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StartseiteHintergrund Wirtschaft (Archiv)Nichts Neues unter der Sonne?05.11.2006

Nichts Neues unter der Sonne?

Der Klimagipfel in Nairobi

Als das Kyoto-Protokoll im Februar 2005 endlich in Kraft trat, hoffte die Welt, mit diesem ersten international verbindlichen Abkommen den Klimawandel aufhalten zu können. Die bisherigen Ergebnisse sind ernüchternd, die Erwartungen an den <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="16594" text="Klimagipfel der Vereinten Nationen in Nairobi" alternative_text="Klimagipfel der Vereinten Nationen in Nairobi" /> entsprechend hoch.

Von Eva Bahner

Es gibt viel zu tun in Sachen Klimaschutz. (AP)
Es gibt viel zu tun in Sachen Klimaschutz. (AP)
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Kampf der Erderwärmung

"Wir hatten letztes Jahr so viele tropische Wirbelstürme im Atlantik wie noch nie zuvor, sechs mehr als der bisherige Rekord. Wir hatten den stärksten Wirbelsturm aller Zeiten im letzten Jahr. Wir hatten 2004 den ersten tropischen Wirbelsturm im Südatlantik und im letzten Jahr sind sogar zwei Stürme in die Nähe Europas gekommen. Völlig neue Dimensionen dieser Naturgefahren. Im letzten Jahr waren die Schäden aus Naturkatastrophen höher als 200 Milliarden Euro. Das war ein absoluter Rekord."

Für die Münchner Rück hat die Zukunft begonnen. Die Vorboten des Klimawandels hinterlassen schon heute deutliche Spuren in der Bilanz der weltgrößten Rückversicherung. Extremwetterereignisse wie der Hurrikan Katrina, der im vergangenen Jahr New Orleans verwüstete, lassen die Schadenszahlungen in die Höhe schnellen. Peter Höppe ist Leiter der Geo-Risiko-Forschung der Münchner Rückversicherungsgesellschaft, die bereits seit 30 Jahren große Umweltkatastrophen dokumentiert und auswertet im eigenen Interesse:

"Man stellt sich darauf ein, dass man seine Risikoeinschätzung ständig anpassen, ständig ändern muss, wenn man zu dem Befund kommt, dass sich ein Risiko ändert, indem es höher wird, dass eben auch die Prämien entsprechend angepasst werden müssen, und das wird sich noch verschärfen. Wir haben ganz klare Hinweise aus der Wissenschaft, dass sich das Risiko für tropische Wirbelstürme weiter erhöhen wird, weil sich die Meerestemperaturen weiter erhöhen werden."

Im vergangenen Jahrhundert ist die globale Durchschnittstemperatur bereits um 0,8 Grad Celsius gestiegen. Verschiedene Klimamodelle gehen davon aus, dass sich diese Entwicklung beschleunigt und sich die Erde bis zum Jahr 2100 um bis zu 3 Grad erwärmen wird – mit fatalen Folgen: Bereits im Jahr 2020 werden die deutschen Alpengletscher verschwunden sein, aber auch die arktische Meereisbedeckung schmilzt, der Meeresspiegel steigt. Längst beschäftigen sich auch Wirtschaftswissenschaftler mit den Folgen des Klimawandels. Claudia Kemfert, Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung DIW prognostiziert Klimaschäden in Höhe von 15 Billionen Euro im Jahr 2050:

"Das sind ja nicht nur Infrastruktur- und Immobilienschäden, dass sind auch Schäden in der Gesundheit, wenn beispielsweise die Malaria in Europa stattfindet, oder es sind auch Ausfälle in der Energieversorgung, wenn es sehr heiß ist in einem Sommer, wo Atomkraftwerke abgeschaltet werden müssen oder wie wir auch im Jahr 2005 gesehen haben, indirekte Effekte, wenn Ölplattformen in Mitleidenschaft gezogen werden aufgrund eines Hurrikans kann der Ölpreis nach oben gehen. Das sind auch alles volkswirtschaftliche Kosten, die man hinzurechnen muss."

