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StartseiteUmwelt und VerbraucherKrebshilfe fordert höhere Tabaksteuer28.05.2014

NichtrauchertagKrebshilfe fordert höhere Tabaksteuer

Die Tabaksteuer ist ein Streitthema: Eine Erhöhung könnte mehr Menschen vom Rauchen abhalten. Allein das rechtfertige höhere Steuern, so die Deutsche Krebshilfe. Zum Weltnichtrauchertag fordert sie eine Erhöhung um 30 Prozent.

Von Verena Kemna

Eine junge Frau raucht eine Zigarette in München (picture alliance / dpa / Tobias Hase)
Freut sich sicher, wenn die Zigaretten teurer werden: eine Raucherin in München. (picture alliance / dpa / Tobias Hase)

Tabaksteuern rauf, Tabakkonsum runter, so lautet in diesem Jahr das Motto zum Weltnichtrauchertag. Die Deutsche Krebshilfe und das Aktionsbündnis Nichtrauchen sind davon überzeugt, dass eine höhere Tabaksteuer die Prävention deutlich verbessern könnte. Jedes Jahr sterben über 100.000 Bundesbürger an den Folgen des Rauchens. Zudem würden in Deutschland jährlich mehr als 3000 Menschen an den Folgen des Passivrauchens sterben. Es sei wissenschaftlich erwiesen, dass höhere Tabaksteuern das Rauchverhalten besonders bei Jugendlichen beeinflussen und deren Tabakkonsum reduzieren würden, erklärt Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe. Eine moderate Anhebung der Tabaksteuer über fünf Jahre wie sie die Bundesregierung Ende 2010 beschlossen hat, kritisiert Nettekoven als unzureichend.

"Das bringt nicht viel dann sind die Menschen nach wie vor in der Lage, sich die Zigaretten zu beschaffen. Es muss schon wirklich dazu führen, dass man ernsthaft darüber nachdenkt, dass man sich das auch gar nicht mehr leisten kann. Das ist vielleicht auch kein optimaler Weg, aber, er bringt etwas."

Drastische Steuererhöhungen zwischen 2002 und 2005 hätten einen Rückgang des Gesamtkonsums von Zigaretten zur Folge gehabt. Das Bündnis fordert deshalb eine deutlich spürbare Erhöhung der Tabaksteuer von 30 Prozent. So zumindest lautet die Empfehlung eines Wirtschaftsexperten der Universität Hamburg. Außerdem sollten alle Tabakwaren gleichmäßig besteuert werden. So soll verhindert werden, dass billigere Selbstgedrehte als Ersatz herhalten.

24 Millionen Raucher müssen noch überzeugt werden

Tabakkonsum sei in Deutschland noch immer das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko. Etwa 24 Millionen rauchende Erwachsene seien ein deutliches Warnsignal, so der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe. Er lobt den umfassenden Nichtraucherschutz in den Bundesländern Bayern und Nordrheinwestfalen.

"Man kann ja dafür Verständnis haben, dass man bei sogenannten Brauchtumsveranstaltungen gerne mal zur Zigarette greift. Das Beispiel der Kölner Karneval, seit diesem Jahr zum ersten Mal völlig rauchfrei in allen Festsälen in allen Veranstaltungszelten, das war schon sehr gut und nach allem, was bei uns angekommen ist, hat das auch überhaupt nicht zu irgendwelchen Missstimmungen geführt."

Das Aktionsbündnis Nichtrauchen und die Deutsche Krebshilfe fordern, dass die Gesetze für den Nichtraucherschutz in allen Bundesländern einheitlich umgesetzt werden. Ein anderes Thema ist die Tabakwerbung. Gerd Nettekoven von der Deutschen Krebshilfe.

"Sie können heute nach wie vor, wenn sie mit dem Auto fahren, auf den Großplakatflächen die Tabakwerbung sehen und das sind alles Dinge, da müssen wir einfach noch nachbessern."

Er geht davon aus, dass Bilder etwa von Lungenkrebs, in nicht allzu ferner Zukunft europaweit auf jeder Zigarettenschachtel als Mittel der Abschreckung eingesetzt werden. Die Wirkung solch drastischer Bilder sei wissenschaftlich erwiesen. Nach Jahren der Stagnation würden Jugendliche seit drei Jahren wieder häufiger zur Zigarette greifen. Zeit also, zu handeln, so das Fazit des Aktionsbündnisses Nichtrauchen und der Deutschen Krebshilfe zum Weltnichtrauchertag 2014.

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