Schifffahrtsbehörde
Nordsee war 2025 an der Oberfläche so warm wie noch nie - Warnung vor Strumflutrisiken

​Das Wasser der Nordsee war im vergangenen Jahr an der Oberfläche so warm wie noch nie ‌seit Beginn ⁠der Aufzeichnungen 1969. Mit durchschnittlich 11,6 Grad Celsius wurde ein neuer Höchstwert erreicht, wie das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg mitteilte.

    Dunkle Wellen schieben sich vor drohenden Regenwolken über die Nordsee.
    Die Wasseroberfläche in der Nordsee war noch nie so warm. (Archivbild) (IMAGO / Westend61 / IMAGO / Mischa Keijser)
    Im Vergleich zum langjährigen Mittel der Jahre 1997 bis 2021 war das Wasser demnach um 0,9 Grad wärmer. Auch in der Bodenschicht der Nordsee zeigte sich den Angaben zufolge ein Trend zur Erwärmung. Für die Ostsee sei 2025 ⁠das zweitwärmste Jahr seit 1990 gewesen, hieß es.

    Meeresspiegel: Sturmflutrisiken für Küstenregionen nehmen zu

    Zu den Aufgaben des unter anderem für Meeresdatenerhebung sowie Schifffahrt zuständigen Bundesamtes gehört auch die Sturmflutvorhersage. Ein kontinuierlich steigender mittlerer Meeresspiegel könnte künftige Sturmfluten wegen des höheren Ausgangsniveaus noch gefährlicher machen, warnte das BSH. So sei der Meeresspiegel in Cuxhaven seit 1900 um ‌25 Zentimeter ‌gestiegen. Bis 2100 könnte er sich um mehr als einen ​Meter erhöhen. Die aktuelle Sturmflutsaison seit Juli 2025 sei zwar vergleichsweise ruhig. Insgesamt nähmen die Risiken für ‌Küstenregionen aber zu.

    Aufbau alternativer Navigationssysteme

    Angesichts wachsender geopolitischer Spannungen beteiligt sich das Bundesamt am Aufbau alternativer Navigationssysteme für die Schifffahrt. "Störungen satellitengestützter Navigation nehmen in der Ostsee spürbar zu", erklärte die Behörde. Das habe unmittelbare Folgen, weil elektronische Seekarten keine oder falsche Positionen anzeigten. Dabei sei die Ostsee eines der am meisten befahrenen europäischen Meere.
    Diese Nachricht wurde am 14.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.