Dass der Klimawandel nicht nur die Umwelt, sondern zunehmend die Wirtschaft bedroht, belegt auch die Studie des ehemaligen Chefökonomen der Weltbank, Nicholas Stern. Er nennt den Treibhauseffekt das größte Marktversagen, das die Welt je gesehen habe. Das Nichtstun werde eine neue Weltwirtschaftskrise auslösen, warnt er, einen Einbruch der globalen Wirtschaftsleistung um 20 Prozent zur Folge haben. Ein Weckruf, den der auch die Volkswirte aufschreckte, die bislang Mahnungen von Umweltexperten eher belächelten.

Wenn sich rund 6000 Vertreter von 189 Ländern in den kommenden zwei Wochen in Kenias Hauptsstadt Nairobi zur Weltklimakonferenz treffen, wird es vor allem um zwei Fragen gehen: Wie lässt sich eine unvermeidliche Anpassung an den Klimawandel finanzieren und wie die globale Erwärmung in einem erträglichen Maß halten?

Das Kyoto-Protokoll, das vor eineinhalb Jahren in Kraft getreten ist, ist bislang das einzig völkerrechtlich verbindliche Instrument, den Ausstoß der klimaschädlichen Gase zu drosseln, allen voran Kohlendioxid, aber auch Methan, Lachgas und andere. Allerdings haben sich bislang nur 35 Industriestaaten Reduktionsziele gesetzt, und auch diese nur bis 2012. Viel Zeit bleibt also nicht mehr, um sich auf ein umfassendes Post-Kyoto-Vertragswerk zu einigen, sagt Yvo de Boer, Chef des UN-Klimasekretariats in Bonn, eingedenk der Tatsache, dass allein das Kyoto-Protokoll acht Jahre brauchte, um in Kraft zu treten.

"Viele Staaten haben klar gemacht, dass sie keine Lücke wollen zwischen dem Kyoto-Protokoll, das 2012 endet, und was auch immer danach kommen mag. Sie wollen Kontinuität in der Klimapolitik. Zum Beispiel, was man immer wieder aus der Wirtschaft hört, ist die Forderung nach Planungssicherheit. Die Unternehmen verlangen von der Regierung klare Aussagen über ihre Klimaschutzstrategie. Und deshalb ist Kontinuität wichtig. Ein denkbares Ziel wäre es, die Verhandlungen, was nach Kyoto kommen soll, 2007 zu starten."

Entscheidende Impulse werden auf dem Klimagipfel in Nairobi von der deutschen Delegation erwartet, nicht zuletzt deshalb, weil Deutschland mit der bevorstehenden EU-Ratspräsidentschaft schon jetzt großen Einfluss hat innerhalb Europas. Je früher die Verhandlungen über die Zeit nach Kyoto beginnen, desto besser, heißt es auch aus dem Umweltministerium. Ein Verhandlungsmandat vor 2007 sei jedoch unrealistisch. Schließlich müssten dieses Mal alle Staaten mit ins Boot geholt werden, sowohl die Industriestaaten, die das Kyoto-Protokoll nicht unterzeichnet haben, wie die USA und Australien, als auch, zumindest stufenweise, die Schwellenländer, die bislang noch eine Schonfrist haben.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel ist Leiter der deutschen Delegation in Nairobi:

"Es ist selbstverständlich, dass jedenfalls der erste Anspruch auf Veränderung ihrer Energiepolitik, auf eine Reduktion der Treibhausgase, sich an die richtet, die für den derzeit stattfindenden Klimawandel verantwortlich sind, und das sind nicht die Afrikaner und nicht die Asiaten, sondern die Europäer, die Japaner, die Amerikaner. Aber wer darüber hinausgeht, weiß, dass der Anstieg der Treibhausgasemissionen vor allem in den Schwellenländern bevorstehen wird, beispielsweise in China und Indien, die ihre wirtschaftliche Entwicklung in Gang gesetzt haben und zusätzlich Energie verbrauchen, und wenn sie es in der gleichen Weise täten, wie wir in den vergangen 100 Jahren, doch zu einem dramatischen Anstieg der Treibhausgasemissionen beitragen würden."

