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NSU-ProzessZschäpe will ihr Schweigen brechen

Beate Zschäpe während NSU-Prozesses in München am 14. April 2015 (dpa / picture-alliance / Andreas Gebert)
Beate Zschäpe während NSU-Prozesses in München am 14. April 2015 (dpa / picture-alliance / Andreas Gebert)

Beate Zschäpe will nach zweieinhalb Jahren offenbar erstmals im NSU-Prozess aussagen. Ihr Anwalt Mathias Grasel kündigte an, er werde am Mittwoch vor dem Oberlandesgericht München im Namen der 40-jährigen Hauptangeklagten eine Erklärung abgeben.

Damit würde die mutmaßliche rechtsextreme Terroristin ihr langes Schweigen brechen. Tschäpes neuer Verteidiger Mathias Grasel sagte dem Bayerischen Rundfunk, er werde eine sogenannte Verteidigererklärung verlesen. Das werde voraussichtlich eine Stunde in Anspruch nehmen, so Grasel. Ob Zschäpe Fragen beantworten wird, ließ ihr Verteidiger offen.

Es hatte schon länger Gerüchte gegeben, dass Tschäpe aussagen wolle, berichtete ARD-Korrespondent Tim Aßmann. Zschäpe habe bereits vor Monaten im Gespräch mit einem Gerichtsgutachter erklärt, dass ihr das Durchhalten der Schweigestrategie zunehmend schwerfalle. Eine Aussage Zschäpes könnte auch zur Aufklärung beitragen, denn es wird vermutet, dass sie genaue Kenntnisse über die Strukturen des "Nationalsozialistischen Untergrunds" hatte.

Tschäpe drohen bei Verurteilung lebenslange Haft

Zschäpe wird unter anderem eine Beteiligung an zehn Morden, zwei Sprengstoffanschlägen und 15 Raubüberfällen zur Last gelegt, der Prozess läuft bereits seit Mai 2013. Sollte sie deshalb verurteilt werden, droht ihr eine lebenslange Haftstrafe. Zuletzt hieß es, möglicherweise werde es im Frühjahr 2016 ein Urteil geben. 

Laut "Spiegel online", der als erstes über die bevorstehende Aussage berichtete, waren Zschäpes bisherige Verteidiger Wolfgang Heer, Wolfgang Stahl und Anja Sturm nicht in die Pläne eingeweiht. Mit ihnen hatte sich Zschäpe im Laufe des Prozesses überworfen. 

(nch/kis)

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