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"Now Dig This!"

Die Ausstellung "Now Dig This!" zeigt das Erbe afroamerikanischer Künstler zwischen 1960 und 1980. Rund 140 Werke von 32 Künstlern dieser Periode werden ausgestellt. Die Ausstellung soll auch die steigende Stärke der Schwarzen in den Vereinigten Staaten veranschaulichen.

Von Sacha Verna |
    Der Untertitel dieser Ausstellung laute mit gutem Grund "Kunst und das Schwarze Los Angeles" und nicht "Schwarze Kunst in Los Angeles zwischen 1960 und 1980", sagt die Kuratorin Kellie Jones:

    "Es gibt keine schwarze Kunst. Es gibt afroamerikanische Künstler mit ganz unterschiedlichen Stilen. Und es gab einen Moment in der Geschichte von Los Angeles, in dem Afroamerikaner, angetrieben von der Bürgerrechtsbewegung und angezogen von den Arbeitsmöglichkeiten in Südkalifornien, in Los Angeles zusammenfanden und als Künstler, Kuratoren, Akademiker und Galeristen eine Gemeinschaft bildeten. Meiner Erfahrung nach setzt sich Kunst über Rassenschranken hinweg."

    Zu den prominentesten der 33 Künstler, die Kellie Jones in "Now Dig This!" zeigt, gehört David Hammons. Hammons kam 1963 als Zwanzigjähriger nach Los Angeles und studierte bei Charles White, einem Doyen der Bewegung, am renommierten Otis Art Institute. Seine ersten Ausstellungen hatte er in der Galerie der Brüder Alonzo Davis und Dale Brockman Davis, deren Brockman Gallery vielen aus dieser Kunstszene als Plattform diente. Bekannt wurde Hammons mit seinen "Body Prints". Dafür bestrich er seinen Körper mit Fett, drückte ihn auf Papier und bestreute die hinterlassenen Spuren mit Pigment.

    Die Ausstellung enthält eine Menge Symbollastig-Realistisches und sozial Engagiertes. Denn im Gegensatz zu ihren Kollegen im Mainstream der amerikanischen Nachkriegskunst machten sich die Protagonisten von Black Los Angeles gerne die Hände in ihrem Alltag schmutzig. Und zwar buchstäblich, indem sie Fundstücke für Montagen verwendeten. Kellie Jones:

    "Die Assemblage war für afroamerikanische Künstler sehr wichtig. Ein Beispiel ist Noah Purifoy, der erste Direktor des Watts Towers Arts Center. Kurz nachdem er sein Amt angetreten hatte, brachen die Watts Riots aus, die bis dahin schlimmsten Rassenkrawalle der amerikanischen Geschichte. Teile des mehrheitlich von Schwarzen bewohnten Viertels wurden dabei völlig zerstört. Purifoy sagte: Lasst uns daraus Kunst machen. So entstanden Objekte, die eine politische und gesellschaftliche Bedeutung hatten."

    Ausstellungen wie "Now Dig This!" kranken an einem inhärenten Widerspruch. Wenn es keine schwarze Kunst gibt, was wird denn da so offensichtlich separat und von aufwendigen Publikationen begleitet präsentiert? Auch braucht man gar nicht das Stereotyp von der "schwarzen Ästhetik" zu bemühen, um beim Ethnokitsch zu landen, von dem diese Schau keineswegs frei ist.

    Anders als ihre Vorläufer hätten afroamerikanische Künstler heute eine Geschichte, auf die sie zurückblicken könnten, sagt Kellie Jones. Diese Geschichte erlaube es ihnen, völlig autonom zu arbeiten und dabei doch auf Stoff aus ihrer Lebenswirklichkeit zurückzugreifen.

    "Now Dig This!” pocht denn auch weniger auf die historische Relevanz der Ausgestellten als auf die Gegenwärtigkeit des Ausgedrückten. Als könnten afroamerikanische Künstler noch immer nur eine Sonderrolle im Rampenlicht spielen, das ihnen so lange verwehrt worden ist.