In China hat sich der Ausstoß klimaschädlicher Gase aufgrund des enormen Energiehungers seit 1990 verdoppelt, ist aber in absoluten Zahlen noch immer weit vom amerikanischen Niveau entfernt. Mit 20 Tonnen CO2 pro Kopf und Jahr - der globale Durchschnitt liegt bei 4 - sind die Amerikaner nach wie vor die größten Klimasünder weltweit. Das Augenmerk wird in Nairobi vor allem auf sie gerichtet sein.

Wenn es so etwas wie Kyoto ist, wird die Antwort nein sein. Gleich zu Beginn seiner Amtszeit im Jahr 2001 machte der amerikanische Präsident George W. Bush klar, dass es Reduktionsverpflichtungen mit ihm nicht geben werde. Und daran wird sich wohl, da sind sich Klimaexperten einig, auch bis zum Ende seiner Amtszeit 2009 nichts ändern.

In den USA hingegen ist nicht erst seit der Dokumentation "Eine unbequeme Wahrheit" von Al Gore, dem früheren Vizepräsidenten, ein Stimmungsumschwung spürbar. Auf der Ebene der Bundesstaaten regt sich schon lange das grüne Gewissen. "Wir müssen einfach alles tun, um die globale Erwärmung zu stoppen, bevor es zu spät ist", sagte der kalifornische Gouverneur Arnold-Schwarzenegger im September und verabschiedete in Kalifornien das bislang ehrgeizigste Gesetz in den USA zur Reduzierung der Treibhausgase.

Auch im Nordosten der USA haben sich mittlerweile acht Bundesstaaten zusammengetan, um mit Emissionsrechten zu handeln. Auf kommunaler Ebene schließen sich immer mehr Bürgermeister einem Kyoto ähnlichen Klimaabkommen an. Ein Hoffnungsschimmer also, für die anstehenden Post-Kyoto-Verhandlungen? Nicole Wilke, beim Umweltministerium zuständig für internationale Klimaschutzfragen:

"Es tut sich sehr, sehr viel unterhalb der Administration, um konkret Klimaschutz zu machen, und ich denke, das hat auch Auswirkungen auf die Administration und wenn ich mir angucke, Klimaschutz beginnt Thema bei den mid-term-elections zu werden, und nach allen Prognosen, die wir hören aus den USA wird Klimaschutz eines der großen Themen bei der Präsidentschaftswahl werden. Insofern glaube ich, dass wir mit gutem Grund annehmen können, dass die USA auf einem Weg sind, wo sie eben auch bereit sein werden, sich an einem künftigen Klimaschutzregime zu beteiligen."

Um die Folgen des Klimawandels in einem erträglichen Maß zu halten, darf die Durchschnittstemperatur der Erde nicht um mehr als zwei Grad steigen im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter. Zu diesem Ergebnis kommen die Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, kurz PIK. Doch dafür müssten die Treibhausgasemissionen erheblich reduziert werden, nach Berechnungen der Potsdamer weltweit bis zum Jahr 2050 um die Hälfte. In den Industriestaaten sollte der Ausstoß sogar um 80 Prozent zurückgefahren werden. Wie realistisch ist dieses Ziel? Carlo Jäger leitet im PIK die Abteilung Globaler Wandel und soziale Systeme.

"Wenn man sagt wir wollen die nächsten 100, 200 Jahre unter zwei Grad bleiben, vielleicht mit einer Ausnahme von ein zwei Jahrzehnten, dann habe ich überhaupt keinen Zweifel, dass das realistisch ist. Ich denke, im Augenblick sollten wir alles daran setzen, überhaupt nicht über die zwei Grad zu kommen, aber es ist auch wichtig deutlich zu machen, falls wir das nicht auf Anhieb hinbekommen, ist es noch lang kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen."

