Trockenheit
Niedrigwasser bedroht deutsches Wirtschaftswachstum - Stromproduktion in mehreren Ländern beeinträchtigt

Angesichts des Niedrigwassers deutscher Flüsse warnen Ökonomen vor negativen Auswirkungen auf die Wirtschaft. In anderen europäischen Ländern ist die Stromproduktion beeinträchtigt, was sich auch auf Konzerne auswirkt.

    Extremes Niedrigwasser am Rhein in Mannheim und Ludwigshafen.
    Extremes Niedrigwasser beeinträchtigt die Wirtschaft. (picture alliance/CHROMORANGE/Udo Herrmann)
    Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in Deutschland könnte um 0,4 Prozentpunkte niedriger ausfallen als bisher erwartet, zitiert die "Bild"-Zeitung den Ökonomen Thilo Schäfer vom Institut der deutschen Wirtschaft. Ein längerer Ausfall der Schiffbarkeit des Rheins ⁠könnte -Zitat- ⁠das ganz klitzekleine ⁠Pflänzchen Wachstum ersticken. Grund sei, dass ‌deutlich weniger Waren transportiert würden und damit die Produktion in zahlreichen Branchen ​gedrosselt werden müsse. Vor einigen Tagen hatte bereits das Kieler Institut für Weltwirtschaft auf die negativen Auswirkungen hingewiesen.
    Wegen des Niedrigwassers lädt Bundesverkehrsminister Bilger für Donnerstag zu einer Fachkonferenz nach Bonn ein.

    Stromproduktion in Frankreich und Ungarn beeinträchtigt

    Die niedrigen Pegelstände sorgen auch für Einschränkungen bei der Stromproduktion. In Frankreich musste die Leistung vieler Atomkraftwerke gedrosselt werden. In Ungarn droht die Abschaltung des einzigen Atomkraftwerkes des Landes. Der Meiler ist ein Sonderfall, da er ohne Kühltürme besonders auf das Wasser der Donau angewiesen ist und die Energieversorgung des ganzen Landes davon abhängt. Viele Konzerne - darunter deutsche Autobauer - mussten die Produktion in ihren ungarischen Werken einschränken.

    Experte: Auch Drosselungen in Deutschland möglich

    Der Energieexperte der Hertie-Stiftung, Andreas Schröder, hält auch Drosselungen und Ausfälle in Deutschland für möglich. Schröder sagte dem Deutschlandfunk , Kohlekraftwerke seien von Lieferungen mit Schiffen über die Flüsse und Kanäle abhängig. Das Niedrigwasser beeinträchtige solche Lieferungen derzeit. Außerdem müssten auch Kohle- und Gaskraftwerke gekühlt werden. Das deutsche Stromnetz sei bislang aber stabil. Wichtig sei, bei der Energieproduktion nicht alles auf eine Karte zu setzen.
    Um die Energieversorgung in Europa stärker abzusichern, plant die EU den Ausbau von grenzüberschreitende Übertragungsnetze. Noch sind die Strommärkte oftmals isoliert, auch aufgrund von Zweifeln in der Bevölkerung bezüglich Verbindungen in andere Länder.

    Aus dem Deutschlandfunk-Programm

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    Diese Nachricht wurde am 04.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.