Er habe inklusive Untersuchungshaft seine Strafe voll verbüßt und sei am Morgen aus der Haft entlassen worden, sagte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe. Wohlleben war 2018 zu einer zehnjährigen Freiheitsstrafe wegen Beihilfe verurteilt worden. Das Oberlandesgericht München war im Prozess gegen ihn, Beate Zschäpe und andere zur Überzeugung gelangt, dass auch Wohlleben den NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos eine Pistole besorgt hatte. Aus rassistischen Motiven heraus verübten sie bis 2006 eine Mordserie. Zehn Menschen starben.
Die Thüringer Landtagsabgeordnete und jahrelange Obfrau der Linken in NSU-Untersuchungsausschüssen, König-Preuss, sprach von einem schlechten Tag für die Sicherheit der Menschen. Es sei davon auszugehen, dass Wohlleben in der Neonazi-Szene mit offenen Armen empfangen und erneut eine relevante Rolle einnehmen werde. Die kontinuierliche Unterstützung während seiner Haftzeit zeige, dass der NSU, dessen Taten und Unterstützer in Teilen der extremen rechten Szene bis heute glorifiziert würden. König-Preuss fügte hinzu, Wohlleben habe keinen Beitrag zur Aufklärung des NSU-Komplexes geleistet.
Diese Nachricht wurde am 21.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