Bis dahin sei es noch ein langer Weg, meint dagegen Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung. Nach den aktuellen Zahlen des UN-Klimasekretariats in Bonn sind die Treibhausgase seit 2000 wieder weltweit gestiegen, sowohl in den Industrie- als auch in den Schwellenländern, und selbst die 35 Staaten, die dem Kyoto-Regime unterliegen, haben ihre Hausaufgaben noch längst nicht gemacht:

"Es gibt Länder die sind gut aufgestellt. Auch Deutschland ist ja im Rahmen seiner Möglichkeiten auf einem guten Weg. Aber Spanien, Portugal, Griechenland zum Beispiel sind alle weit über ihren Zielmarken. Europa kann sich nur als Vorreiter in der Klimaschutzpolitik positionieren, wenn es schafft, aktiv Klimaschutz wirkungsvoll umzusetzen."

Dass Klimaschutz und Wirtschaftswachstum miteinander vereinbar sind, zeigt die Studie des ehemaligen Weltbank-Chefökonomen Stern: Eine rasche globale Offensive gegen die globale Erwärmung koste nur ein Prozent Wachstum pro Jahr. Und dennoch scheint der Klimawandel noch nicht angekommen zu sein in den Chefetagen. Dies zeigen die Ergebnisse des "Carbon Diclosure Projects". Seit sechs Jahren befragt eine internationale Investorengruppe aus Banken, Versicherern und Pensionsfonds Unternehmen nach ihren Schadstoffemissionen und Klimarisiken. In Deutschland antwortete in diesem Jahr nur ein Drittel der 200 größten Aktiengesellschaften. Claudia Kemfert vom DIW:

"Ich denke, das wird sich ändern über die Politik, wenn CO2 einen Preis bekommt, werden sie sich damit beschäftigen müssen, weil es auch teurer ist, Energiekonzerne sind hier speziell betroffen, aber auch andere Industrien. Ich denke, dass sich das im Zeitablauf ändert."

Klimakiller zur Kasse zu bitten und so die Wirtschaft in die Pflicht zu nehmen - das war das ursprüngliche Ziel des Europäischen Emissionshandels, der mit dem Kyoto-Protokoll ins Leben gerufen wurde. Die Idee: Es wird nicht ordnungspolitisch festgelegt, wer, wann und wie viel Kohlendioxid ausstoßen darf, sondern Unternehmen, vor allem Kraftwerksbetreiber, erhalten Emissionsrechte. Wie sie mit der Umwelt umgehen, bleibt letztlich ihnen überlassen, entweder kaufen sie anderen Firmen Emissionsrechte ab oder sie mindern ihren Kohlendioxidausstoß, indem sie in Umwelttechnik investieren - je nach dem, was günstiger für sie ist.

Eine erste Bilanz des Anfang 2005 gestarteten Emissionshandels fällt allerdings ernüchternd aus: Der Markt für Emissionsrechte erscheint wenig transparent und bietet über die kostenlose Zuteilung des Staates Spielraum für Verteilungskämpfe unterschiedlicher Interessengruppen. Die Folge: In fast allen europäischen Staaten sind zu viele Emissionsrechte im Umlauf. Der Anreiz für Unternehmen, in den Klimaschutz zu investieren, bleibt auf der Strecke. Deshalb schlägt die Umweltökonomin Claudia Kemfert vor, zumindest einen Teil der Lizenzen zukünftig zu versteigern, wie Großbritannien zum Beispiel, statt kostenlos auszugeben:

"Bei einer Versteigerung wird sichtbar, wie viel möchte ein Konzern tatsächlich erwerben, wie viel Emissionen braucht er? Er muss sich aktiv darum kümmern, und er muss sie bezahlen, so dass hier die Gefahr der Überverteilung gemindert ist. Und sie bekommen einen Preis, tatsächlich auch ein Indikator über den Marktpreis."

