolution (Plaza de la Revolucion), fotografiert am 27.11.2015 in Managua (NIcaragua) am Abend.
    Managua - die Staatsflagge Nicaraguas auf dem Palacio National (dpa/picture alliance)
    Als Rechtsnachfolgerin soll eine gleichnamige Organisation gegründet werden, die dem Gesundheitsministerium unterstellt sein wird, wie die Nationalversammlung mitteilte. Zur Begründung hieß es, das Rote Kreuz habe sich bei den regierungskritischen Protesten im Jahr 2018 nicht neutral verhalten. Die Organisation hatte dagegen erklärt, nur dabei geholfen zu haben, verletzte Demonstranten zu behandeln. - Bei der Niederschlagung der Proteste gegen das autoritäre Regime von Machthaber Ortega waren laut Schätzungen von Menschenrechtsgruppen 355 Menschen getötet und bis zu 2.000 verletzt worden.
    Das Rote Kreuz in Nicaragua wurde 1958 gegründet und finanziert sich vor allem durch Spenden aus dem Ausland. Das neue Gesetz sieht auch vor, dass die Liegenschaften der Organisation beschlagnahmt und der Regierung übergeben werden.
    Diese Nachricht wurde am 11.05.2023 im Programm Deutschlandfunk gesendet.