
In einer Anfrage der AfD-Landtagsfraktion in Nordrhein-Westfalen heißt es, das verwendete Material genüge "eindeutig nicht" den Anforderungen. Die Thematik Sexualität bedürfe in allen pädagogischen Zusammenhängen der besonders sensiblen Behandlung, so das NRW-Schulministerium. Daher müsse Unterrichtsmaterial zur Sexualerziehung sorgsam ausgewählt werden. Neben der sachlichen und formalen Richtigkeit müsse auch geprüft werden, ob das Unterrichtsmaterial altersangemessen sei und zur Förderung der Handlungs- und Urteilskompetenz geeignet beitrage.
Kevelaer Schulleitung: "Material wurde bewusst irritativ angelegt"
Die Achtklässler sollten in Gruppenarbeit ein Bordell mit dem Titel 'Puff für alle' entwerfen. Mehrere Medien hatten darüber berichtet. Die Meldungen lösten teils heftige Kritik aus. Die Aufgabenstellung hatte auch bei Eltern und in der Schulpflegschaft zu Irritation geführt. Mit einer Art Businessplan sollte demnach ein bestehendes Bordell modernisiert und ein "Freudenhaus der sexuellen Lebenslust" entworfen werden. Das Ministerium weist darauf hin, dass der Vorfall am Kevelaerer Gymnasium innerhalb der Schulgemeinde zufriedenstellend aufgearbeitet wurde.
Die Schulleitung hatte im Mai mitgeteilt, das Material unter der Überschrift: "Sexualpädagogik der Vielfalt. Praxismethoden zu Identitäten, Beziehungen, Körper und Prävention für Schule und Jugendarbeit" sei bewusst irritativ angelegt gewesen, um zu Diskussionen anzuregen. Es reagiere auf die Entwicklung in der Gesellschaft mit einer Vielfalt von Lebensmodellen und Geschlechterrollen ebenso wie auf die starke Nutzung von Social Media Kanälen durch Kinder und Jugendliche und die damit verbundene Informationsflut über verschiedenste Formen von Sexualität.
Diese Nachricht wurde am 27.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