Doch der Entwurf für den zweiten Nationalen Allokationsplan, der die Emissionsrechte für den Zeitraum 2008 bis 2012 festlegt, sieht bislang keine Versteigerung vor. Die Begründung aus dem Umweltministerium: Die Energiewirtschaft würde die Kosten für den Kauf der Emissionsrechte auf die Kunden abwälzen. Doch die Erfahrung lehrt: Die Strompreise steigen – egal ob die Lizenzen kostenlos verschenkt werden oder versteigert. In Deutschland beherrschen vier große Energiekonzerne 80 Prozent des Strommarktes, die Kunden haben bei steigenden Preisen keine Wahl.

Auch Carlo Jäger vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung ist ein Verfechter der Versteigerung von Emissionsrechten, erst recht, wenn der Erlös – schätzungsweise mehrere Milliarden Euro – in einen Fonds fließen würde:

"Es gibt auch in Deutschland in der Energiewirtschaft Diskussionen darüber, dass es so etwas wie einen Ökofonds braucht, damit sich die die Energiewirtschaft, was dringend nötig ist, als Pionier im Lösen der Probleme positionieren kann und aus der Ecke des Spielverderbers und Blockierers herausbewegen zu können. Wir brauchen so etwas wie einen Klimafonds, um einerseits Klimaschäden bewältigen zu können, aber andererseits Investitionen finanzieren zu können. Denken Sie an die Möglichkeit, Kohlendioxid abzuscheiden und zu speichern, denken Sie an die Entwicklung von Offshore-Windkraft-Anlagen, da gibt es noch sehr viel zu tun, denken Sie an die Erneuerung von Gebäuden, wo noch ein enormes Potenzial da ist, um Emissionen zu senken, dadurch dass man einfach aufhört, Energie sinnlos zu verschleudern."

Die Energiekonzerne sind die wichtigsten Akteure im Klimaspiel, nicht nur in Deutschland, wo in den kommenden 10 bis 20 Jahren der Kraftwerkspark modernisiert wird. Die meisten Treibhausgase entstehen bei der Verbrennung von Kohle, Öl und Gas. Beim Klimaschutz wird also viel von den Energieträgern der Zukunft abhängig, denn ganz ohne Kohle wird der Energiebedarf nicht zu stillen sein. Aber auch die Atomkraft, die zuweilen als besonders klimafreundlich angepriesen wird, kann das Klimaproblem nicht lösen – noch immer ist die Endlagerfrage ungeklärt.

Auch der Export klimaschonender Technologien sei als Anreizmechanismus nicht zu vernachlässigen, meint Claudia Kemfert vom DIW. Vor allem, wenn der Emissionshandel irgendwann ausgeweitet wird.

"Wenn Sie einen weltweiten CO2-Preis haben, haben Sie viel mehr Anreize in den einzelnen Ländern Technologien zu erforschen, auch kostenminimal Emissionen zu vermindern, und wir müssen es schaffen nach 2012 auch noch die USA vor allen Dingen zu überzeugen, einem Klimaschutzabkommen beizutreten, aber auch stark wachsende Volkswirtschaften, auch China und Indien."

Auf dem Klimagipfel in Nairobi wird vorerst wohl nur entschieden, wann entschieden wird über die weltweite Klimapolitik nach 2012. Im Gegensatz zu den alarmierenden Botschaften aktueller Studien scheint der Klimaschutz im Schneckentempo voran zu kommen. Für Carlo Jäger vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung kein Grund zur Beunruhigung:

"Es ist schon einer der wirtschaftlichen Übergänge, vor denen wir da stehen. Vielleicht zu vergleichen mit der Entstehung des Eisenbahnwesens, der Dampfmaschine, das war ein ganzer Knäuel von Dingen, wo ja nicht nur eine Technik entsteht, sondern neue Formen von Städten, da entstehen neue Lebensstile, neue Gesetze, neue Versicherungsstrukturen. In der Größenordnung wird es schon sein, wenn wir von einer Wirtschaft, die im wesentlich auf dem Verbrennen fossiler Brennstoffe und dem Emittieren von Treibhausgasen beruht, übergehen zu einer Weltwirtschaft, die das nicht mehr tut."

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